In unser aufgeklärten Zeit ist Homosexualität schon längst kein Tabuthema mehr, aber ist es wirklich gleich, ob man eine Vorliebe für Männer oder Frauen hat? Einerseits schließen sich die gesetzlichen Lücken zur Gleichberechtigung, doch bei manchen Personen sieht das noch ganz anders aus. Bei sexportale.info finden Sie zahlreiche interessante Artikel zu diesem Thema und können sich ausreichend informieren. 

 

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Homosexualität zu antiker Zeit

In der Tat gibt es profunde Hinweise darauf, dass es bereits im Athen der Antike die gleich-geschlechtliche Liebe gegeben hat. In zahlreichen Schriftstücken wird die sexuelle Beziehung unter Männern zum Thema gemacht und auch Fundgegenstände zeigen Bilder des homosexuellen Aktes. Historiker nehmen an, dass diese Praktik gesellschaftlich akzeptiert wurde und es keine Vorbehalte dagegen gab. 

Ob es tatsächlich in allen solchen Beziehungen auch zu sexuellem Kontakt zwischen den Männern kam und Frauen kein geschlechtliches Interesse in ihnen hervorrufen konnten, lässt sich aufgrund der Quellen nicht seriös bestätigen. Fachleute vermuten, dass es zu den damaligen Zeiten auch gleichgeschlechtliche Liebe unter weiblichen Personen gab. 

 

Auf dem Scheiterhaufen

Je stärker die Religion des Christentums an Einfluss und Bedeutung verzeichnen konnte, umso mehr wurden Homosexuelle in ganz Europa zu gesellschaftlich Geächteten. Homosexuelle endeten in der damaligen Zeit wegen Unzucht oftmals auf einem Scheiterhaufen. 

Im Deutschen Kaiserreich veränderte sich an der homosexuellenablehnenden Einstellung so gut wie nichts. Am 1. Januar des Jahres 1872 trat das Strafgesetzbuch des deutschen Reichs in Kraft und damit auch der berühmte Paragraf 175. Mit diesem wurde festgelegt, dass homosexuelle Handlungen unter Personen männlichen Geschlechts mit Gefängnisstrafe zu ahnden seien. Homosexuelle konnten laut Paragraf 175 auch die Rechte aberkannt bekommen, so zum Beispiel das Wahlrecht. 

 

Vorreiter für homosexuelle Belange

Homosexuelle gründeten in den Folgejahren die erste Bewegung von Homosexuellen in Deutschland. Magnus Hirschfeld gilt als der Gründer, da er in der Öffentlichkeit die Streichung des Paragrafen 175 forderte und sich laut und deutlich gegen dessen Ungerechtigkeiten aussprach. Er fand auch heraus, dass es sich bei der gleichgeschlechtlichen Liebe nicht um eine Erkrankung handelt, sondern um eine angeborene sexuelle Vorliebe. 

Am 15. Mai des Jahres 1897 wurde er zum Begründer des "Wissenschaftlich- humanitären Komitees" und hatte wesentlichen Anteil daran, dass sich der Reichstagsausschuss im Jahr 1929 endlich für die Streichung des Paragraphen 175 aussprach. 

 

Verfolgung im Nationalsozialismus

Der Auftritt der Nationalsozialisten auf der politischen Bühne schlug für die Homosexuellen wieder alle Türen zu, die Magnus Hirschfeld in den vergangenen Jahren zuvor unter vielen Anstrengungen aufzumachen versucht hatte. Gemäß der nationalsozialistischen Ideologie beschmutze eine unzüchtige Handlung unter Männern das deutsche Volk, weil diese nicht zur Fortpflanzung der deutschen Rasse beitrage. 

Der damalige Anführer der Schutzstaffel (SS), Heinrich Himmler, ordnete im Jahre 1940 die Einweisung sämtlicher verurteilten Homosexuellen in Konzentrationslager an. Nur eine "freiwillige" Kastration konnte eine solche Maßnahme verhindern. Einer Schätzung zufolge mussten im Dritten Reich an die 11.000 Schwule in ein KZ und zwischen 60.000 und 110.000 in ein Gefängnis. Abertausende überlebten den Terror der Nazis aber nicht. 

 

Unterdrückung im Nationalsozialismus 

Der Wandel geschah nur langsam: Im Jahr 1969 kam es zum sogenannten "Stonewall-Aufstand" in New York, der bis heute als Ursache für die Schwulen- und Lesbenbewegung angesehen wird. Als die Exekutive in die Homosexuellenbar "Stonewall Inn" gewaltsam eindrang, wehrten sich die Besucher erstmals gegen die Festnahmen und Diskriminierungen, die bei solchen Razzien an der Tagesordnung waren. 

Die tagelangen mit Gewalt verbundenen Auseinandersetzungen in diesem Bezirk richteten nicht nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme von den diskriminierten Lesben und Schwulen. Sie ermunterten zahlreiche Betroffene dazu, ihrer endlosen Unterdrückung ein Ende setzen zu wollen. Im Jahr des Stonewall-Aufstands entspannte sich auch der Paragraf 175 in Deutschland, indem der homosexuelle Kontakt zwischen erwachsenen Menschen straffrei wurde. 

Zwar war es ab diesem Zeitpunkt einfacher, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten, doch es war die Ächtung durch die Gesellschaft, die es den Betroffenen nicht leicht machte, ein freies Leben führen zu können. 

 

Die neue Freiheit

Heutzutage ist es nahezu unglaublich, dass homosexuelle Paare nur wegen ihrer Gefühle zueinander ins Gefängnis müssen. Im Jahr 1994 wurde der Paragraf 175 im deutschen Strafgesetzbuch endgültig gelöscht. 

Der Fortschritt, den die Bewegung der Homosexuellen und Lesben gemacht hat, ist mehr als deutlich: Seit dem Jahr 2001 können schwule und lesbische Pärchen in Deutschland eine sogenannte "eingetragene Lebenspartnerschaft" gründen. Allerdings sind homosexuelle Paare deswegen rechtlich nicht mit heterosexuellen Pärchen gleichgestellt. 

Und auch beim Recht zur Adoption gab es Veränderungen. Seit dem Jahr 2005 dürfen eingetragene Lebenspartner das leibliche Kind des Gemeinschaftspartners als Stiefkind anerkennen. Von einem Partner bereits adoptierter Nachwuchs war von dieser Regelung allerdings ausgenommen.

Am 01. Oktober des Jahres 2017 trat das "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" in Kraft. Paare mit dem gleichen Geschlecht können eine zivilrechtliche Ehe eingehen, und zwar mit denselben Rechten und Pflichten wie heterosexuelle Paare. 

Wie es in der heutigen Zeit mit den Möglichkeiten für homosexuelle Menschen bestellt ist, können Sie auf sexportale.org leicht nachlesen. 


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