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Handicap, Behinderung, Leben mit Verzicht.

Empfohlener Beitrag

Geschrieben (bearbeitet)

Brennt mir an sich lange schon in den Fingern, dieses Thema.
Ich bin selbst 'betroffen', wie man dann so schön sagt.
Asperger Phänotyp gilt nun zwar nicht als wahnsinnig furchtbare Behinderung, wird aber fachlich dennoch häufig so eingeordnet, als soziale Behinderung.
Ich bin auch anderswo sozusagen körperlich behindert, wenn man den für Schwule so irre bedeutenden Bereich der sexuellen Verwendbarkeit und gewisser Größenverhältnisse dazu zählt, aber darum soll es allein nicht gehen. Eher um die sozialen Aspekte.

Ich weiß, dass es hier noch ein paar Leute gibt, die ein gewisses Handicap oder eine Behinderung haben.

Wie kommt ihr damit im Leben klar und welchen Einfluss nimmt das Handicap auf euer schwules Leben?
Erfahrt ihr es als regulär, als eher einschränkend, oder vielleicht sogar als etwas Besonderes, mit einem Handicap zu leben?
Hat es einen nennenswerten Einfluss auf eure Partnersuche gehabt, oder habt ihr wegen eurer Behinderung mal Diskriminierung im Zusammenhang mit der schwulen Szene erlebt? Oder seht ihr das alles völlig locker, erfahrt ihr tollen Support aus der LGBT-Community?

Worauf müsst ihr aufgrund des Handicap / der Behinderung verzichten, oder habt ihr das Gefühl, durch die Situation als Mensch mit Behinderung eher etwas dazu gewonnen zu haben? Toller, unterstützender Bekanntenkreis zum Beispiel, Partner gleichzeitig Pfleger oder Betreuer oder so?

Vielleicht ja mal ein Thema für einige interessante Lebensgeschichten.


bearbeitet von Kiel_oben
Geschrieben

Wie ich schon in meinem Profil schrieb, kommt es bei mir nach einem völligen Kräftezusammenbruch infolge jahrelangen Mobbings bei grösserer psychischer Belastung immer wieder zu chronisch - wiederkehrenden Erschöpfungszuständen. Das führte nicht nur zur Frühverrentung, die den Bezug ergänzender Grundsicherung notwendig machte, sondern auch dadurch, das es mir ohne Unterstützung bisher nicht gelang, im Fitnesscenter die durch Frustessen, Bewegungsmangel in der Politik und - seit meinem Umzug aus der Provinz nach Berlin Gott sei Dank nur noch seltenem - Saufen angeschaffte Wampe abzutrainieren. Ab 17. 5. 2016 habe ich vorbehaltlich einer positiven Rückmeldung des Trägers eine Freiwilligenstelle beim Ausschachten eines Feuchtbiotops und später vielleicht bei und mit den Flüchtlingen bei der Sanierung von Unterkünften (siehe www.gay.de/Community/Forum/Allgemeines_&_Lifestyle/Gelaber-geladene-gaeste-fluechtlinge-und-freiwillige-bauhelfer). Besonders "freue" ich mich dann wieder, wenn ich mir zum Monatsende noch nicht einmal einer Cola leisten kann und auf dem Bau Wasser saufen muss wie ein Ochse, weil es Behinderte im Gegensatz zu nimmersatten Gewerkschaften wie Verdi (www.lohnarchiv.de) nicht anders wert sein sollen. Damit befinden wir uns in der Gesellschaft mit Arbeitslosen und Flüchtlingen und es wäre eine Schande, wenn wir es nicht schaffen, solidarisch zusammenzuhalten und unserem Leben trotzdem einen Sinn zu geben. Meinem Flirt stelle ich, wenn er denn Pfingstmontag kommen sollte, Kaffee und Salzstangen für 0,40 € hin. Mehr geht nicht, nachdem ich diesen Monat auch noch den Drucker vollständig mit allen Farben bestücken musste. Ich drucke zwar, wann immer möglich schwarz-weiss, aber der Drucker verbraucht bei der Reinigung des Tintensystems Farbe aller Tintenpatronen und wenn nur eine fehlt oder leer ist, druckt er nicht. Zudem säuft das Mistvieh nur teure Orginalpatronen, ich hoffe, der nächste nimmt wieder kompatible. Allerdings graut mir schon wieder vor den Anschaffungskosten. Ohne Drucker geht kompetentes politisches Engagement nicht. Gesetzentwürfe sind oft sehr kompliziert, müssen mit verschieden farbigen Textmarkern und handschriftlichen Anmerkungen bearbeitet und dafür erst einmal ausgedruckt werden. Ich hoffe, mein Flirt ist genau so idealistisch und mit Kaffee, Salzstangen und evlt. gemeinsamen freiwilligen Schuften zufrieden. Das kann natürlich geil werden, vor allem, wenn die elende Wampe endlich mal weg ist. Starke Muskeln hat der Junge und ich hoffe, ich bald auch wieder. Einmal hatte ich es seit dem Umzug schon fast geschafft, dann kam die nächste längere Depression. Evlt.muss ich dann im Juni 40 € abknapsen für Fitness bei Mc Fit, einschliesslich Aufnahmegebühr. Die Mitgliedskarte macht dort das Training im ersten Monat doppelt so teuer und begünstigt, das ich es aus finanziellen Gründen von Monat zu Monat verschoben habe. Und dann habe ich bei Freunden bis September noch Kredite laufen. Auch bei Grundsicherungsempfängern gehen Computer und Haushaltsgeräte kaputt und müssen ersetzt werden. Das interessierte bisher diesen Bonzenstaat einen feuchten Dreck, die Leute sollen es "ansparen". Welch ein frecher Hohn des seinerzeitigen Verdi-BüttelsUlla Schmidt, die als Ministerin für Gesundheit und Soziales für die "Sozialgesetzbücher" II und XII (www.gesetze-im-internet.de/gesetze-und-verordnungen/S/SGB...) politische Verantwortung trug.

Ob sich demnächst an diesen Zuständen etwas ändern könnte, muss ich aktuell anhand des Entwurfes der Bundesregierung vom 28. 4. 2016 eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen prüfen. Er ist als Anhang zur Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales "Gesetzentwurf zum Bundesteilhabegesetz" vom 28. 4. 2016 unter www.bmas.de/Presse/Meldungen/... veröffentlicht. Ich hatte erst überlegt, ob ich den Artikel nach dieser Prüfung schreibe. Aber der Gesetzentwurf hat 377 Seiten und das dauert einige Tage, zumahl ich in der nächsten Woche einiges an Terminen habe. Vielleicht ist ja mein Hinweis auch für andere nützlich, zumahl zum Thema Veranstaltungen geplant sind:
- am 31. 5. 2016 der SPD-Bundestagsfraktion- Mehr als diesen Fakt habe ich bislang aus dem Newsletter der SPD-Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert vom 4. 4. 2016, den ich seit einer Tagung regelmässig erhalte, nicht erfahren. Ich hoffe, das demnächst auf der Internetseite der SPD-Bundestagsfraktion www.spdfraktion.de/Termine weitere Einzelheiten veröffentlicht werden.
- am 23. 5. 2016 von 13 bis 17 Uhr der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen unter dem Titel "Gleichberechtigt und selbstbestimmt? Was bringt das neue Teilhabegesetz?" im Deutschen Bundestag, Foyer des Paul-Löbe-Hauses, Konrad-Adenauer-Strasse 1, 10557 Berlin (S3, S5, S7, S75, RB, U55: Berlin Hbf). Anmeldeschluss ist der 17. 5. 2016 (www.gruene-bundestag.de/Termine/...).

Was mich auch noch sehr ärgert, sind von machtgierigen und dauerwahlkämpfenden Politikern von CDU/CSU, SPD, FDP und demnächst wahrscheinlich auch noch von der AfD am Leben erhaltene Stammtischparolen wie "Wer arbeitet, muss mehr haben, als der, der nicht arbeitet", was Behinderte einschliesst. Sie sind diesen Bonzen der Erwähnung erst gar nicht wert. Es ist das gleiche wie bei den Flüchtlingen: Menschen werden aufeinander gehetzt, meist leider erfolgreich und das Kapital lacht sich über den dummen Pöbel einen Ast. Eigendlich kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

Ich hoffe, das sich im Gesetzentwurf wenigstens eine Grundsicherung von 1050 € monatlich für Behinderte findet, wie sie von der Partei DIE LINKE seit Jahren gefordert wird.

Was vielleicht auch noch die Freiwilligenarbeit erschweren könnte, ist eine sichtbare Wirbelsäulenverkrümmung und ein gebrochenes, dauerhaft behindertes und hinkendes Bein. Ich kann zwar ärztliche Befunde vorlegen, die mir eine Kompetenz zur Selbsteinschätzung meiner Belastbarkeit einräumen (bei Schmerzen aufhören), bekomme auch Medikamente gegen Schmerzen (im Spannungsfeld mit Erschöpfung zu sehen, wo sie aufputschend wirken und mit psychosomatischem Bluthochdruck, der auf systolisch 200 mm/Hg und damit auf längerfristig lebensbedrohliche Höhen anstieg, als mir die Freiwilligenarbeit verboten werden sollte und ich ohne zeitweise Alternative durch Kameradschaft und Freundschaft Gleichgesinnter dauerhaft mein Leben im politischen Haifischbecken verbringen müsste). Ausserdem bin ich bereit, in Bezug auf diese Atteste gegenüber den Trägern zivilrechtlich eine Haftungsentbindung zu erklären. Aber wo ein Gluckenkommando hintritt, wächst kein Gras mehr. Zumindest kein behindertes. Hoffen wir, das die nächste Woche hält, was sie verspricht. Und das ich über Pfingsten mit dem Entwurf des Bundesteilhabegesetzes fertig werde.

Da Du darauf Bezug genommen hast: Kannst Du uns erklären, was es mit dem Asperger-Syndrom auf sich hat. Ich habe es gerade im Medizinischen Fachwörterbuch nachgeschlagen, fände es aber anmassend, wenn ich darin ginge, hier Deine Behinderung zu erklären.

Geschrieben (bearbeitet)

Moin lieber Andy,

Zunächst würde ich ja lieber etwas auf das von Dir hervorgehobene Behinderten-Teilhabegesetz eingehen, weil mir das viel wichtiger erscheint, als eine Allgemeinerklärung zum Asperger Phänotyp bzw. dem Asperger Syndrom, die ich ggf. auf den Wikipedia-Eintrag schieben würde, weil es sehr viele unterschiedliche fachliche Meinungen als auch Ansichten aus den Asperger-Autisten-Gemeinden und-Vereinigungen dazu gibt.

Auf das Teilhabe-Gesetz und die Petition von Constantin Grosch für ein würdiges, verbessertes Teilhabegesetz und ein Recht auf Vermögen / Altersvorsorge für Menschen mit Behinderung habe ich hier schon einmal verlinkt. Da Links zu Petitionen aber offenbar als "Kontaktgesuch" missverstanden werden, wurde das Thema ( Menschenkette gegen Rechts ) ganz gelöscht. Deshalb nur der indirekte Hinweis darauf, die Petition findet man über Google ebenso.

Behinderten, welche Unterstützung zum Teil oder auch Vollzeit benötigen, ist es gestattet, sich maximal 2600 Euro Ersparnisse anzureichern, unabhängig von ihrem beruflichen Gehalt oder Entlohnung. Alles, was darüber hinaus geht, wird abgezogen und für ihre Hilfsnotwendigkeit verrechnet. Sie haben also in Deutschland nicht dieselben Möglichkeiten, wie sie Nichtbehinderte haben, aus einer ständigen Abhängigkeit von Sozialen Hilfen und staatlicher Unterstützung heraus zu kommen, indem sie sich etwa ein Vermögen anhäufen oder Rücklagen bilden, oder eine Altersvorsorge zurück legen können.
Laut einer Juristin, die selbst behindert ist, sei die Reform des Teilhabegesetzes sogar mit verschiedenen Verschlechterungen der bisherigen Situation für bestimmte Behinderungen und Pflegestufen verbunden.
Die Frau arbeitet als Richterin und ist von sozialen Hilfen abhängig, weil sie den Großteil ihrer benötigten Alltagshilfe aus dem Gehalt ihrer halben Stelle aufwenden muss. Ansparen auf Altersvorsorge, ein Auto, größere Anschaffungen, Rücklagen fürs Alter, Lebensversicherung, Bausparen ect. bleiben unmöglich.
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Im Zusammenhang Handicap, Behinderung und schwules Leben fällt mir an manchen Berichten auf, wie wenige Menschen sich an sich Gedanken machen.
Das schwule Leben scheint nur für die Gesunden da zu sein, auch wenn man über Krankheit und die Schwierigkeiten des Alltäglichen, über Depression und Übergewicht oder Verletzungsfolgen spricht, wird man fast schon niedergehackt, als hätte man etwas ganz besonders Böses verzapft und irgend eine ungeschriebene Regel verletzt.
Das nur knapp angemerkt.

Zum Asperger Syndrom geht es bei Tante Wiki hier :

https://de.wikipedia.org/wiki/Asperger-Syndrom

oder im ICD-10, dem Diagnostiker-Standart ist es unter der F 84.5 zu finden.

Ich könnte noch die Differenzierung hervorheben, Asperger Syndrom zu Asperger Phänotyp. Eigentlich Broader Autism Phenotype (BAP) Der Phänotyp ist eine milde Übergangsphase zwischen NT ( Neurotypisch) und dem Syndrom selbst.

Ich stimme selbst mehr mit dem Anteil der 'Betroffenen' überein, der das Asperger Spektrum als Ausprägungsform der menschlichen Persönlichkeit begreift, anstatt auf die einschränkenden Merkmale den Fokus zu lenken, und einzig die Behinderung zu sehen.
Da jeder 'Betroffene' in seiner Ausprägung der Merkmale individuell ist, gibt es so etwas wie verschiedene Typen der Ausprägung und verschiedene Schweregrade. Auch das Verhältnis zwischen Einschränkungen auf der einen Seite, und Inselbegabung auf der anderen Seite, kann sehr unterschiedlich sein.
Manche suchen von sich aus keinen Kontakt zu ihrer Umwelt, weil der Antrieb dazu völlig fehlt,andere versuchen durch Lernen, Beobachten und analysieren die Verhaltensmuster, die für soziale Kommunikation notwendig sind, mit der Zeit auswendig zu lernen oder so zu kombinieren, dass ein fast neurotypisches Verhalten, oder auch 'Können' in Sachen Sozialumgang erreicht wird.
Auch ist nicht jede Asperger-Person hochbegabt oder inselbegabt - leider werden in Medienberichten vorwiegend solche Fälle vorgestellt, was zu einem verzerrten Begriff von der Behinderung geführt hat

bearbeitet von Kiel_oben
TeufelchenSU
Geschrieben (bearbeitet)


Im Zusammenhang Handicap, Behinderung und schwules Leben fällt mir an manchen Berichten auf, wie wenige Menschen sich an sich Gedanken machen.
Das schwule Leben scheint nur für die Gesunden da zu sein, auch wenn man über Krankheit und die Schwierigkeiten des Alltäglichen, über Depression und Übergewicht oder Verletzungsfolgen spricht, wird man fast schon niedergehackt, als hätte man etwas ganz besonders Böses verzapft und irgend eine ungeschriebene Regel verletzt.



Ich bin krankheitsbedingt Gehbehindert und sitze deshalb ausser Haus oft im Rollstuhl
Kurze Strecken kann ich noch mit mindestes einer Gehstütze laufen
Sexuell funktioniert auch noch alles bestens

Versucht doch mal unter diesen Voraussetzungen alleine schon hier Kontakte zu finden
Versucht doch mal damit in einem Club oder in einer Sauna Einlass zu finden

So langsam gebe ich es auf

Das schwule Leben scheint wirklich nur für die Gesunden da zu sein




bearbeitet von TeufelchenSU
Geschrieben

Sicher gibt es auch viele Menschen mit einer Behinderung, die "Schwulen Sex" miteinander haben. Nur treten diese hier bei Gay. de weniger in Erscheinung. Auf der Suche nach einem Partner habe ich oefter junge Maenner mit einer Behinderung kennengelernt. Ich habe 14 Jahre mit einem Mann zusammengelebt, dem beide Beine amputiert worden waren. Er musste staendig im Rollstuhl sitzen.Es war kein Problem. Wir haben uns der Situation gestellt und ein ganz normales Leben gefuehrt. Es gab Probleme uind die mussten geloest werden. Genau so wie ich es im Beruf auch getan habe.In irgendeiner Form leiden wir alle mehr oder weniger stark unter einer Behinderung.Ich kenne kaum einen Menschen, dem es gesundheitlich 100% gut geht.In meinem Alter jedenfalls.
Manchmal habe ich den Eindruck als sei Gay.De nur fuer die Jungen und Schoenen gemacht und fuer Andere, die sich diese leisten koennen.
Alle darueber hinaus, ob alt, dick und haesslich oder behindert gehoeren nicht hierher.


Geschrieben

Wir wollen Fun. Jeder Tag soll ein froehlicher Tag sein. Da wollen wir von Krankheiten und Behinderungen nichts hoeren. Es ist die Angst davor, dass es uns selbst treffen koennte.


SilverAger
Geschrieben (bearbeitet)

. . .

bearbeitet von SilverAger
SilverAger
Geschrieben

. . .


Geschrieben

Na, Sunrise hat in seinem durchaus richtigen Kommentar allerdings auf die Partner-Such-Ebene eingegrenzt.
Wenn man es darauf bezieht, erzählt er nichts Unwahres, denn die Eigenschaften dick, hässlich oder behindert werden ganz regelmäßig in den Suchprofilen ausgeklammert, und das ist noch nicht einmal Diskriminierung geschuldet, sondern eine an sich grundlegend natürliche Sache so.
Auch mit oder trotz der Behinderung wünscht man sich, wenn man einen sucht, gewöhnlich einen gesunden, nicht behinderten Partner. Ausnahmen kann es natürlich geben...

Wir wissen ja auch, im Chat sind Themen über Gebrechen und Krankheiten überwiegend nicht erwünscht, und man kann ganz schnell auf 'Ignore' landen, wenn man diese Themen ausführt.

Mit einem Handicap wird es insbesondere in allen Beziehungsfragen noch eine ganze Ecke schwieriger, überhaupt Kontakte aufzubauen.
Da sind Leute wie User Sunrise sehr seltene Glücksfälle, wenn Jemand wie sein damaliger Partner ihn fand, von ihm akzeptiert und geliebt wurde.

Oft sind Unfälle, Erkrankungen oder Invalidität eher ein Grund, vom gesunden und agilen Partner verlassen zu werden.Liest man bei den Hetero-Beziehungen recht häufig. Wer will sich schon den erweiterten Aufwand antun?


Geschrieben

Dank Dir für den super Beitrag. Schön, dass es doch auch Menschen wie Dich gibt!


heiliger198
Geschrieben

gefällt mir Deine Einstellung,
leider ist Behinderung (ich finde diese Bezeichnung furchtbar) nicht nur bei Schwulen immer noch
ein Thema für sich. Eine Gesundheitliche Einschränkung kann jeder Bekommen durch Unfall ,Krankheit .
Was man so Tag täglich für dumme Bemerkungen über die Menschen hört ,da kann einen die Galle hoch kommen, Da frag ich mich manchmal wer denn da Behindert ist? Mein Kommentar ist da immer Garantiert.
Die Menschen haben genauso das Recht am täglichen Leben Teilzunehmen wie jeder andere, in jeder Hinsicht. Wer Abwertende Bemerkungen macht ist einfach nur Dumm .
Ich selbst hab auch mit einigen Mitarbeitern zu tun auf Arbeit und muß sagen die sind Gewissenhafter bei der Arbeit als manch anderer .
Auch die Mitmenschen haben ein Bedürfnis auf Liebe und Sex warum auch nicht ,Ihr gutes Recht wenn auch
mit manchen Einschränkungen aber auf die kann man sich ja Einstellen.
Ich selbst habe keine Handicap und sehe die Menschen mit Handicap als Gleichwertig und Behandele sie auch so.


tanne
Geschrieben

ich denke vieles ist auch mit behinderung möglich,es kommt viel auch auf die einstellung des behinderten an,ob er spaß am leben hat und selber seine behinderung als solches nicht so ernst nimmt,als einer der sich nur selbst bemittleidet


oldysuchtjungy
Geschrieben

Da muß ich "tanne" zustimmen, es gibt genug Menschen mit Krankheit oder Einschränkungen (um nicht das unsägliche Wort "Behindert" auszusprechen) die sich in Ihrer Krankheit usw. einrichten. Jetzt könnte ich auch privates dazu geben, lass es aber. Natürlich verstehe ich, hier besonders Junge, wenn sie nicht immer mit Menschen die Einschränkungen haben, richtig umgehen bzw. diese richtig begegnen können -oder annehmen können. Wer bringt es Ihnen denn bei? Unsere Gesellschaft, und hier insbesondere die Wirtschaft, spricht in der Regel nur den Gesunden an -siehe Werbung. Aber nicht desto trotz, es liegt auch an uns, wir sollten den Anfang machen (wenn wir es nicht schon gemacht haben) und auf all die zugehen.


Geschrieben

Inwieweit ist eine Suchterkrankung auch eine Behinderung?
Alkoholabhaengige oder Junkies, sind die durch ihre Abhaengigkeit nicht auch behindert? Und das vielleicht noch in einem viel staerkerem Masse, als bei einer Koerperbehinderung ? Fuer den Koerperlich Eingeschraenkten gibt es technische Hilfsmittel.Doch wer durch eine Sucht geplagt wird, wie ist dem zu helfen? Kaum einer verfuegt ueber ausreichende psychologische Kenntnisse oder medizinische.
Ich kannte seinerseits einen Alkoholiker, der mich immer dann rief, wenn er Grosse,Graue Voegel sah, vor denen er sich fuerchtete. Ich habe zuerst seinen Zustand nicht erkannt und dachte, der will nur nicht alleine sein und uebertreibt ein wenig.Da hatte er schon eine ganze Flasche Weinbrand intus.Heute frage ich mich:Wie konnte ich so naiv sein?
Einem Anderen Heroinabhaengigen haben dessen Freund und ich mehrmals in eine Entziehungseinrichtung gebracht, Geholfen hat es nicht viel. Sobald er wieder Draussen war, besorgte er sich neuen Stoff.
Sind Schwule besonders abhaengig, mehr als in Heterokreisen ? .


oldysuchtjungy
Geschrieben

Nun, "Sunriese" ich gebe denen Recjht, die da sagen "Man kann nicht für alles Ehlend in der Welt gradestehen bzw. es lösen". Suchtkranke, sei es ein Alkoholiker oder Drogenkonsument, ist in meinen Augen auch unter der Rubrik "Eingeschränkt", also ein Mensch mit Einschränkungen. Für jemanden der nicht grade die beruflichen Fähigkeiten zur Hilfe, in diesem Fall hat, wäre mein Rat hier professionelle Hilfe zu suchen. Wenn jemand diese Hilfe jedoch ausschlägt, was er ja mit seinem freien Willen machen kann, dem sollte man nicht unbedingt den Standpunkt vertreten das man sich weiterhin diesem Menschen andienen muß. Auf jedem Fall kann es nicht sein, das Menschen sich deshalb selber aufgeben.


Geschrieben

Ich weiß nicht, ob dieses Denken, dass Schwule häufiger anfällig für Suchterkrankungen seien, nicht durch den sogenannten Observer-Bias ( oder Korrespondenz-Verzerrung ) zustande kommt. Also ein sich Einschießen auf die Idee der Prädisposition aufgrund von Gruppenzugehörigkeit. ( zu denken, etwas müsse so sein, weil alle so oder so vereigenschaftet sind )
Siehe auch Attributionsfehler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Attributionsfehler


Das ist aber nur eine Betrachtungsweise. Ich schätze, es gibt Studien darüber, was unter Schwulen und Bisexuellen, GLBT allgemein häufiger auftritt, und man kann stellenweise Einschätzungen lesen, dass Suchtverhalten und Suchterkrankungen dazu gehören.

Behindernd im Sinne von das Leben, den Alltag, die sozialen Möglichkeiten und Funktionalität einschränkend, das lässt sich ja auf noch weitere Lebensumstände ausdehnen.
Fraglich ist, ob die spezifischen Anforderungen des schwulen Lebens diese Krankheiten begünstigen, oder ob die Art Lebenserfahrung bei anfälligen Persönlichkeiten eher dazu führt, die Schwule häufig mit Ausgrenzung, Diskriminierung oder Ablehnung ect. machen.
Dazu gibt es Studien etwa über Depression und die Häufigkeit von Jugend.-Suizidalität unter GLBT-Personen, die erschreckende Ergebnisse aufzeigen.

Weiterhin kann fraglich sein, ob die spezielle Form von GLBT-Szene-Verhalten etwa Alkoholismus oder Drogenmissbrauch begünstigt. Ob der Griff zur Flasche oder zum Fixerwerkzeug vielleicht so etwas wie eine Ersatzhandlung darstellt, wenn es stimmt, wie Jemand mal meinte, auch die Springerei von ONS zu ONS könne eine Art emotionale Leere erzeugen, eine Art Hunger nach Zuwendung, oder gar einen Sucht-Charakter annehmen.

Behindernd bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens, des Arbeitslebens und der sozial-kommunikativen Bestrebungen werden Suchterkrankungen sicher in höherem Maße sein, als zum Beispiel geringfügige psychische Störungen oder nicht ganz optimal verlaufende Lebensphasen.
Suchterkrankte kommen häufig nicht von alleine aus der Spirale ihrer Erkrankung heraus, sind auf (medizinische, psychotherapeutische) Hilfe angewiesen.

Ähnlich wie bei geistiger Behinderung je nach Schweregrad und ähnlich wie bei den erheblichen psychischen Störungsbildern wird Suchterkrankung das soziale Leben ziemlich belasten und die Möglichkeiten, die ein Mensch zum Ausleben seiner intimen Vorstellungen hat, relativ begrenzt erscheinen lassen.

oldysuchtjungy
Geschrieben

Da kann ich dir hier nur meine große Hochachtung aussprechen! Doch man sollte nicht immer das Selbe von anderen erwarten oder verlangen. Natürlich ist gay.de auch für die Jungen und Schönen gemacht, wollen wir diese denn jetzt ausgrenzen? Aber ebenso wird gay.de sicher auch von dicken, alten, hässlichen (wer deviniert Hässlich?) und behinderten genutzt. Vermutlich halten sich diese Menschen oftmals wegen ihrer "Einschränkung" zurück. Wir müssten ihnen mehr Mut machen, damit Sie sich bemerkbar machen, aber ohne erhobenen Zeigefinger!


heiliger198
Geschrieben

na ich glaube nicht das es hauptsächlich an die Einstellung des Behinderten liegt ob er Freude am Leben hat, Die Gesellschaft gibt Normen vor die sehr oft für Menschen mit Handicaps außen vor lassen und nicht am Leben teilhaben könne ,da kann man nur mal die Arbeitswelt als erstes nennen, und so zieht sich es durch alle Bereiche des Lebens. In den vergangenen Jahren hat sich zwar schon sehr viel Verbessert aber
es ist bei weitem noch keine Gleichstellung vorhanden.
Da ist jeder einzelne Aufgefordert Offenheit zu zeigen und Aus-und Abgrenzung abzulehnen.


Geschrieben

Ich muss dazu schon sagen, dass es wie Hohn oder vermessen klingt, wenn Jemand den Vorwurf äußert, sich in der Krankheit, der Beschränkung 'einzurichten',wenn die Möglichkeiten von der Wirklichkeit her schon begrenzt sind.

Dann kann sich auch ein Gefängnissinsasse vorwerfen, sich das Leben bequem zu machen.


tanne
Geschrieben

heiliger198----wenn einer nur konsumorintiert ist gebe ich dir recht----aber ist das alles?----die meisten behinderten wollen ganz normal behandelt werden und möglichst viel im altag allein bewerkstelligen


Geschrieben

Hier noch ein Link zu den 10 'besten' Mängeln des neuen Bundesteilhabegesetzes :

http://nichtmeingesetz.de/2016/05/10/die-10-groessten-maengel-des-entwurfs-zum-bundesteilhabegesetz/

Auszug:








  1. Die Mogelpackung schlechthin
    Sind behinderte Menschen auf Persönliche Assistenz angewiesen, erhalten sie zumeist Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege. Doch nur die Eingliederungshilfe wird aus dem Sozialhilferecht herausgelöst, die Hilfe zur Pflege bleibt Sozialhilfe. Das bedeutet, dass eventuelle Verbesserungen in der Eingliederungshilfe diesen Betroffenen rein gar nichts bringen! (§ 91 I SGB IX)


  2. Selbstbestimmt leben? Nur wenn es günstiger und nicht unangemessen ist.
    Bisher galt der Grundsatz: ambulant vor stationär. Also es ist besser man wohnt zu Hause oder in einer eigenen Wohnung, als in einem Heim. Dieser Vorrang entfällt, sodass das Wohnen in den eigenen vier Wänden künftig oft nur dann „erlaubt“ werden wird, wenn es günstiger ist oder ein Leben im Heim unzumutbar ist. (§104 II SGB IX)


  3. Individuelles Leben – Fehlanzeige
    Nach dem Entwurf können viele Hilfen zwangsweise für mehrere Betroffene gleichzeitig erfolgen – das sogenannte „Poolen von Leistungen“. Individuelle Aktivitäten, wie sich mit Freunden treffen oder Kinobesuche, sind dann unmöglich. Es droht ein zwangsweises Leben in WGs und Heimstrukturen. (z.B. §116 II und §112 IV SGB IX)


  4. Behinderte dürfen nicht sparen
    Um die lebensnotwendigen Hilfen zu erhalten, dürfen behinderte Menschen kaum Geld sparen. Von ihrem Einkommen wird ihnen – neben den normalen Steuern und Sozialabgaben – 24% des über dem Freibetrag liegenden Einkommens abgezogen und Vermögen, also auch Bausparverträge oder Lebensversicherungen, dürfen sie nicht in einem Wert von mehr als zunächst 25.000 € besitzen (§137 II und §140 SGB IX). Bei Hilfe zur Pflege und auch bei der Blindenhilfe verbleibt es im Grundsatz bei 2.600 €.





Weitere Punkte / Kommentar kann man sich über den Link ansehen.

Schwul & Handicap bedeutet in vielen Fällen also schon eine Hinderung an der Teilhabe durch den Staat bzw. das Versorgungsgefüge. Behinderte müssen sehr erfinderisch sein, um sich etwa soziale Kontakte oder Partnerbeziehungen aufzubauen, wenn sie auf dieses System angewiesen sind.
Wo bekommt etwa die Liebe nicht einen Wermutstropfen, wenn sicher ist, nach dem Heiraten geht es auch dem Vermögen des Partners an den Kragen?
Sämtliche sonstwelchen Erleichterungen, die durch eine formal eingetragene Partnersxchaft oder Ehe zu erwarten sind, landen hier ganz schnell unter dem sparsamen Kotlett-Hammer.

Teilhabe ist ein schön gebügelter Begriff dafür, wohin die Menschenwertklasse der Behinderten maximal ausreichen darf.


Geschrieben

Es kommt nicht auf das Euserliche an sonder auf das innerliche 


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