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Homosexualität und Kirche?!!


DerkleinePrinz

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Die vorherrschende Meinung der Christen aber auch der (christlichen) Homosexuellen ist gut bekannt: Die Kirchen sind Homosexuell-feindlich. Man möchte in der Tat die heterosexuelle Ehe als Monopol eine glücksversprechenden und von Gott gewollten menschlichen Gemeinschaft demonstrieren. Die folgenden Beiträge, die etwas älter sind, sollen eine "positive und m. E. richtige Strömung" präsentieren, die man übersehen kann. Zu diesem Thema hat mich die Erfahrung bewegt, dass viele von uns drammatische Zustände durchmachen müssen, weil sie mit sich selbst, ihren (eigentlich traditionellen) Vorstellungen von dem menschlichem Zusammenleben nicht klar kommen können. Das Hauptmotiv dieses Beitrags ist: "Gott ist Liebe"

(Protestant Episcopal Church in the USA, 1979, 70f.)
Die Kommission über „Human Affairs and Health“ der Episcopal Church der USA veröffentlichte 1979 unter Leitung von Bischof Spears einen Bericht über die Ordinierung Homosexueller. Darin heißt es: homosexuelle oder heterosexuelle Einstellungen und Anliegen seien dann falsch, wenn sie zwanghaft und dominierend werden und somit das Wachsen an christlicher Liebe behindern. Was die Aufstellung ethischer Normen und die moralische Beurteilung bestimmter sexueller Akte betrifft, so sollen dem Bericht nach für Homosexuelle dieselben Kriterien gelten wir für Heterosexuelle. Die Fragestellung soll dabei lauten: „ Bedindert oder fördert eine Handlung die Familie, die Kirche, die Lebensqualität der Gesellschaft oder menschlicher Liebe?“


(Episcopal Dioceses of Michigan,1973, 1f.)
Bekräftigt zunächst die t4raditionelle Lehre über die Sexualität, nach der die Sexualität von Gott geschaffen und daher gut ist. Im menschlichen kreatürlichen Verhalten spiegelt sich Göttliches wider. Das ist auch der Grund, warum der Akzent im christlichen Gedankengut über die Sexualität auf dem lebenslangen persönlichen Ja zueinander liegt. Ein christliches Verständnis von Sexualität erfordere daher einen verantwortungsbewussten und opferbereiten Gebrauch der Sexualität.
Die Kommission unterstreicht diese Lehre, fügt aber hinzu, dass die nicht heiße, alle homosexuellen Personen oder Beziehungen könnten verurteilt werden. „In keiner Weise besitzen heterosexuelle Partner ein Monopol opferbereiter Liebe, und es war für die Kommission bei weitem nicht klar, dass eine homosexuelle Beziehung in und aus sich selbst unfähig ist, diese opferbereite Liebe zum Ausdruck zu bringen. Soziale Umstände machen es in der Tat schwieriger für Homosexuelle als für Heterosexuelle, diese opferbereite Liebe anzustreben; aber wir fanden keinen inhärenten Grund, davon auszugehen, dass sie dazu nicht in der Lage sind, und wissen, dass einige Homosexuelle in vollem Ernst das praktizieren. Daher gestehen wir zu, dass es falsch und vermessen ist, einer menschlichen Beziehung die Zuneigung zu einer anderen Person, die den Geist opferbereiter und selbstgebender Liebe beinhaltet, den christlichen Wert abzusprechen… Wenn die Kirche das Potential von Liebe in heterosexuellen Beziehungen gepriesen hat, muß sie da nicht auch dieses Potential in homosexuellen Beziehungen genauso preisen?

(Statement on homosexuelity to the House of Bishop, 1977)
Myers, ehemaliger Bischof der Episcopalian Church of California

Sicher ist homosexuelles Verhalten manchmal sündhaft. Aber manchmal ist auch heterosexuelles Verhalten sündhaft.. Promiskuität ist destruktiv und entwürdigend. Meine Überzeugung ist, dass Personen, männlich oder weiblich, die ernsthaft den Wunsch haben, ihrer angeborenen Menschlichkeit in Liebe Ausdruck zu verleihen – auch wenn sie gleichgeschlechtlich miteinander in eine sexuelle Beziehung treten – Personen sind, die annehmbar sind für Gott, der alles was er hat, verkaufte, um die Welt uns freizukaufen.

(Catholic Council for Church and Society, 1980)
Das Konzil verwahrt sich .. gegen eine Sichtweise, die homosexuelle Orientierung und homosexuelles Verhalten so eng verknüpft, dass der sexuelle Aspekt zum dominierenden Beurteilungskriterium und Kristallisationspunkt der Aufmerksamkeit wird, weil der homosexuelle Mensch dann auf seine Homosexualität reduziert wird. Was eine solche Person zu bieten hat an Zuneigung, sozialem Engagement, technischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Talenten, an religiöser Verbundenheit und anderen Qualitäten, wird oft den sexuellen Erwartungen in einer so unbarmherziger Weise untergeordnet, dass es sich dabei in Wirklichkeit um eine Verneinung der menschlichen Person handelt.


Theologische Grundlage:
Pittenger, N.: A theological approach to unterstand homosexuality, in: Religion in Life 43, 1974, 436-444
- Gay-life-styles. Los Angeles 1977
- Towards a gay Christian ethics, in: Insight 3,2 1979

Der Mensch ist nicht nu rein fertiges Artikel, sondern einer, der auf dem We gist, seine menschliche Natur zu verwirklichen. Jeder ist beseelt von dem Drang, ganz das zu werden, was er als Möglichkeit in sich birgt. (1977,121.)
Was immer Gott sein mag, er ist vor allem der kosmische Liebhaber, dessen Ziel kosmisch ausgefaltet ist und dessen Liebe vornehmlich den Menschen gilt. (1974,437.)
Die Menschen sind wie die gesamte Schöpfung Ausdruck seiner kosmischen Liebe. Sie verwirklichen sich selbst dann am besten und wahrhaft menschlich, wo ihre Liebe Ausdruck, Reflexion und Manifestation kosmischer Liebe ist (1977,125.)

Nach diesen Überlegungen ist es für ihn selbstverständlich, dass homosexuellen Menschen auf die ihnen angemessene Weise jene Liebe verwirklichen, die zu leben sie geschaffen wurden, und die sie den Weg zum Höhepunkt ihrer Selbstwerdung beschreiten lässt.


Und zum Schluss : )

„ Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau. Denn ihr alle seid ‚einer’ in Christus Jesus.“ Gal 3,27




DerkleinePrinz


Geschrieben

Wens Juckt:
Laut altem Testament sind Schwule dem HERRN ein Greuel - demnach war es verboten dem tun nachzugehen. Als Jesus Christus der Erretter und Erlöser (Ideologisch vor dem Zerfall der Menschenwürde und physisch ... na ja, noch nicht bzw. durch die Taufe) kam stellte Er zu diesem Thema eines klar: Das Gesetz ist Tot wenn man es nicht lebt und liebt. Lebt und Liebt man es, dann wird einem vieles klar. Die 10 Gebote sind Perfekt, doch ist es nicht die Ordnung die es aufrecht-erhält, sondern der Mensch - und das heisst der Mensch kann es stürzen und Diebstahl zur Pflicht der Lebenserhaltung werden lassen, so zu sagen. Und so ergibt sich die ganz einfache Überlegung des Überlegenen das ganze so zu vereinfachen das es darüber hinaus keine Lücken mehr gibt, und zwar das Gesetz des Heiligen Geistes. Es existiert praktisch gar nicht, es ist einfach nur (Das Gesetz des Heiligen Geistes), was es beinhaltet bleibt spekulativ. Das heisst, wer dem Lieben Gott nicht passt bleibt Sünder, ob Homo oder nicht. Und wer dem Lieben Gott passt auch wenn er ein Homo ist, also mal ehrlich... . Dann rede mal mit Gott drüber. Das ist einfach, und einfach mal über alle theorien und zweiffel über Krieg und Terror zurückstecken, denn, wie will man das Wissen wenn man sich nicht wirklich Ausgiebig darüber den Kopf entleert hat, und zwar RICHTIG - also, auch mal von Gottes perspektive gelenkt zu werden und so mal überhaupt erst zu sehen was man sich nicht traut auszusprechen (weil man vielleicht auch gar nicht weiss was es da alles gibt).
Na ja, ich hab meine Antwort und die geb ich euch nicht.


  • 1 Jahr später...
Geschrieben

Es gibt zum Glück auch Geistliche, die echt tolerant im Umgang mit Homosexuellen sind;
und das in fast allen Kirchen/Konfessionen.

Vor zwei Jahren wurde in der Neuapostolischen Kirche in Köln-Mettmann ein schwules Paar in der Kirche mit dem Segen versehen; das ist schon mal echt ein Lichtblick,denn früher war die Neuapostolische Kirche sehr konservativ


  • 1 Monat später...
Geschrieben

Also ich habe keineEinzige zeile in der Bibel lesen können "diese Weisungen Gottes gelten nicht für Homosexuelle!". xD
Also... selbst wenn es so wäre, wär's idiotisch das zu glauben, denn man ist ja kein anderer (schlechterer oder besserer) mensch, nur weil man anstatt mit Frauen mit Männern vögelt. ^^


Geschrieben

Gie großen monotheistischen Religionen verdammen Homosexualität allerdings sehr stark. Dabei scheint mir das Urteil des Koran noch am einleuchtendsten. Zwar sagt er über die Bewohner der Stadt Lots : "Siehe,sie waren schlechte Leute,Missetäter" (21,74), ihre ruchlose Tat wird aber nicht beschrieben.Sehr scharf klingt Lots Wort an seine Mitbürger :" Wollt ihr Schandbarkeiten begehen, wie keins der Geschöpfe sie zuvor beging?Wahrlich, ihr kommt zu den Männern im Gelüst anstatt zu den Weibern!Ja, ihr seid ein ausschweifend Volk!" (7,78)In Sure 27,55f. : "Ja, ihr seid ein töricht Volk". Die Torheit besteht offenbar darin, bei den Männern eine Lust zu suchen, die man besser und bequemer bei Frauen findet. Ein solcher Irrtum muss dann nicht so schroff bestraft werden.So heißt es denn auch:"Diejenigen,die es begehen,strafet beide.Und so sie bereuen und sich bessern, so lasset ab von ihnen.Siehe, Allah ist vergebend und barmherzig."(Sure4,20) Damals hielt man es wohl noch für sehr leicht, das Sexualobjekt zu wechseln, auch wenn man vorher sich in der Qualität und Quantität der Lust geirrt hatte.
Auch hier zeigt sich also die überlegene Humanität des Islam.


  • Moderator
Geschrieben

Islam und Human ??? Ganz schlechter Scherz :P

In Saudi-Arabien, Mauretanien, im Sudan, Iran, Jemen, Afghanistan und im Irak droht Homosexuellen
noch heute die Todesstrafe

Geschrieben

Ja, lieber Knuddelhajo, da zeigt sich eben, dass es auch in der Geschichte des Islam Fehlentwicklungen gibt. Ich hatte nur (und fast vollständig) auf die Bewertung der Homosexualität im Koran, dem heiligen Buch, das alle Muslime verehren, hingewiesen. Vielleicht werde ich noch einmal schreiben , wie der Hadith, die Überlieferung von Leben und Sitten des Propheten (S), die Sache sieht.
Im Übrigen sind solche Todesstrafen sehr selten. Man muss es fast auf offener Straße treiben, um so bestraft zu werden.


Geschrieben

Ich weiß, dass es wenige interessiert, möchte aber die Ansicht entkräften, dass der Islam besonders schwulenfeindlich ist.Daher,der Vollständigkeit halber, noch einiges aus dem Hadith, der Überlieferung aus dem Leben des Propheten(S) und seiner frühen Gefolgsleute.
Dem unverheirateten Schwulen, der Homosexuelles begeht, werden Peitschenhiebe verabreicht, der verheiratete wird gesteinigt (Abu Abdallah). Man sieht leicht, dass es primär um den Schutz der Ehe geht.Das Maß der Auspeitschung ist auch nur dann fällig, wenn beide Männer sich unter einer Decke befinden. (Das ließe sich doch heute leicht vermeiden!)Ich muss allerdings zugeben, dass es auch eine Überlieferung nach Ibn Abbas gibt. Sie fordert die Tötung der beiden "Sodomiten", und vom gleichen Autor (vielleicht extrem homophob)as Schrecklichste, was ich für meine Gemeinschaft fürchte, ist das,was die Leute des Lot taten (also Homosexuelles).
Wie es vielleicht in der Praxis ausgesehen hat, veranschaulicht die folgende Geschichte:
Maiz al-Islami kam zum Propheten und sagte, er habe Ehebruch begangen.Er wandte sich von ihm ab.Da kam er von der anderen Seite und sagte, er habe Ehebruch begangen.Er wandte sich von ihm ab.Da kam er wieder von der anderen Seite und sagte, er habe Ehebruch begangen.
Beim vierten Mal befahl er, ihn aufs Land hinauszuführen.So wurde er gesteinigt. Als er die Härte der Steine verspürte, floh er mit allen seinen Kräften.Es traf ihn ein Mann, der einen Kamelkiefer hatte.Er schlug ihn damit,bis er starb.Sie berichteten die dem Propheten.Er sagte: HÄTTET IHT IHN DOCH LAUFEN LASSEN! (nach Abu Hurayra)-- Also mehrere Zeugen sind nötig, die Decke, eine dreimalige Selbstbezichtigung und dann: Hättet ihr ihn doch laufen lassen. So der Gesandte Gottes (S) und soviel über den Geist der Toleranz im Islam. Viele durften ihn in Tanger, in Marokko,auf Djerba ...kennen lernen. Am wenigsten praktizieren diesen Geist die jungen Libyer. Aber die sind ja auch modern und westlich.


Geschrieben

Ob Sodom und Gomorrha wegen Homosexualität zerstört worden sein soll, ist nicht zu belegen. Die entsprechende hebräische Bibelstelle gibt das jedenfalls nicht her. Martin Buber und sein Freund und Mitübersetzer der Bibel, Yehuda Denneborg, haben ganz entschieden in Abrede gestellt, es sei in der fraglichen Bibelstelle von Homosexualität die Rede. Ganz eindeutig aber ist die grobe, damals mit dem Tod zu ahndende Verletzung der bis heute im gesamten Orient heiligen Gastfreundschaft.
Eine ganze Reihe osmanischer Sultane, durchweg Muslime, hatten eine Knabenharem. Sultan Mehmed II. hat sich mit seinem besten Freund, dem großen Lyriker Achmed Pascha, wegen eines Lustknaben zerstritten. Der heutige Islam ist in all seinen konfessionell verschiedenen Ausprägungen ist leider durchgehend homophob und weit entfernt von einstmals in dieser Hinsicht liberaleren Zeiten.


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