Die Lust an der Liebe kann so schön sein und ebenso die Liebe zur Lust. Der Volksmund behauptet sogar, dass Sex die schönste Nebensache der Welt ist. Aber was ist, wenn der Geschlechtsverkehr und die Befriedigung zur Sucht wird und man dadurch zum Fall für den Psychiater wird? Der Begriff „Sexsucht“ wird häufig synonym zum Begriff Hypersexualität gebraucht und ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung. Der zwanghafte Drang nach Sex kann durch das fremd-gesteuerte Handeln den gesamten Alltag aus den Fugen geraten und das Leben Kopf stehen lassen. 

von Sven Rickert

Die Formen und Praktiken beim Sex sind so bunt, wie das Leben selbst. Während die rechts-populistische Partei AfD nur die Ehe als Institution für die Fortpflanzung sieht, übt sich der Deutsche rund 120 Mal pro Jahr darin, den Akt der Vermehrung mit möglichst viel Spaß zu gestalten. Sex ist viel mehr geworden als nur die reine Produktion von Nachkommen. Ganz davon abgesehen, dass Homosexuelle bisher dahingehend ergebnislos trainiert haben. Weltmeister beim Sex sind angeblich die Griechen – natürlich, wenn man im Land der halbnackten Götter lebt – die im Jahr durchschnittlich 164 Mal ins Bett miteinander steigen. 

 

„Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt!“

Aber überall wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Eine allseits bekannte Kartoffelchips Marke wirbt ja passenderweise mit dem Slogan „Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt!“. Diesen gesteigerten Sexualtrieb bezeichnet man als Hypersexualität. Eine Sucht nach häufigem Geschlechtsverkehr und die Abhängigkeit von sexueller Befriedigung. Nun geht man aus Spaß sicherlich leicht mit der Formulierung „sexsüchtig“ um, wenn ein Kumpel mal wieder prahlt, welche und wie viele Eroberungen er am Wochenende gemacht hat. Aber bei der Definition der Sucht sind einige Symptome entscheidend: Der Psychologe Christian Schulte-Cloos definiert diese Form der nichtstofflichen Süchte als „[...] ein außer Kontrolle geratenes Verhalten, das einhergeht mit den klassischen Anzeichen für Sucht – Besessenheit, Machtlosigkeit und die Benutzung von Sex als Schmerzmittel“. 

 

Bist du auch sexsüchtig?

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Die Diagnose einer Sexsucht ist auch unter Experten nicht so einfach. Wer wäre wohl alles sexsüchtig, wenn es nach der plumpen Definition des Psychiaters Martin Kafka geht, der einen Patienten, der über einen Zeitraum von sechs Monaten wöchentlich mindestens sieben Orgasmen haben und sich täglich „ein bis zwei Stunden mit solchen Aktivitäten beschäftige“ als krankhaft bezeichnete. Entscheidend ist für die Einstufung, dass die sexuellen Phantasien und Verhaltensweisen so viel Raum einnehmen, dass die Betroffenen für nichtsexuelle Aktivitäten kaum noch Zeit finden. Aus der Sex-Sucht entsteht ein Leidensdruck, der sich auf den normalen Alltag erheblich auswirkt.  

 

Wir leben in einer sexualisierten Gesellschaft

Für zwanghafte Beischläfer sind sämtliche kleinen Reize, die sie mit Sex verbinden, bereits wie der erste Schluck Schnaps für den Alkoholiker. Generell leben wir in einer total sexualisierten Gesellschaft, denn Sex ist im Alltag ständig allgegenwärtig: Nackte Brüste schon im Mittagsprogramm im TV, Online-Erotikangebote für alle frei zugänglich und das Thema Sex als Omnipräsenz in der Werbung. Die Reize aus unserer Umwelt sind so zahlreich und in zunehmendem Maße erotisierend, dass es nicht verwunderlich ist, dass Mann am Tag annähernd 20 Mal erotische Phantasien hat. 

 

Ist Sexsucht gefährlich?

Sexsucht ist eine psychische Störung und sie sie weist trotz Diagnose-Schwierigkeiten wiederkehrende Muster bei den Betroffenen auf. Für Erkrankte kann es in besonderen Stresssituationen zu einem Wunsch nach Sex kommen, um ein gewisses Unwohlsein abzubauen. Es ist zu vergleichen mit der Einnahme von Aspirin bei Kopfschmerzen. Der Drang kann so stark sein, dass man bei einer Sexsucht dem Trieb nicht widerstehen kann und der Alltagsablauf empfindlich gestört wird. Allerdings führt Sex beispielsweise nicht zu physischen Entzugssymptomen, anders als beim Alkohol. Es gibt sogar prominente Beispiele, die öffentlich zugaben, dass sie an einer Sexsucht leiden: Tiger Woods, Jesse James oder Arnold Schwarzenegger. Die Geschichten dieser berühmten Personen zeigen, wie die Sucht ihr soziales Leben und nicht selten auch den beruflichen Erfolg zerstört. 

 

Ab wann ist man sexsüchtig?

Sexsucht ist nicht über die Anzahl (Quantität) der Sexualkontakte zu bestimmen, sondern vielmehr über die Qualität. Es gibt drei Hauptmerkmale, wie sich Sexsucht bemerkbar macht: Eines ist die von den Patienten selbst als zwanghaft erlebte Selbstbefriedigung. Bei über 70 Prozent der Betroffenen macht die Masturbation den größten Teil der sexuellen Aktivität aus. Also Sexsucht muss man nicht immer in interaktiven Kontakten mit anderen Personen ausleben. Das zweite Kennzeichen ist eine erhöhte Promiskuität, also ein häufiger Wechsel von Sexpartnern. Das dritte Merkmal ist der Pornografie-Missbrauch. Viele, die diese drei Anzeichen lesen, werden sicherlich denken, dass sie gefährdet sein könnten, aber ausschlaggebend ist die Frage, wie sehr man seinen Trieb unter Kontrolle hat. Der Grund für diese Erkrankung ist wohl eine Kombination aus einer Verhaltenssucht, einer Zwangsstörung und einem Defekt der Impulsbeherrschung.

 

Partnerschaften stehen vor extremen Problemen bei einer Sexsucht

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Die Auswirkungen auf das Leben von Sexsüchtigen können vielseitig und sehr unterschiedlich sein. Häufig verschulden sie sich maßlos und oft werden sie auch depressiv. Partnerschaftskonflikte sind vorprogrammiert, wenn der Partner nicht schon von Anfang an von dieser Erkrankung weiß. Zuhause wird mit dem Partner „Blümchensex“ betrieben und die sexuell ausgefallenen Wünsche werden erst übers Internet oder gar mit Affären und käuflichem Sex befriedigt. Wichtig ist es, sich bei den leisen Anzeichen einer Sucht in psychotherapeutischer oder medikamentöser Behandlung zu begeben, bevor das Leben allzu stark beeinträchtigt wird. 

 

Wie sieht eine Sexsucht-Therapie aus?

Der erste Weg zur Besserung, ist wie immer die Einsicht. Den Betroffenen muss überhaupt erst bewusst sein, dass sie ein Problem haben und Hilfe brauchen. Die Behandlung von Hypersexualität besteht zum größten Teil aus einer Verhaltenstherapie, aber die Medizin steckt in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen. Die Therapie soll helfen, dass Sexsüchtige ihre Impulse besser regulieren und steuern können. Probleme werden nicht durch Sex gelöst – eine simple Erkenntnis, die für Erkrankte meist nicht mehr greifbar ist. Die Patienten sollen nicht zur Abstinenz erzogen werden, eher soll der kontrollierte Sex-Konsum in den Fokus rutschen. Viel Sex ist ja auch noch nicht gleich ein Indiz für ein krankhaftes Verhalten. Deshalb können wir auch weiterhin unbesorgt die Lust an der Liebe genießen. Wie Lilo Wanders immer so schön zu sagen pflegte: „Öffnet die Herzen und herzt die Öffnungen“.

 

Wie viel Sex ist okay? Ab wann ist man sexsüchtig? Teile uns deine Gedanken in den Kommentaren mit.


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14 Kommentare

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Kläuschen669

Geschrieben · Melden

Hey, junger Mann du siehst nicht schlecht aus, aber Sex ist Sex. Drehe dich nicht weg Sex macht Spaß und ist eine tolle Sache. lieber würde mir Gefallen wenn Du mir in meine Augen schaust und du dich nicht weg drehst.Liebe Herzliche Grüße

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altes_eisen

Geschrieben · Melden

der boy gefällt mir, meine sehnsucht nach einem rothaarigen wird mit diesem burschen enorm stimuliert..

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ozymandias968

Geschrieben · Melden

Du glücklicher,hier im Norden ist Sex-Brachland.Und Onanie zählt nicht,oder?

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geil54

Geschrieben · Melden

jeder hat so seine vorstellungen was er tun möchte. mich befriedigt sex immer unheimlich und ich möchte es auch so oft wie überhaupt möglich haben

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S-H-Biker

Geschrieben · Melden

Warum sollte man sexsüchtig sein, nur weil mal es täglich macht? Wer legt einen "Standard" fest, was normal und was süchtig ist? Werde ich krank, nur weil ich täglich Sex möchte? NEIN.

Männer macht euch keine Gedanken, wenn ihr täglich etwas Gutes tut ;-)

 

 

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micha4569

Geschrieben · Melden

ich finde das auch keine sucht wenn man täglich sex hat oder will.

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Heymann540

Geschrieben · Melden

Ist nicht alles Sucht wir sind Menschen keine Roboter ,das muss raus ,ich finde es Normal.

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KleinerNick

Geschrieben · Melden

164 Mal Sex im Jahr, wtf. 
Jeden zweiten Tag, das ist mal sportlich würd ich sagen. 

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Sixtieniner

Geschrieben · Melden

Ja, ja, auch ich bin süchtig. Bin aber jetzt auf Entzug mit Viagra....

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janandy

Geschrieben · Melden

Ist man nicht süchtig, wenn ohne den Suchtstoff Entzug auftritt und wenn man seinen Alltag vernachlässigt?

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chinesepablo

Geschrieben · Melden

Zu viel Libido :^)

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taras538

Geschrieben · Melden

ach ja sex sucht...jeden tag

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97mmmStute

Geschrieben · Melden

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. . . eher soll der kontrollierte Sex-Konsum in den Fokus rutschen.

Ich glaub, ich bin süchtig, noch jemand Sex-süchtig (Raum97,,,)?

Dann laß es uns kontrolliert tun !  ...bedeutet dann wie oft täglich ?

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kamftiger

Geschrieben · Melden

Ist und was schönes

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