House of Pride heißt das offizielle Album zum Christopher Street Day. Mit „Beautiful Ones" von Hurts bekommt die queere Community hier ihre erste eigene Hymne. Alles nur PR oder doch irgendwie ganz cool?

 

Zum ersten Mal überhaupt tun sich die unterschiedlichen PRIDE-Veranstaltenden zusammen und veröffentlichen in Kooperation mit dem Plattenlabel Sony Music ein Album zur CSD-Saison. Die Musik soll tanzbar sein, heißt es in der offiziellen Erklärung, aber zugleich auch ein klares Statement für LGBT-Rechte: „Angesichts der ständigen Zunahme von rückwärtsgewandten Ideen und Parolen möchten die PRIDEs bundesweit ein Zeichen setzen: Wir stehen zusammen, wir sind hier und wir zeigen Flagge!“

 

Hurts sind zurück - aber wie viel Flagge zeigen, ist überhaupt erwünscht?

Mit ihrem Debütalbum „Happiness“ gelang der britischen Pop-Kombo Hurts vor sieben Jahren der große Durchbruch. Mittlerweile gehören sie zu den gefragtesten Acts weltweit. Nun soll ihre neue Single „Beautiful Ones“ zur Hymne der schwullesbischen Welt werden und die PRIDE-Veranstaltungen offiziell begleiten. Eigentlich eine schöne Idee - und doch bleibt ein merkwürdiger Beigeschmack.

 

 

Gewalt gegen LGBTIQ-Menschen wird thematisiert

Das Video zum Song „Beautiful Ones“ behandelt auf sehr eindrückliche Art und Weise Gewalt gegen LGBTIQ-Menschen: Eine Drag-Queen, gespielt vom Hurts-Sänger Theo Hutchcraft persönlich, wird von drei Männern auf offener Straße angegriffen und brutal zusammengeschlagen. Eine Szene, die leider immer noch vielerorts Alltag ist. Verschiedene Studien haben gezeigt: Gewalt gegen LGBTIQ-Menschen hat in den letzten Jahren verstärkt zugenommen.  Daher ist es eigentlich umso wichtiger, dass eine weltweit bekannte Band wie Hurts in ihren Songs klar Stellung bezieht.

 

Sony Music flüchtet sich in PR-Sprech

In der offiziellen Pressemitteilung von Sony Music findet sich die klare Botschaft von „Beautiful Ones“ jedoch ganz und gar nicht wieder. Lediglich von einem „Loblied auf die Individualität“ ist die Rede, von einer „Story, die auf Intrigen und Empathie basiert“ und Themen, wie „Hass, Liebe, Brutalität und Schönheit“ behandelt. Ganz schön viel PR-Gerede - und aus irgendeinem Grund versucht man, Wörter wie queer, schwul, lesbisch, trans gar nicht erst zu erwähnen. Aber warum eigentlich? Hat man etwa Angst, die Band könnte dadurch „zu schwul“ wirken oder die Verkaufszahlen könnten eventuell einbrechen?

Ein bisschen mehr Mut jedenfalls würden wir uns von einem solch großen Plattenlabel dann doch wünschen.

 

Bild: hurts©sonymusic. 


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NaughtyFoxy

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"LGBTIQ*"? Ihr habt Kampfhubschrauber vergessen.

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