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Love-Parade am Ende ?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

15 Tote, 80 Schwerverletzte und mehrere Dutzend Verletzte, die traurige Bilanz einer ungezwungenen Party. Eine Massenpanik an einem Tunnel hat zu dieser schrecklichen Bilanz geführt.
Ist das nun das Ende der Love-Parade ?
Es wäre schön, wenn über dieses schreckliche Ende in diesem Forum vernünftig diskutiert wird. Also lasst mal bitte
eure Meinungen dazu hören.


boldt
Geschrieben

Im Moment läufen gerade Berichte im ZDFund WDR dazu.
Danach haben die für die Sicherheit verantwortlichen Leute versucht, den Tunnel (zentralen Zugang zum Gelände) nicht zu voll werden zu lassen und haben deshalb den Zugang gedrosselt. Einige wollten wohl nicht länger darauf warten eingelassen zu werden und haben deshalb versucht, auf anderem Wege zur Party zu kommen. Dabei sind sie auf die Wartenden hinab gestürzt und haben dadurch die Panik im Tunnel ausgelöst.
Ich glaube nicht, dass das das Ende der Love-Parade ist.
So etwas kann auch bei anderen Veranstaltungen, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, passieren.


Geschrieben

@boldt: problematisch ist es, dass das Gelände nicht für diese Masse an Menschen vorgesehen ist. Die Experten haben schon vorher "Bauchschmerzen " gehabt, da es zu diesem Gelände nur diesen Zugang gibt. Es ist halt das Problem, dass es in Duisburg ein geschlossenes Gelände ist, wo sich die Menschenmassen nicht so verteilen können, wie es in Berlin möglich war.


Geschrieben

Da ich selbst aus Duisburg stamme, erfüllt das tragische Geschehen mich mit Trauer und Verzweifelung.
Was bringt es nach den Schuldigen und Verantwortlichen zu suchen?
Bei Toten gibt es keine Wiedergutmachung.
Ich kann im Moment nur weinen.


Geschrieben

Eine sofortige Beendigung dieser jetzigen Veranstaltung wäre wohl selbverständlich, ist hoffentlich auch passiert?
Eine Neuauflage in verbesserter Form, auf offenem Terrain wär die nächsten Jahre besser.
Es sind wieder mal Tote und Verletzte beklagt worden, die so nicht hätten sein müssen.
Wichtig ist, das man generell für solche kann man ja schon sagen Massenevents ordentliche Planungen trifft, welche bestmögliche Sicherheit der Besucher ermöglichen und vor allem auch auf unerwartete Besucherzahlen reagieren kann.
Das wäre dann aber wohl nicht nur rein kommerziell zu bewerkstelligen, sondern bindet dann die auch die offiziellen Kräfte eines ganzen Bundeslandes=völlig neue Dimensionen.


Misterpbx
Geschrieben

Leute ganz ehrlich, die ganze mediale Aufbauschpolitik muss nicht auch noch hier eingebracht werden. Die Sündenbocksucherei ist absolut fehl am Platz. Der Veranstalter hat alles richtig gemacht. Fehlverhalten liegt an denjenigen vor, die "dumm genug" waren, an den Absperrungspfeiler hochzuklettern. Wenn die deutsche Wirtschaft Waffen exportiert, die mehrere hundert Menschen das Leben kosten, gibt es von politischer Seite her keine Trauerfeier. Aber wehe, bei einer Veranstaltung, dessen verschulden nicht einmal vom Veranstalter her verursacht wurde, mischt sich die Politik wieder ein. Ich finde es eine Sauerei, wie die Politik die eigenen Probleme von der Bevölkerung ablenkt.


HaJo
Geschrieben

@Misterpbx:
Sorry, aber zu sagen "selbst schuld" oder "dumm genug" finde ich dann doch etwas daneben.
Eine solche Massenveranstaltung in einem "Käfig" auszurichten, aus dem es ausser einem einzigen Tunnel keinen Ausweg gibt ist völlig hirnrissig und hätte so niemals genehmigt werden dürfen. Wenn über eine Million Menschen auf so engem Raum zusammenkommen ist mit allem zu rechnen. Eine Panik entsteht schneller als man vermuten mag und so kann aus einem harmlosen Anlass durch eine Kettenreaktion eine Katastrophe entstehen.

Nur mal angenommen ( ein fiktives Szenario ):
Irgend ein Raver zündet in der Menge einen Knallkörper, nur so zum Spass, zehn Meter weiter schreit jemand auf weil er sich erschreckt hat und ruft "da schiesst jemand" - Schon ist eine potentielle Massenpanik initiiert.

Es gibt genügend traurige Beispiele wo viele Menschen bei Massenpaniken z.B. in Fussballstadien zu Tode gekommen sind, und aus gutem Grund werden neu erbaute Stadien nur dann für das Publikum freigegeben, wenn die Sicherheitsstandards erfüllt sind, und es genügend Fluchtwege und Evakuierungspläne gibt. Verursacht wurde die Panik natürlich nicht durch den Veranstalter, dennoch trifft ihn die Verantwortung für die absolut unzureichenden Sicherheitsmassnahmen.


Geschrieben

@Misterpbx:
Was muss denn deiner Meinung nach erst passieren, damit man den Veranstalter bzw die Gemehmigungsbehörden zur Rechenschaft ziehen kann ? Mittlerweile 19 Tote und über 300 Verletzte dürften doch wohl reichen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Eine Verantstaltung auf einer Dorfkirmes bekommt höhere Sicherheitsauflagen auferlegt, damit ein gemütlicher Abend im Festzelt durchgeführt werden kann.
Deinen Beitrag über die deutsche Rüstungsindustrie finde ich hier doch mehr als unterirdisch daneben gegriffen und echt geschmacklos. Damit solltest du dich doch besser an den Hindukush-Thread halten, da bist du damit besser aufgehoben.
Für dich hoffe ich, dass du, wo auch immer du eine Großveranstaltung besuchst, solche Szenarien nicht erleben darfst.


Misterpbx
Geschrieben

Und hier fehlen schon wieder einmal einmal wichtige Details. Es ist richtig, daß über eine Million Menschen auf engem Raum eingepfercht wurden. Es ist falsch, daß genau deshalb die Todesfälle und Verletzten entstanden sind. Denn die waren nicht am Austragungsort, sondern auserhalb. Und weshalb? Da der Krisenstab die Notausgänge am Austragungsort nicht als Normalausgänge verwenden wollte. Der Tunnel ist als Eingang gedacht gewesen und bis zu den Unglücken dürfte niemand auf die Autobahn ausweichen, da es ebenfalls nur für den Notfall gedacht war. Und bis diese geöffnet wurden, war ohnehin alles schon fast zu spät. Im Tunnel selbst ist ebenfalls nicht das Unglück passiert. Der Tunnel selbst ist nicht der einzige Ausweg, ebenfalls eine falsche Tatsache. Von den Sichherheitsstandards ist ebenfalls alles eingehalten worden. Was die MAssenpanik anbelangt, dafür gibt es keine Sicherheitstandards, da bei solchen Dimensionen niemals etwas richtig sein und eingehalten werden kann. Und wir müssen um Himmelswillen froh sein, daß nicht mehr passiert ist. Überlegt doch mal generell was überhaupt 1400000 Menschen sind. Ein Passagierflugzeug stürzt mit einer Anzahl zwischen 120-360 Passagieren ab und deren Überlebenden sind weitaus geringer. Und selbst dabei gibt es Sicherheitstandards. Bei der Masse einer Großveranstaltung dürfen wir dankbar sein, daß nicht mehr passiert ist und ich gehe davon aus, daß es den Sicherheitstandards zu verdanken ist. Einfach ein bischen mehr Realismus wäre nett.
Und wenn ich nocheinmal ein @xyz lese, dann schreibt denjenigen persönlich an oder bleibt allgemein meine Herren. Und das gilt nicht nur hier in diesem Thread.


Libra
Geschrieben

Wie kann man auch eine derartige Veranstaltung in einer Stadt wie Duisburg ausrichten? Bei fast dreimal sovielen Besuchern wie Einwohnern stellt sich mir doch die Frage, warum die Organisatoren das überhaupt zugelassen haben. In Wuppertal wäre die Schwebebahn abgestürzt :P
Misterpbx hat es schon richtig angeführt, dass bei einem derartigen Menschenaufkommen keine effektive Sicherheit gewährleistet werden kann. Ebensogut könnte man das Oktoberfest nach Hirschhausen verlagern. Der Veranstalter hat demnach alles richtig gemacht @Misterpbx? Die Schuld kannst Du nicht einfach dem Herdentier Mensch anlasten, vielmehr ist der Initiator oder "Hirte" dafür zur Rechenschaft zu ziehen.


Libra
Geschrieben

@Misterpbx: Noch nachgereicht die Frage, wie Du zu solch absurden Vergleichen mit der Rüstungsindustrie oder Flugzeugabstürzen kommst. Was bitte hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Derartige Metaphern würden mir in dem Zusammenhang nie in den Sinn kommen. Vom politischen Standpunkt aus dienen solche Events der Ablenkung und Unterhaltung. Das braucht das Volk auch. Dafür gibt es ja schließlich einen nicht zu verachtenden Industriezweig. Allerdings führt das jetzt auch zu weit.
Letztendlich hat die Veranstaltung Loveparade in Duisburg einen dauerhaften Imageschaden verursacht und das kann nicht wegdiskutiert werden.

Geschrieben

Unverantwortlich kann ich nur sagen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die Zeit alle Wunden heilt. Im Ausland geht die Love-Parade weiter.


Geschrieben

Hallo Domprobst,

da muss ich Dir aber ernsthaft widersprechen. Es darf kein Vergessen geben.
Das haben die unschuldigen Opfer nicht verdient.
Ich glaube auch nicht, dass die Loveparade so ohne weiteres im Ausland weitergeht.
Menschen wollen Events auf denen sie fröhlich sein können und keine Angst vor einem Unglück haben müssen.
Darum müssen die Verantwortlichen herangezogen werden, damit die Angehörigen der Opfer in ihrer Trauer Genugtuung erfahren. Aber auch, dass nicht aus reinem Gewinnstreben auf Sorgfalt und notwendige Sicherheitsmassnahmen verzichtet wird.


HaJo
Geschrieben

Und noch einmal:
Das Verhalten der Veranstalter ist absolut unverantwortlich und nicht entschuldbar.
Bereits vor der Veranstaltung wurden von Experten bereits Sicherheitsbedenken geäußert und vor den unzureichenden Sicherheismaßnahmen gewarnt. Das Gelände hatte nur diesen einzigen Zugang durch den Tunnel, für eine solche Menschenmenge völlig unzureichend. Ein völlig beklopptes Konzept, welches eine Katastrophe nahezu vorprogrammiert. Es ist ein großes Glück daß es nur 19 Tote gab, es hätte sehr viel schlimmer ausgehen können:

Die ZEIT ONLINE schreibt dazu:




Wegen des komplizierten Zugangs durch Unterführungen zu dem abgeschlossenen Gelände zwischen einer Autobahn und Bahngleisen hatten Experten bereits vor der Technoparade Bedenken am Sicherheitskonzept geäußert.




Der für Deutschland zur Zeit führende Konzertveranstalter Martek Lieberberg nannte das Konzept mit einem einzigen Ein- und Ausgang eine "Todesfalle", sprach von "Profilierungssucht der Stadt Duisburg" und einer "amateurhafte Organisation", und äusserte sich in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG
über die Veranstalter wie folgt:




"Das war keine höhere Gewalt wie ein Treppeneinsturz oder ein Unwetter, sondern das Ergebnis eines verhängnisvollen Zusammenwirkens von völlig überforderten Behörden und inkompetenten Organisatoren, die weder mit derartigen Großveranstaltungen vertraut noch in der Lage waren, auf Notsituationen zu reagieren"




Weitere Presseberichte über die Katastrophe von Duisburg:
SPIEGEL ONLINE - WELT ONLINE - FAZ


boldt
Geschrieben

Überforderte Behörden; inkompetente Organisatoren, profilierungssüchtige Stadt Duisburg - ob dies den Besuchern der Love-Parade vor ihrem Besuch bekannt bzw. bewußt war?


Geschrieben

Die Loveparade hätte in Berlin bleiben sollen!!!!!!!


Geschrieben

Ich hoffe, das ist nicht das Ende der Love Parade, sondern das Ende schlechter, gefährlicher Organisation von Massen-Events.


Geschrieben

der veranstalter ist meiner meinung nach regelrecht verbrecherisch vorgegangen
so mit der haltung, " na, wird schon gut gehen"
der bürgermeister ist ja wohl die feigheit in person, doch er braucht tatsächlich nicht zu wissen wie so eine großveranstaltung geht
der veranstalter ist und bleibt der verantwortliche, er war derjenige der private sicherheitskräfte reduziert hat
kosten sparen wollte und wohl gehofft hat die polizei würde es wohl regeln
klar betont dieser mistkerl jetzt das alles noch geprüft werden muss
tja, wird es wohl und er fährt hoffentlich wegen fahrlässiger tötung in 21 fällen ein
wenn nicht sollten demos veranstaltet werden
ja! klar die loveparade hätte unbedingt in berlin bleiben müssen


Geschrieben

Demos gegen Richterurteile bringt nix. Demos kann man machen für Gesetzgebung, also Legislative. Aber Richter setzen die Gesetze ja nur um, mal besser, mal schlechter. Dann besser Fahrgeld sparen und sammeln für Berufungsklage.


EFspargel
Geschrieben

Die Stadt Duisburg hat sich durch diese Großveranstaltung Ruhm, Glanz und Umsatz versprochen. Leider geht man nun über Leichen, weil Kontrollen durch die Behörden nur unzureichend durchgeführt wurden. Einen einzelnen jetzt die Schuld zu geben wäre unangemessen. Gedenkt den Opfern und spendet euren Trost den Angehörigen. Ende


Geschrieben

Flugshow Rammstein, ICE-Unglück bei Eschede, Flughafenbrand Düsseldorf: bei all diesen Unglücksfällen hat es zwar einige Untersuchungen gegeben, doch die dafür Schuldigen wurden nie ermittelt bzw verurteilt. Genauso wird es mit dem Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg geschehen. Es wird viel Wind gemacht, um zum Schluss alle Ermittlungen im Sande verlaufen zu lassen


Geschrieben

und die die menschen sind gestorben in duisburg weil schaller wohl ein wenig größenwahnsinnig ist. sicherheitskonzepte gab es erst 2 tage vorm start, da war wohl nix mehr mit kritischer prüfung
der herr ist übrigens verunglückt, nur sein schickes auto ist hin. mir scheint er hat schon länger etwas den überblick verloren
ich ahne auch weshalb. größenwahn und desorientierung sind bekanntlich das übliche symptom einer hier nicht benannten substanz


Geschrieben

Es hätte ja auch die Möglichkeit gegeben, die Veranstaltung vor ihrem Start zu stoppen, doch hat sich für diese unpopuläre Entscheidung kein Vertreter der Entscheidungsträger hergeben wollen. Wenn im Vorfeld so viele Kritikpunkte vorhanden waren, wäre es doch ein Leichtes gewesen, das Gelände erst garnicht zu öffnen. Doch wie so oft wollte sich hier Niemand als Spassverderber beschimpfen lassen. Es bedarf schon ein gerüttelt Maß an Mut, seine Kritik auch mal so zu vertreten, dass das Ergebnis vielleicht nicht populär ist, aber wenigstens keine Toten als Ergebnis aufweist.


Geschrieben

Für jeden Versicherungsvertrag muß der Versicherungsfachmann ein Beratungsprotokoll schreiben. Das würde ich gerne mal sehen bezüglich der Veranstalter-Haftpflicht-Versicherung. Diese wurde, wie ich vernahm, über 7,5 Mio. Euro abgeschlossen. Da haben die meisten Einzelpersonen mehr (10 Mio.) Deckungssumme abgeschlossen.
Das heißt unter dem Strich gehen noch mehr Leute leer aus.


Libra
Geschrieben

Knapp ein Jahr nach dem Albtraum in Duisburg gibt es nun auf Spiegel ONLINE eine denkwürdige Doku.
"Wir haben die Leute in den Tod geschickt"
Mit einem, wie ich finde, sehenswerten Videospezial.


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