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Die Crux mit dem Fetisch

Empfohlener Beitrag

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Geschrieben

Experten halten Fetischismus einfach nur für eine Spielart der Sexualität.Und damit für völlig normal,solange man eben niemand anderen damit schadet,Generell kann alles zum Fetisch werden: der nackte Fuß genauso wie die getragene Unterhose.Auch gibt es sehr unterschiedliche Arten,Fetischismus auszuleben,von der stillen Verehrung bis hin zu komplexen Rollenspielen.Was die Ursachen fetischistischer Neigungen sind,weiß niemand genau.Manche Experten vermuten eine genetische Veranlagung,andere besondere Kindheitsprägungen.Fest steht: Fetischismus kann nicht pauschal auf eine Ursache zurück geführt werden.Eine Domina formuliert es so: " Einige machen Yoga,andere machen Bondage,wichtig ist doch bloß,dass man sich später besser fühlt !" Jeder Fetisch ist individuell wie der Mensch selbst.Man muß sich die Gelüste des Menschen als ein Meer aus bunten Murmeln vorstellen.Unmöglich,sie alle zu zählen.Und ständig findet man eine,die man selbst noch nicht kannte.In einer Beziehung liebt Marvin Leder und mag es deshalb auch,Pferd zu spielen.Manchmal läßt er sich von seiner Freundin vor den Sulky spannen,sie hält die Zügel in der Hand und Marvin die Trense im Mund.Was die beiden tun,nennt sich " Petplay " Eine erotische Spielart,die der Sadomaso -Szene zugerechnet wird.Ein Fetischist sagt,er fühle sich einfach wohl,wenn das Latex des Vakuumbettes seinen Körper einschweißt.Er spüre dann Wärme,Geborgen-
heit,Sicherheit.Es sei die " innigste Umarmung,die man sich vorstellen kann." Sandra ist als Dobbermann - Hündin verkleidet-Max geht mit ihr im Wald spazieren,Sandra ist Latexfetischistin--und mag " Petplay " ihr Freund hält es irgendwie eigentlich albern,wenn Menschen sich als Tiere verkleiden,
ihr zu liebe aber macht er mit.
( Aus Stern Nr.47)


Geschrieben

Aus eigener Erfahrung glaube ich, das Fetischneigungen sehr viel mit individuellen Prägungen zu tun haben können. Mein Fetisch sind kurze Sport-und Sprinterhosen, auch ärmellose Shirts, diese am besten durchgeschwitzt. Ich wurde in der Schule aus Hochbegabtenhaß gemobbt. Anerkennung fand ich im Sport und in der Ferienarbeit auf dem Bau. Es war wie ein Gefühl wie im siebenten Himmel, als nach drei Stunden Ausschachten per Hand in schattenloser Gluthitze der Teamleiter kam. Mir lief zu diesem Zeitpunkt der Schweiß in Strömen über meinen nackten Oberkörper, ich arbeitete nur noch in kurzer Sprinterhose, vor Anstrengung keuchend und die Zähne zusammen gebissen. In meinen Armen brannte der Schmerz der Anstrengung. Plötzlich über mir diese junge geile Stimme: "Du schuftest mit Deinen 14 Jahren wie ein Held". Dann kam er in den Graben, den ich gerade ausschachtete. "Spann mal Deinen Bizeps an. - Hart wie Granit, alle Achtung. Du trainierst wohl hart?"

Wenn ich später im Workcamp als freiwilliger Bauhelfer für eine gute Sache schuftete, kam noch das gute Gefühl der Gemeinschaft mit anderen Helfern hinzu, die ebenfalls erkennbar für andere alles aus sich heraus holten.


Geschrieben (bearbeitet)

Im Diagnoseschlüssel ICD-10 ist Fetischismus als Störung der Sexualpräferenz unter F65 eingetragen, und in einigen Unterkategorien werden auch Sadomasochismus oder Transvestitismus erwähnt. Die sogenannten Paraphilien haben in der Anschauung vieler Menschen einen schlechten Beigeschmack, so werden auch innerhalb der Gay-Community Menschen häufig wegen ihrer Fetische vorverurteilt oder erfahren teils massiv Ausgrenzung.
Von der Sichtweise einer harmlosen Spielart der menschlichen Sexualität sind da viele Experten noch weit, weit entfernt. In einigen Ländern wie Schweden gab es aber auch bereits die Forderung danach, Fetischismus aus der Liste der Störungen zu streichen.

Natürlich ist Fetischismus gerade für Solche, die damit nichts verbinden können, in der Regel schwierig nachzuvollziehen, gerade dann, wenn es sich um merkwürdige Dinge wie etwa den Ballon-Fetisch handelt, oder den Furry-Fetisch, bei dem sich die Teilhaber als Hunde, Wölfe aus japanischen Anime-Serien verkleiden. Beim Ballon-Fetisch ist der Reiz damit verbunden, Ballons platzen zu hören oder zu sehen. Es gibt so viele Fetische wie es Einzelmenschen gibt, die damit aufwachsen, und nicht in jedem Fall ist die sexuelle Komponente vorrangig oder leicht zu erahnen.
( Ich glaube auch, dass die Prägung bereits im Kindesalter stattfindet )
Auch ausgesprochenen Fetischisten kann es schwer fallen, einen Fetisch nachzuvollziehen, wenn sie diesen selbst nicht teilen!

Schwierig gestaltet sich die Partnerschaft im Zusammenhang mit dem Fetischismus, da, wie weiter oben richtig dargestellt, der Individualismus, welcher damit einhergeht, extrem hoch ist. So kann es auch vorkommen, dass auf einem Treffen mit 400 Leder-Fetischisten sich nicht ein einziges Paar finden lässt, dessen Fetisch-Gebrauchsmuster ähnlich ist, oder übereinstimmt.

Anders als für Außenstehende und viele Experten zu erkennen, ist Fetisch für Fetischisten eine hohe Bereicherung des Erlebens und sensueller,haptischer, visueller und sexueller Reize. Fetisch bereichert das Leben und führt bei der optimalen Anwendung zu Zufriedenheit und Glücksgefühl wie innerer Balance. Hier wird es mit Meditieren vergleichbar, oder mit Selbstbefriedigung.
Ein Nachteil kann sich darin zeigen, wenn Fetischneigungen mit einem Drang hin zur Steigerung ins Extreme verbunden sind, sich mit gefährlichen Praktiken verknüpfen ( Suffokationsfetisch, Kannibalismus-Fantasien, Breath Control ). Auch tritt bei manchen Fetischen mit der Zeit ein Abstumpfungsprozess ein, der nach immer ausgefalleneren Praktiken und immer ungewöhnlicherem Kick suchen lässt.

Ps.: Die Erfahrungen mit Vorurteilen und Diskriminierung innerhalb der Gay-Szene haben mich diesbezüglich sehr vorsichtig gemacht. Meine Fetische bleiben in meiner Welt.


bearbeitet von Kiel_oben

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