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Liebe versus Gewalt. Warum?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Man liest es in Profiltexten. In der neu eröffneten Schmuddel-Ecke ist es ziemlich vertreten, einige Stories und viele Fantasien handeln davon.

Man kommt sich als Mensch, der von Vorstellungen wie Augenhöhe, Romantik oder Zärtlichkeit geprägt ist, manchmal schon wie zu einer Minderheit gehörend vor, wenn viel um einen herum entweder hemmungslosen Sex oder irgendwelche gewaltträchtigen Ideen an sich verübt sehen wollen, oder diese anderen antun möchten. Der eine wünscht sich eine Art Missbrauch. Der andere möchte verhauen werden. Noch einer steht auf Erniedrigung, auf Demütigung, auf sonstwie Dinge, die eigentlich fürchterlich klingen. Die man unter „normalen“ Umständen doch nicht erleben möchte.

Gibt es so etwas wie eine S/M-Welle unter Schwulen, ist das da ausgeprägter als anderswo, oder haben diese Vorstellungen andere Gründe? Ist das eine Art modischer Trend? Oder wird da etwas losgelöst von jeder Kenntnis um seine Wirklichkeit erotisiert?

Für mich mutet das schlimm an, und es ist jedes Mal etwas grausam, solche Dinge in einem Profil zu lesen. Ich weiß nicht, wie man sich den dazugehörigen Menschen vorstellen soll.

Bin ich vielleicht einfach nur nicht up to date oder so etwas? Ist Liebe heute so mit gewaltsamen Fantasmen verstrickt, dass die früheren Vorstellungen von halbwegs harmonischem Zusammensein obsolet geworden sind?

Bin auf Erklärversuche gespannt.


S-H-Biker
Geschrieben

Du kennst sicherlich das älteste Gewerbe der Welt...ohne Frage, kennt jeder.

Zu Urzeiten gab schon Bordelle, wo „härterer Sex“ angeboten wurde, selbst ein Buch schreibt darüber ( Giovanni Boccaccio „Das Decameron“) mit zahlreichen Zeichnungen und zum ersten mal erschienen 1782.
Du siehst, Du brauchst also kein update.



cubafan
Geschrieben

Kiel_oben ... Nicht alle stehen auf Schmerz. Aber wenn man persönliche Gefühle nicht zulassen will, dann rutscht man in diese Schiene ab.


BillyBoyRuhr
Geschrieben

Das hat psychische Gründe. Wer als Big Mäc in der Firma andere oft erniedrigt, der will auch mal das Gegenteil kennenlernen.
Mit der sexuellen Ausrichtung hat das rein gar überhaupt nix zu tun - auch Heteros sind scharf auf SM, Bondage oder was weiß ich - der Thrill macht solche Sachen interessant.
Das ist bei gesunden Menschen auch schon alles. Bei psychisch Kranken sieht das zwar anders aus, aber ist ja kein Patienten-Board.


Geschrieben

Vielleicht bin ich zu zartbesaitet und gehe von der Basis aus, dass Liebe und Zärtlichkeit bzw. Sex etwas ist, das angenehm bis schön erfahrbar sein sollte.
Zusammengebunden sein, verhauen werden, andere demütigen oder roh behandeln habe ich da nie zugerechnet.

Zudem wundere ich mich, was man davon haben soll, zum Beispiel wie ein Stück Wild zusammengeknotet in einer Ecke zu hängen, außer vielleicht taube Glieder und einen Blut-Stau, wenn man Kopf nach unten da rumhängt. So kann man doch an nichts teilnehmen.

Über das Beispiel mit dem Big Boss erklärt, scheint es da also um Ausgleich zu gehen? Ist Radfahren oder Joggen dafür zu langweilig?


BillyBoyRuhr
Geschrieben

Das ist null psycho.
Ich habe auch ein Problem mit Gewalt, aber so ein wenig prickelnden Lustschweiß zu fühlen, kann schon ganz aufregend sein Viel wird auch in Filmen gezeigt, aber sonst kaum praktiziert.

Andererseits weiß ich nicht, was absolute MS-Fans nicht alles so brauchen. Ich weiß nur, dass es mal nen Prozeß gab, wo jemand grichtet wurde, der seinen Kumpel gegessen hat, weil der ihn um eben das gebeten hat. Nimm an, da war er noch nicht gar. Für so was hab ich kein Verständnis, aber es gibt auch Leute, die fühlen sich erst dann gesund, wenn man ihnen beide Beine amputiert.
Kann ich mir nicht vorstellen und finde, dass sind ales Fälle für nen Extrem-Shrink.
Dagegen sind so Sachen wie ein wenig Folter mit heißem Wachs und nem anständigen Stromstoß am Sack noch echt harmlos.
Find so was aber trotzdem voll ungeil.


Geschrieben

Ja, sowas wie beim so betitelten 'Kanibalen von Rotenburg'
( Armin Meiwes) ist definitiv Extrem-Shrink-verdächtig!

Aber selbst bei Stromstößen ect. fragt man sich, was hat das eigentlich mit Liebe zu tun.


BillyBoyRuhr
Geschrieben

Nachvollziehen kann ich das auch nicht.
Hatte aber auch mal ne Freundin, die darauf stand, hart zu ficken. Wenn die auf mir herumritt, fiel mir fast der Pimmel ab. Das tat richtig weh und mein kleiner Henry wollt ganz karnickel-like in die Bauchhöhle flüchten.


Geschrieben

Verstehen kann ich es auch nicht, sex ist für mich auch zärtlichkeit und romantik, ein wunderschönes erlebnis, aber jeden dass seine, wenn beide einverstanden sind, sollen sie es ausleben, wie gesagt, für mich wäre es absolut nichts


Roney
Geschrieben

Hallo Jungs,

vielleicht nicht in jeder Hinsicht, aber der Artikel könnte dazu beitragen, zu verstehen, warum einige doch eher die härtere Gangart bevorzugen:


"Chemsex vs. Blümchensex", zu finden im Gay.de Magazin.

Liebe Grüße,

Roney - Community Manager


Geschrieben

Danke @Roney für diesen dann im Nachhinein doch ja eher traurig stimmenden Einblick. Drogen und Drogensucht als Grund für exzessive Sehnsüchte bringt doch etwas Licht in diese Sache.

Dating-Appz für Schwule als Einzugsgebiet in eine Spirale aus Exzess und Gefühllosigkeit, oder auch Selbstbetäubung, ja Selbst-Vergewaltigung, das hätte ich mir nicht vorzustellen getraut.

Das betrifft offenbar auch eher die Kreise, in denen Liebe an sich eher nicht gewünscht wird. Wie ein so erfahrener Mann darauf reagieren würde, bekuschelt, lieb gestreichelt und gehalten zu werden, nachdem er aus der Abhängigkeit erst heraus gefunden hat, oder ob er das überhaupt spüren würde, gute Frage. Was ihm das geben könnte, vielleicht nur nichts.

Von der anderen Seite betrachtet schaut es so aus, als ob diese Männer sich leichtfertig selbst wegwerfen. Zuliebe der Drogen, zuliebe des Exzess, oder als Spielball des Lieblosen.

Geschrieben

Vor längerer Zeit gab es im Forum die Diskussion "Verstehen von Sadomaso möglich?". Sie ist mit meinem Profil verlinkt oder kann über die Suchfunktion aufgerufen werden.


Geschrieben

Danke für den Tipp. Scheint alles sehr ausholend, vielleicht hast Du mal Lust drauf, eine Zusammenfassung darauf hier einzubringen, die sich konkret auf S/M bezieht?

Schätze das allerdings so ein, dass es nur verstehen kann, wer da quasi drin steckt. Für jemand, der von außen drauf schaut, wird es befremdlich oder sonderbar aussehen. Das ist ja bereits bei "harmlosen" Bekleidungsfetischen so. Wer keinen Fetisch kennt, versteht es nicht.


Geschrieben

@ Kiel_oben, 12. 10. 2015, 1.12 Uhr

Ausholend war es auch deshalb, weil User Dinge verknüpfen, die nur bedingt miteinander zu tun haben.

Zusammenfassend kann ich sagen, das sich unerfüllte Sehnsucht nach Bewährung für eine bessere Welt und damit verbundene Kameradschaft auf der sadomasochistischen Spielebene ihr Ventil suchen kann. Ein so fühlender Masochist zum Beispiel, der sich auspeitschen lässt, wird sich bemühen, nicht zu schreien. Dabei orientiert er sich an seinen "echten" Vorbildern unter politischen Gefangenen, die versuchen, das Schreien zu unterdrücken, um ihre Mitgefangenen nicht noch zusätzlich zu ängstigen. Wer es dann schafft, Peitschenhiebe mit stumm zusammen gebissenen Zähnen oder einem leisen Stöhnen auszuhalten, wird dann auf der SM-Spielebene spiegelbildlich zu echten Situationen unter politischen Gefangenen gern ein paar anerkennende Worte über sein tapferes Verhalten hören, die Hand auf seinem Arm spüren wollen (wenn weniger zerschunden als die Schulter) oder eine behutsame Reinigung der Wunden (wenn nicht die harte Mehtode mit Salzabreibung zur Anwendung kommt, mit der zumindest in der Antike Peitschenhiebe desinfiziert wurden).


Geschrieben

Okay, ich denke, man kann das so ähnlich wie bei einem LARP oder Re-Enactment sehen, aber warum setzt sich jemand freiwillig Verletzungen bzw. erheblichem Schmerz aus? Das ist daran ja der unverständliche, weil nicht natürliche bzw. aus der allgemeinmenschlichen Sicht ungesunde Punkt.

Gibt es da so eine Art Märtyrer-Denken oder Schuld-Empfinden?


Geschrieben

@ Kiel_oben, 12. 10. 2015, 13.45 Uhr

Aus Termingründen (Politik) komme ich leider erst jetzt dazu, Deine Anfrage zu beantworten.

Gesund ist das bestimmt nicht. Das habe ich auch nie behauptet.

Trotzdem glaube ich, bisher verantwortungsvoll mit meiner Neigung umgegangen zu sein:

Zum einen habe ich persönliche Erfahrungen mit einer unfreiwilligen Auspeitschung mit Hosengürteln durch Mitschüler im Rahmen des jahrelangen Mobbings aus Hochbegabtenhaß, dem ich an der Schule ausgesetzt war. Durch meine offene Kritik an Fehlentwicklungen in der DDR war ich - ohne gegen den Sozialismus als Gesellschaftskonzeption zu sein - faktisch vogelfrei. "Ihr könnt mit dem machen, was Ihr wollt, bloss totschlagen dürft Ihr ihn nicht", so ein Stasi-Subjekt von "Lehrer". Ich habe ja an anderer Stelle bereits geschrieben, das ich nach meinem Coming Out mit Fitnesstraining begann. Eines Tages begegnete mir die Bande, in diesem Fall vier Mitschüler beim Joggen im Wald auf ihren Mopeds. Einer von denen verkündete sogleich, zu Hause etwas holen zu wollen, bei dem wir "mit unserem sportlich-geilen Professor viel Spaß haben werden". Ich ahnte nichts Gutes und ich sollte recht behalten. Während der Wartezeit zwangen mich die Anderen unter Androhung schwerer Prügel zu Kraftübungen, bis meine Arme vor Anstrengung zitternd versagten: Klimmzüge an einem Ast, Liegestütze, das Stemmen eines grossen Steins, Kniebeuge mit vorgehaltenem Stein. War schon durch das Joggen mein nackter Oberkörper klatschnass von Schweiß, lief er mir jetzt in Strömen und nässte meine hellblaue Sprinterhose. Das brachte mir die höhnische Frage ein, ob ich mir vor Angst schon einpisse. Nach etwa 30 Minuten tauchte der vierte der Bande wieder auf - mit einem Abschleppseil. "Keine Angst, zum Aufhängen bis Du uns als Lustobjekt zum Quälen viel zu schade. Aber Du wirst quiwken wie ein Schwein", lachte er. Sie fesselten mich an den Handgelenken und warfen das Seil über den gleichen Ast, an dem ich bis zur Erschöpfung der Arme 38 Klimmzüge verrichten musste. "So, Leute!", blökte der Anführer "Jetzt brauchen wir unsere Hosengürtel. Aber jeder nur zehn Hiebe auf den Oberkörper, damit uns diese geile schwule Sau nicht verreckt. Dann hätten wir wirklich Ärger. Aber so lange sie quietscht, ist alles in Ordnung." Ich entgegnete: "Ich werde versuchen, Euch diesen Spaß nicht auch noch zu machen": "Ach, den Helden will der spielen. Na dann, viel Glück dabei". Ein zischendes Geräusch und der Gürtel krachte auf meinen nackten Rücken- Ich spürte einen starken ziehenden und brennenden Schmerz. Ich spannte meine Arm-und Schultermuskeln an, um dem Folterinstrument grösstmöglichen Widerstand entgegen zu setzen. Nach der Häfte der Hiebe hatte ich das Gefühl, als ob ein Feuer in meinem Oberkörper wütet. Aber ich schaffte es dennoch weitgehend, die Tortur mit stumm zusammengebissenen Zähnen zu ertragen, nur bei den letzten fünf Hieben konnte ich ein leises Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Der Schweiß tropfte mir im Sekundentakt vom Gesicht auf meine schweißglänzende Brust. Die Turnhose hatte er zu 3/4 durchnässt. Die Peiniger lösten die Fesseln und ich brach völlig erschöpft in die Knie. Erst einmal standen sie verdattert herum, bis einer das das Schweigen brach: "Ich hätte nie gedacht, das der so tapfer ist." Ein anderer sagte: "Eigendlich hätten wie es uns denken müssen: Habt ihr die starken Muskeln gesehen und die bleistiftdicken Adern in den Ellenbeugen und auf den Bizeps? Vor einem Jahr war der Bücherwurm noch schmal wie ein Hering. Das ist knallhartes Training gewesen, wahrscheinlich aus Geilheit und der Hoffnung, eine andere schwule Sau abzukriegen."" Der Anführer blökte, in seiner Dummheit blossgestellt: "Bist Du jetzt Professor Nr. 2? Aber ich weis schon, wie wir dem sein Helden-Selbstbewusstsein dämpfen. Ich benutze ihn jetzt als Homo. Und das entscheidende ist, das er nicht gefragt wird und sich nicht wehren kann, bei vier gegen einen. Wird ja nicht lange dauern. Der hatte schon während der Auspeitschung einen Steifen." Das stimmte. Schon befingerten mehrere Hände gleichzeitig meinen schweissnassen Körper, auch die von Schweiß glänzenden Beine. Fest wurden meine Muskeln gedrückt, die starken Hautvenen befingert. Der Anführer strich mehrmals über die Trennlinie zwischen Turnhose, Oberkörper und Beinen. Das machte mich noch geiler. Ich merkte, wie es unter meiner Hose feucht wurde und diesmal nicht vom Schweiß. Das entging ihm nicht. Grinsend begann er meine Eier und den Schwanz zu kneten. Noch drei oder vier Minuten konnte ich, keuchend vor unterdrückter Geilheit noch zurückhalten, dann ergoss sich die Ladung durch die Turnhose in seine Hand. "Du schwule Drecksau" brüllte er, wischte sich an meinem durchgeschwitztem ärmellosen Shirt die Pfoten ab und verschwand endlich mit seiner Bande. Unter Aufbietung aller Kräfte stemmte ich mich hoch und wankte zur Stadtgrenze Jetzt hiess es noch einmal die Zähne zusammenbeissen. Mühsam zog ich das von Schweiß durchnässte Shirt an. Ich wollte nicht, das jemand meinen ausgepeitschten Oberkörper sieht. Mit den letzten Kräften joggte ich nach Hause. Die Auspeitschung hatte Striemen hinterlassen, die tagelang zu sehen waren. Aber sie heilten vollständig ab. Deshalb glaube ich, eine Auspeitschung mit dem Hosengürtel verantworten zu können. Dieses Erlebnis war für spätere masochistische Phantasie schon prägend, meine Peiniger konnten mir die Anerkennung nicht versagen.

Dennoch kann ich es mir auch eine Stufe härter vorstellen, das ich auch das Blut fliessen spüre. Allerdings ist es für mich wichtig, das die Striemen abheilen und keine unbeherrschbaren medizinischen Folgen entstehen. Deshalb werde ich ein Beratungsangebot nutzen, das ein Berliner SM-Club monatlich anbietet. Es soll eine grosse Rolle spielen, was man für eine Art von Peitsche nimmt. Aber erst einmal will ich meine Wampe loswerden und meine alte Kondition wieder erreichen. Ich habe ja unter anderem im Profil und in kontroversen Diskussionen beschrieben, was das wegen meiner Erschöpfungsdepressionen für mich für ein Problem ist und ich gern die Motivation eines Trainingspartners hätte. Das hat bis jetzt nicht geklappt. Vielleicht schaffe ich es auch allein. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich, vielleicht gleich nach der Beratung, zunächst beobachtend einer Sitzung beiwohne und dann vielleicht meine Jeans ausziehe, mein Shirt über den Kopf streife und, bekleidet in einer knappen Turnhose frage: "Ist jemand scharf darauf, mir 40 Peitschenhiebe auf den nackten Oberkörper zu verpassen?"


Geschrieben

@ Kiel_oben, 12. 1. 2014, 13.45 Uhr

Was ich in meinem Beitrag vom 25. 1. 2015, 2.04 Uhr vor lauter geiler Gedanken noch vergessen habe, zu fragen: Was heisst "LARP"?

Man kann meine Neigung schon als "eine Art Märtyrer - Denken" bezeichnen. Auf der Spielebene. Und ich hoffe für die Gesellschaft, bei der bleibt es, und ich muss meine Tapferkeit nicht unter den Bedingungen eines realen Faschismus unter Beweis stellen, in klassisch nazistischer oder islamistischer Form. Ich will jetzt aber, um 2.18 Uhr, keine Diskussion über janusköpfige politische Probleme anfangen. Wie ich grundsätzlich über Gott und diese Welt denke, habe ich im Thread "Schwul und Christ?", erreichbar am besten über die Suchfunktion oder über mein Profil, dargelegt. Ich will mir jetzt nur noch auf www.youtube.com das eine oder andere geile Video reinziehen und meine knappe, dunkelgraue, auf Alt gearbeitete Turnhose (als sei die zigfach durch Schweiß durchnässt und auf dem Bau geil eingedreckt) endgültig reif für die Waschmaschine machen- Nach der geilen Schreiberei wird es wohl keine fünf Minuten mehr dauern.

Ach ja, mit Schuldgefühlen hat meine Neigung nichts zu tun.

Geschrieben (bearbeitet)

LARP = Live Action Role Playing

https://de.wikipedia.org/wiki/Live_Action_Role_Playing

Lieber Andy,

Deine Beschreibung, so aufschlussreich an der einen Hand, liest sich, wenn man sich vorstellt, dass Jugendliche sowas anstellen, so schlimm und fürchterlich, dass man unweigerlich an die eigene Schulzeit und die Mobbing-Erfahrungen dort erinnert wird. Schon diese Erinnerungen vergleichsweise harmloser Dinge wecken Beklemmungsgefühle. Eine grauenvolle Erfahrung, so misshandelt worden zu sein!

Hast Du je versucht, das anzuzeigen? Ich meine, früher hat ja niemand zugehört, das war doch im Westen nicht anders. Als Kind war man, wenn man sich nicht wehren konnte, und keine Kumpel kannte, dem Treiben der Hänsler-Banden hilflos ausgeliefert. Die Lehrer hat das nicht gejuckt, die waren Rauchen im Lehrerzimmer. Wenn einer im Pausenhof war, gab es Wetten darum, welcher Schüler am besten mit dem Hänsel-Objekt schlägerisch fertig wird. Bei mir und meinem Bruder begann sich das erst zu ändern, als wir mit Kampfsport anfingen, und die Mobber ihr Fett weg bekamen. Geholfen hätte einem in der Zeit keiner, und es hieß immer, ihr habt doch selber Schuld. (klein, dick, nicht richtig deutsch ...)

Das perverse Zeugs blieb mir weitgehend erspart.
Mein Bruder hat deswegen heute noch psychische Probleme und war mehrfach in therapeutischer Behandlung.
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An Gewalt – gerade dann noch zusätzlich im Zusammenhang mit Liebe, Beziehungen und Partnerschaft, wo das mir nicht vorstellbar wäre - konnte ich mich nie gewöhnen. Ich finde es heute noch grauenvoll, zum Beispiel in eine Situation mit homophoben Dummbratzen zu laufen, wo ich mir die Deeskalation schon gründlich durchdenken muss, um da heil wegzukommen.
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Es scheint also doch etwas zu sein, das lediglich die Insider verstehen können. Dass es einen speziellen Hochbegabten-Hass gibt, wusste ich jetzt nicht mal. Ich habe immer geglaubt, solche Leute werden früh an entsprechende Förderschulen geschickt, aber ich hab mal gelesen, dass man früher viele auch als Querulanten abheftete, weil die an ihren Schulen an Langeweile und Frust vergingen.

bearbeitet von Kiel_oben
Geschrieben

Vielen Dank für Deinen mitfühlenden Kommentar.

Anzeige hatte ich zu DDR-Zeiten versucht zu erstatten, ich wurde aber abgewiesen. Für "Auseinandersetzungen unter Schülern" sei die "Volkspolizei" nicht zuständig. Möglicherweise bestand eine gemeinsame "schwarze Liste" mit dem Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR. Eine Recherche meiner Stasi-Akte nach der Wende brachte mich in dieser Sache nicht weiter.

Die erste Förderschule für Hochbegabte eröffnete in der DDR erst 1988, für mich zu spät. Demgegenüber wurde bis kurz vor dem Ende der DDR von der SED das Dogma gleicher Bildungsfähigkeit vertreten, wie es sich noch heute bei der Partei DIE LINKE sowie in Teilen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen findet (www.die-linke.de; www.gruene.de; www.spd.de). Ich vermute, das die Eröffnung der Hochbegabtenschule in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) 1988 in zaghafte Reformversuche wie die Einführung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in der DDR ebenfalls 1988 einzuordnen war, was - wie wir wissen - viel zu spät kam.

NeuNeugierSg88
Geschrieben

Es ist ein krasser Gegenteil der anscheinend Leute inspiriert. Es ist nicht immer verständlich finde ich und es gibt meiner Meinung auch sicherlich viele Gründe dafür wieso Zärtlichkeit mit Härte gemischt wird. Liebe Hass, Gut gefolgt von böse glücklich und unglücklich sein wie arm und reich und friedlich und Gewalt, sind dies immer die krassen Gegensätze die gewollt oder ungewollt passieren


BikerDo
Geschrieben

Gruß an die Ghostwriter in diesem Forum ...


Geschrieben

Wer sind die *Ghostwriter* denn? Ist das eine Gedichte schreibende Motorradgang oder so?



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