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tmur

Bi-Männer und Depressions-Phasen

Empfohlener Beitrag

tmur
Geschrieben (bearbeitet)

Wie gehen Bi-Männer mit einer Depri-Krise um?
Das homosexuelle Menschen einem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sind, liegt klar auf der Hand. Die Rate der Depressionserkrankten ist enorm hoch. İmmer noch ist die Beziehung von einem Mann zu einem Mann in der sogenannten “aufgeklärten Gesellschaft” verpönt. Schnell sind soziale Barrieren da. Deshalb leben Schwule vor Nachbarn und Kollegen in einem Spannungsfeld zwischen Verschweigen und getrantem “normalo” Leben.
Eine weitere Gruppe, die es schwer trifft, sind diese Männer, die sowohl Frauen als auch Männer lieben. Hier zeigen sich gleich zwei Hürden, die sie bewältigen müssen:


  • Zum Einen hat die Partnerin oft absolut keinen Schimmer von den (geheimen) Neigungen ihres Freundes oder Ehemanns. Würde sie davon erfahren, viele sie aller Wahrscheinlichkeit nach aus allen Wolken und eine Welt würde zusammenbrechen.

  • Zum Anderen pochen im Körper des bisexuellen Mannes zwei Herzen. Die möchten befriedigt werden, denn der Mann besteht ja nicht nur aus Penis allein.


Bei mir ist es so, dass ich mich im Bauch und im Herzen mehr zu Frauen angezogen fühle. Ab dem Bauchnabel liebe ich die sexuelle Liebkosung von oder für einen Mann. Genau das Verständnis für dieses Feeling spreche ich nämlich den Frauen ab. İm Gegenteil. İhr “senkrechtes Lächeln” krallt sich zusammen und beisst wie ein bezahnter Mund an meinem Körper. Für mich eher ein unangenehmer Gedanke.
Nach meiner Erfahrung damit, spiegelt sich da auch in einer sehr verworrenen Beziehung wider. Meine Frage jetzt in die Runde:
-gibt es hier Bi-Männer, die über ihre Erlebnisse diskutieren möchten?

- Was habt ihr erlebt und vor Allem: wie geht ihr mit der Differenz um?

- Wie schafft ihr den Bogen zwischen “Normalo” und Teil-Schwuler?

- Wie oft ward ihr deshalb schon einmal in einer Depri-Krise und gab es sie dann überhaupt?

Bin auf Eure Kommentare gespannt

Tmur


bearbeitet von Topi
*Titel der Fragestellung angepasst*
hawaii
Geschrieben

Ich kann mich dem nur anschliessen.
Du hast es generell auf den Punkt gebracht.
Ich hätte es nicht besser sagen können.
Schade dass es immer noch +/- ein Tabu in unserer aufgeklärten und lieberalen Gesellschaft ist....


hawaii
Geschrieben

Ich bin jetzt nicht betroffen von der Deppresions-Phase aber kenne auch die Problematik von einigen.


tmur
Geschrieben

Da muss ich mich doch schon sehr wundern: entweder gibt es keine Bi-Männer hier oder alles sind super glücklich mit ihrem Leben. Aber das kann ich nicht glauben. Klar, gays haben ihre Kiste zu tragen. Bi-Männer haben, wie gesagt, zwei Hürden zu überwinden. Wo sind sie denn, die Glücklichen, die Zweifler oder die Zwangsverstecker - oder traut İhr Euch nicht an einer solchen Unterhaltung teilzunehmen? İn diesem Forum hat man jetzt die Möglichkeit, sich anonym aber offen auszutauschen und keiner geht hin. Seltsam.


Sauger1965
Geschrieben

Ich glaube das hat was mit der Einstellung zu tun. Ich denke ich bin ein Stückweit Sexsüchtig. Da ist meine Sucht größer wie mein schlechtes Gewissen. Ich bekomme von meiner Lebensgefährtin so alle 3 Wochen das was ich mir von einer Frau wünsche, Onanieren ist tägliches Programm und meine Lust auf einen Mann, wird so alle 1 - 2 Wochen erfüllt. Mein Kopf und mein Herz gehört natürlich meiner Familie. Meine Sexualität gehört ganz allein mir, und ich entscheide wie ich diese auslebe. Von daher von Depressionen ganz weit entfernt!!!


Geschrieben

Ich bin zwar kein Bi-Mann, aber habe schon von so vielen den Eindruck gewonnen, dass sie es satt haben, von schwulen oder heterosexuellen, selbsternannten Moral-Aposteln ständig damit beworfen zu werden, ihre Frau / Freundin überhaupt, endlos oder auch gewissenlos zu betrügen und anzulügen, wenn sie sich nicht zu 'outen' entschließen.
Sondern ihr Familienleben so beibehalten, vielleicht ja auch aus Bedenken, alles zu verlieren, wenn die Frau davon erfährt, oder die Kinder.
Diese undurchdacht hin geworfenen Streitthemen entstehen immer wieder auf Foren und auch in Chats, schon so oft beobachtet. Ungeouted lebenden Schwulen ergeht es da nicht besser.
Wer Privatsphären behält oder getrennt von einander bewahrt, wird als beinahe Bösewicht traktiert und oft noch abgewertet. Dabei möchte ich nicht wissen, wie viele nicht Bisexuelle Intimbekanntschaften haben, oder Abenteuer, ohne dass ihr hetero /homo-Partner*in davon wissen.

Vielleicht haben die Bi-Männer keinen Bock mehr, von sich und ihrem Leben zu berichten, und sich da laufend als Lügner oder Betrüger fertig machen zu lassen?
Wäre mal eine Vermutung.

Über Depressionen offen zu sprechen, ist in unserer Vergnügungs- und Positivierungsgesellschaft ein weiteres Riesenproblem, unabhängig von den Gründen. Weil Menschen mit Depression immer noch nicht überall ernstgenommen und auch nicht großartig berücksichtigt werden. Einfachere Gemüter lachen das noch weg, tun so, als sei das eine Frage der Einstellung zum Leben und der unumstößlichen Härte des Muster-Manns von Kerl.
Die Erwartungshaltung ist ja, und wird gar von der medizinischen Garde unterstützt, dass ein Mensch immer zu wenigstens 120% zu funktionieren hat, jederzeit gut gelaunt zu sein hat, und Probleme an der Garderobe zuhause hängen lassen soll, oder beim Therapeuten abladen. Mit der Frau besprechen, ect.

Wer gibt daher schon gerne zu, depressive Phasen zu durchleben, oder sogar mit Depression zu leben? Sogar an Foren, wo es hauptsächlich um Depression geht, lesen viele erst monatelang mit, bevor sie was dazu schreiben.


Geschrieben

Hallo!
Glaube,es gibt eine Menge bisexuelle Männer im Chat,die genau wie Sie empfinden.
Ich zähle mich auch dazu,bin promiskuitiv veranlagt, "es ist oft ein Schreien der Verzweiflung!"
Das eine reicht nicht und das andere bringt es nicht,irgendwie eine Ambivalenz der Geschlechterwahl.
Ich hatte im letzten Monat dazu im Forum:"Was reizt am gleichen Geschlecht?"geschrieben.
Depressive Phasen,durchzogen mit Euphorie,irgendwie ein Leben in einer Spirale der Unzufriedenheit .


tmur
Geschrieben

Danke für Eure Posts, die mir zeigen, dass ich dann doch nicht allein auf weiter Flur stehe. Die Vermutung von "Kiel-oben" ist eine Überlegung wert. Aber ist denn dieses Forum nicht genau dafür geschaffen worden, dass gerade Homo / Bi orientierte offen darüber schreiben können. Wo denn sonst kann man sich austauschen und durch Erfahrungen anderer lernen, als hier. Und wenn einer "von uns" anfängt mit Krumen zu schmeissen, dann kann bei diesen Menschen sicher auch nicht alles im Reinen sein. Fühlen sie sich ertappt und wollen von der eigenen Verunsicherung ablenken?

Auf jeden Fall ist es schwer, sich in der leistungsorientierten Sozialordnung zurechtzufinden. Einerseits gibt es da eine "Karriere zum Wohle der vor langer Zeit gegründeten Familie". Nach zig Ehejahren und Kindern besteht eine gewisse Verantwortung. Man lebt schliesslich nicht alleine. Zum Anderen beschleicht einen immer wieder das beklemmende Gefühl, wie es "Soraya" treffend beschrieben hat: die nicht endende Spirale der Unzufriedenheit, was in meinem Fall nach 20 Jahren zum Supercrash führte (Totalverlust).

Bei meinem 2. Versuch (zum Glück ohne Schein und weitere Kinder) spitzte sich die Lage nach 18 Jahren zu. Sicher ein Erbe dieser Unzufriedenheit. Der eine Teil in mir fühlt sich zum anderen Geschlecht angezogen. Doch war man einmal mit mit einer Frau zusammen, sehen viel (nicht alle) den Partner als "Besitz" an. Geringe Abweichungen, die nicht ihrem İdeal entsprechen, sind dann schnell eine Katastrophe. Dann ist es dann schon sehr hart nach 18 Jahren von heute auf morgen den Laufpass zu bekommen. Genau diese Seite der Fauen mag ich nicht. Sie sind wie die Spinnen: wickeln ein, turteln, schmeissen mit ihren Reizen um sich und beissen dann (fast ohne Grund) zu. Sie entziehen den Nährboden der Partnerschaft.

Das ist auch mit einer der Gründe, warum ich eine Partnerschaft unter Männern bevorzuge. Das gegenseitige feeling für Körper, Geist und Seele ist nun mal anders gestrickt. Nach meiner Erfahrung kracht es auch bei Homo-Partnerschaften - sicher. Doch oft habe ich gehört, dass das Gewitter kurz aber heftig war, reinigend und ohne zerstörerischer Kraft. Nun stehe ich vor dem zweiten Trümmerhaufen. Immerhin bin ich in der Türkei Ausländer mit geringen Rechten. Da sind die weiteren Aussichten zunächst einmal wenig mit Rosen geschmückt. Da ist die Depri-Schwelle schnell erreicht.


Miko1962
Geschrieben

Ich bin zwar Bi aber Depressionen habe ich noch nie gehabt, und seit dem meine Frau von mir weiß ist die Gefahr welche zu bekommen deutlich gesunken.
Von daher bi ich in sachen Bi ganz entspannt.


tmur
Geschrieben

Welch ein glücklicher Mensch Du sein must. Selten dass es so tollerante Frauen gibt.


chrissy1234567890
Geschrieben

da kann ich mich leider nur anschliessen. obwohl ich es sehr schade finde


bekadi
Geschrieben

Habe nur kurz überflogen, was hier alles so steht und möchte nur einen kleinen Kommentar dazu abgeben; ja, ich bin bi und schon über 40 Jahre verheiratet, der Familie gegenüber geoutet. Habe aber sehr harte durch seelische Probleme verursachte Zeiten erlebt und diese Anfangs durch Pillen bekämpfen müssen, bis ich einen Arzt in der Schmerztherapie fand, der sich mit mir auseiander setzte, mir Wege aus der seelischen Klemme zeigte. Ich bewundere jeden, der mit der Bi Situation ohne Probleme zurecht kommt und frage mich dann aber wiederum; bin ich zu weich, zeige ich zu viel Gefühle meinen nächsten Gegenüber? Oder war mein "Fehler" mich in einen Mann zu verlieben?? Ich wünsche jedoch keinem, wirklich das alles durchmachen zu müssen! Lieber schwul oder hetero!


tmur
Geschrieben

Besser kann ich das dann nicht mehr ausdrücken, was bekadi da schreibt. Genau in einer solchen Klemme stecke ich gerade.


bekadi
Geschrieben

ich hoffe und wünsche dir, dass du es schaffst, zufrieden aus der Situation heraus zu kommen!


tanne
Geschrieben

da kann man wohl froh sein das man schwul ist-------spaß bei seite auch hetros werden stress haben,überhaupt wenn mehr wie 2 partner im spiel sind


Geschrieben

Als Schwuler hat man ja auch solche Phasen, wo man sich überlegt, wäre es nicht besser gewesen, hetero geboren worden zu sein, oder gar nichts, neutral, ohne Partner-Interessen.

Aber bei Bi scheint es eine innere Zerrissenheit zu sein, oder ein konstantes Hin und Her der 2 Herzen, und dass so etwas eine doppelte Belastung werden kann, ist ja logisch. Da können wir als nur "Eins-Gepolte" gar nicht so richtig rein loten.


Geschrieben

Manchmal verdrängt Mann, unbewußt, das Er 'bi' ist bis Er sein partnerin veloren hat. Dann ist der depression schon da. Es dauert manchmal jahren bis er alles begreift und dann fängt der einsamkeit an.


tmur
Geschrieben

Du schreibst, dass Du eine Hilfe hattest, um aus der Klemme herauszukommen. Kannst Du mir da ein paar Tipps von abgeben? Evtl per PN? Oder sind sie so öffentlich, dass alle etwas davon haben, die "in Not" sind.


bekadi
Geschrieben

schreibe mich einfach einmal an, ich konnte es im Moment nicht, hast eine Blockade eingerichtet.
LG


tmur
Geschrieben

PN habe ich versucht. Hast aber auch einen Filter aktiviert. İch habe alle Filter deaktiviert.



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