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Christlich gelenkte Schwulenverhaftung


Minotaurus420

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Nichts mit Schönrednerei auch hier auf der Seite, wie toll es doch im 21. Jahrhundert die Schwulen weltweit haben. Und bitte auch kein frommes Gesäusel mehr, wie unermeßlich tolerant, fried- und menschenliebend doch die Heerschar aller Christen sei. Denn was sich da derzeit in Ghana tut mit kräftigster Unterstützung von Christen, das hat nur noch Abscheu verdient. Der folgende Artikel ist der heutigen Ausgabe von SPIEGELonline entnommen.

Homophobie in Ghana
Minister ordnet Verhaftung Homosexueller an

Seine Aussagen lösen weltweites Entsetzen aus: Ein Regionalminister hat in Ghana die Sicherheitsbehörden aufgefordert, Schwule und Lesben festzunehmen. Im eigenen Land trifft er damit bei Christen und Muslimen auf Zustimmung.

Hamburg - Paul Evans Aidoo, Regionalminister im Westen Ghanas, hat die Sicherheitsbehörden angewiesen, alle Schwule und Lesben festzunehmen. "Wir scheuen keine Anstrengungen, um diese Leute aus der Gesellschaft zu beseitigen", sagte Aidoo laut einem Bericht des Lokalsenders "Joy News".

Er forderte die Menschen auf, Homosexuelle den Behörden zu melden. "Wenn sie einmal festgenommen sind, werden sie vor Gericht gebracht", sagte Aidoo nach Angaben des Senders.

Die Äußerungen Aidoos lösten weltweit Entsetzen aus. Auf vielen Internetseiten von Homosexuellen-Organisationen wird das Vorgehen Aidoos mit dem Holocaust verglichen. Im eigenen Land trifft Aidoo dagegen vor allem bei Vertretern der Christen auf viel Zustimmung.

Nii Noi Dowuona, Generalsekretär der Partei "People's National Convention", sagte dem Sender "Radio Gold": "Homosexualität ist abscheulich. Ghana und wohl ganz Afrika können die Bedrohung durch Homosexuelle nicht ertragen."

Am Montag hatte der Generalsekretär der christlichen Dachorganisation "Christian Council of Ghana", Fred Deegbe, die Regierung gewarnt, jegliche Gesetze zum Schutz von Schwulen zu verabschieden. "Ein solch widerwärtiges und grässliches Gesetz würde den Zorn Gottes über unsere Nation bringen, die Konsequenzen wären unerträglich", sagte Deegbe auf einer Pressekonferenz.

Deegbe forderte die Menschen auf, keiner Partei ihre Stimme zu geben, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzt. Im kommenden Jahr finden in Ghana Wahlen statt. Seit Monaten forciert der "Christian Council" eine Kampagne gegen Homosexuelle in Ghana.

Vor kurzem hatten lokale Medien berichtet, im Westen Ghanas lebten 8000 Schwule und Lesben. Daraufhin starteten Christen und Muslime eine Serie von Demonstrationen und verdammten Homosexualität als etwas Gottloses und Teuflisches.

Seit langem herrscht in Ghana Streit über eine Passage im Strafgesetzbuch, in der "unnatürlicher Geschlechtsverkehr" verurteilt wird. Vertreter christlicher Parteien und Organisationen sind der Meinung, dass Homosexualität unter diesen Passus falle und Schwule und Lesben somit bestraft werden könnten.

Die Verfassung Ghanas garantiert die Menschenrechte "unangesehen der Rasse, der Herkunft, der politischen Einstellung, der Hautfarbe, der Religion, des Glaubens oder Geschlechts". Sexualität ist nicht genannt.

bim

Geschrieben

Es bestätigt mir, wie sehr richtig es von mir war aus der kath.Kirche auszutreten.
Sollte Ghana von Deutschland Entwickelungshilfe bekommen, sollte diese bis auf Weiteres eigestellt werden wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte.


Geschrieben

Was eine solche menschenunwürdige Haltung mit christlicher Nächstenliebe zu tun hat;gar nichts,das ist ein Verbrechen was dieser Regionalminister macht!
So einer ist meiner Meinung nach wie der Hitler im Dritten Reich;nur das er keine Homosexuellen bisher noch ermorden ließ....
Furchtbar;solch ein Christentum ist eine Schande und das hätte damals im Alten Israel Jesus mit Sicherheit nicht mitgemacht;diesen Hass und dieses Menschen ausgrenzen....
Mir wird übel,wenn ich sowas lese:" Man solle Homosexuelle den Behörden melden,dann werden sie vor Gericht gebracht....UND DANN???
Das sowas "im Namen Gottes" geäußert wird ist grauenhaft und ein Zeugnis von Fanatismus und eiskalten
Personen,die sich als christlich bezeichnen..Und das im Jahr 2011...


Geschrieben

In solchen Ländern mit "gläubiger" Bevölkerung werden Menschenrechte eben mit Füßen getreten.
In vielen muslimischen oder streng christlichen Ländern ist eben nicht 2011, sondern finsteres Mittelalter.
Und solche Chaosstaaten ziehen sowas ungestraft durch, keiner der empörten Staaten will sich wirklich Ärger machen.

Und es wird schlimmer. Iran , Saudiarabien, Schwarzafrika ,Jamaika,selbst in den USA.
Seid froh, dass Ihr heutzutage in Westeuropa lebt.

Und was Proteststschreiben von uns oder anderen Staaten angeht,damit wischen die sich höchstens den Hintern ab.


Geschrieben

Die in Ghana schon länger bekannte politische Gesinnung gegenüber Schwulen und Lesben scheint jetzt immer konkreter zu werden, ebenso wie der Vergleich mit dem Holocaust
Letztes Jahr hatten wir auch eine lebhafte Diskussion zu den beinahe selben Umständen in Uganda, viele haben sich auch an der Petition beteiligt: https://secure.avaaz.org/en/uganda_stop_homophobia_petition/?uganda_for_tolerance
Zum Thema Entwicklungshilfe:




Ghana hat sich mit Erreichen des Vollendungszeitpunkts außerdem für die Multilaterale Schuldenerlass-Initiative (MDRI) qualifiziert, die im Juni 2005 von den G8-Staaten in Gleneagles beschlossen wurde. Dem Land werden alle Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbanktochter IDA (International Development Association) und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) erlassen. Die Gesamt­entlastung Ghanas im Rahmen der beiden Entschuldungs­initiativen betrug 7,4 Milliarden US-Dollar. Deutschland hat Ghana sämtliche Schulden in Höhe von rund 494 Millionen Euro erlassen. Quelle




Es gibt auch eine Deutsch-israelische Entwicklungshilfe in Ghana, wenn man dieser Quelle folgt.


Geschrieben

Der Beitrag Minotaurus' rennt Türen ein, die bereits weit offenstehen. Für die einen sind Homosexuelle eben Repräsentanten einer höheren, verfeinerten Erotik, für die anderen eine elende Brut, die ausgetilgt werden muss. Meinungen sind bekanntlich ebenso vielfältig wie Völker, Länder und Sitten. Mit der Verurteilung der Ghanaischen Praxis habe ich nicht schon deshalb recht, weil ich als homosexueller Mann betroffen wäre, wenn ich dort lebte; ich muss ja nicht hingehen. Zwar bevorzuge ich die homosexuelle Variante mit Vergnügen, ob ich aber recht daran tue, sie auszuleben, das weiß allein Gott. Und manche Menschen (Gesinnungen, Religionen, Weltanschauungen) sind eben der Ansicht, dass ich dafür in den Kerker gehöre. So what!


Geschrieben

@ Crotatus mit Deiner Vorstellung kann ich nicht conform gehen. Sexuelle Preferenzen und Orientierungen sollte jeder ausleben können, ohne weltanschauliche oder religiöse Einflüsse und Vorstellungen. Die Kath. Kirche sagt "Homosexualität" sei gegen die Schöpfungsordnung, weil wir keine Kinder zeugen, sie selbst aber mißachtet ihre Gebote durch das Zölibat. Es ist gegen alle Menschenrechte, wenn nun auch der Staat versucht Druck auf Schwule und Lesben auszuüben. Doch den Verantwortlichen geht es weniger um die Ausrottung von Homosexualität, sondern eher um von eigenen Problemen (Korruption) abzulenken und die alle Mißgeschicke wie Katasstrophen, auf sexuelles Fehlverhalten, zurück zu führen. Ich war es nicht, es sind die Schwulen, die an allem Unglück schuld sind.


Geschrieben


Sexuelle Preferenzen und Orientierungen sollte jeder ausleben können, ohne weltanschauliche oder religiöse Einflüsse und Vorstellungen.



Das sagt sich immer so leicht. Woher aber weißt Du das? Ich habe meine Gründe, Homosexualität zu bejahen, da ich mich ja schlecht selbst negieren kann, die Kirche, christliche Sekten, weltanschauliche Überzeugungstäter usw. haben ihre, sie abzulehnen. Dass sie dies nur tun, um von eigenen Umnzulänglichkeiten abzulenken oder um "die Schwulen" für alles Unheil der Welt verantwortlich zu machen, ist Blödsinn. Sie haben ihre Gründe, punktum. Diese sollten diskutabel sein, aber sie sind natürlich nicht von vornherein Irrtum, weil sie uns (als Betroffenen) nicht gefallen.

Anonyme Solidarität mit "Homosexuellen" in Ghana oder meinetwegen auf dem Mond liegt mir völlig fern. Sollen sie selbst für ihre Freiheit kämpfen.


Geschrieben

Wir sollten uns bemühen, die wahren Ursachen für die Vorgänge in Ghana zu finden. Es ist sehr leicht, immer wieder auf die Religionen einzuhauen und ihnen sogar zu unterstellen, sie wollten von eigenem Fehlverhalten ablenken.
Meine Erfahrungen mit "Schwarzafrikanern" (politische Korrektheit verbietet ja den Begriff "Neger") sind da ganz anders. Sie empfinden homosexuelles Verhalten als zutiefst "unafrikanisch" (nicht "unchristlich"). Sie sind ganz beherrscht von dem Stolz auf ihre Virilität und Fruchtbarkeit. Sehr oft sehen sie den Europäer als Schwätzer und Schwächling und wundern sich nicht, dass sie hier viele Schwule finden.Der Weg zur Gewalt ist da nicht weit.-
Wer sonst keinen Grund hat stolz zu sein, ist eben stolz auf die "Natur".


Geschrieben

@Crotanus, Du magst Deine eigene Weltanschauung haben. Ich für meinen Teil, glaube weder an Gott, noch dass uns irgendeine Religion Seelenheil bringen kann und schon gar nicht an ein Versprechen vom ewigen Leben im Paradies. Für mich bedeutet das Ausleben meiner Sexualität Lebensqualität und da hat sich der Staat und die Kirche herauszuhalten.


Geschrieben

@Nuwas, die Religionen haben den Schwulen oft Schlechtes beschert, darauf sollten wir oft hinweisen. Dabei verweisen die Religionen doch auf hohe ethische Standards - dass ich nicht lache, spuck!

Aber ich geb Dir da recht, die Religion ist ev. ein Spiegel der Zustände in Afrika. Rom müsste einfach knallhart seinen Einfluss geltend machen und diese Leute allesamt exkommunizieren.


Geschrieben

@Hansmarkus
Klügere Köpfe als wir mögen sich darüber Gedanken machen, wieso gerade die Religionen der"Gottes- und Menschenliebe" so gnadenlos in ihrer Sexualmoral sind. Ich setze deshalb in dieser Frage keinerlei Hoffnung
auf die römische Zentrale.In einer Zeit der Aufweichung aller Maßstäbe wird man dort sicher in Bezug auf die Bewertung homosexuellen Verhaltens konservativ auf der Unwandelbarkeit der "Wahrheiten" bestehen.
Warum werden auch in der Zukunft Schwule verachtet und verfolgt werden? Derjenige, der gar nichts weiß, nichts hat und nichts kann, kann sich so immer noch in der frohen Zuversicht sonnen, dass er im Gegensatz zu den Schwulen wenigstens eine Frau ganz "männlich" befriedigen kann. Dieses Reich muss ihm doch bleiben.Homosexuelle leben ihm nun vor, dass diese Eigenschaft gar nicht so wichtig ist.Das ist der Stachel.


Geschrieben

@Nuwas, es geht noch weiter: Das Faktum der gleichgeschlechtlichen Liebe beweist, dass ein Mann lieben kann, ohne dafür einer Frau zu bedürfen. Er kann sich nicht fortpflanzen, aber er kann emotional völlig im Geliebten aufgehen. Er braucht sein Leben lang keine Frau berührt zu haben, und es wird ihm nichts gefehlt haben.


Geschrieben

@Crotalus
Ganz einverstanden,wie fast immer. Thema sind hier aber die Ursachen der Homophobie. Minotaurus sieht immer Denken und Handeln religiöser oder klerikaler Dunkelmänner dafür verantwortlich, vielleicht auch das System der Religion selbst. Ich versuche beharrlich, hier allgemeinmenschliche Konstanten (oder tiefverwurzelte Eigenschaften) als Ursache einzuführen. Die Tatsache,dass viele Männer auch ohne die Erlösung durch das "Weib" glücklich werden können,ist ungemein tröstlich, erklärt aber nicht den unverkennbaren Hass vieler "Heten". Was genau spornt diese an? Vielleicht kann dein Scharfsinn hier helfen.


Geschrieben

Das hätte ich vielleicht noch hinzufügen sollen: Der heterosexuelle Mann glaubt sich seiner Männlichkeit vordergründig sicher, indem er das Weib begehrt, erobert und bewältigt. Er wird sich in lichten Stunden aber auch seiner Abhängigkeit von der Frau bewusst, aus der ja eine heimliche Gynäkokratie (Weiberherrschaft) resultiert. Der homosexuelle Mann ist von dieser Abhängigkeit frei und wird deswegen gehasst. Zu dieser These hätte mein letzter Beitrag führen sollen.


Geschrieben

Eine scharfsinnige Deutung. Der Schwule wird gehasst, weil er sich den Zwängen und Herrschaftsritualen der Frau nicht unterwirft. Er ist in diesem Sinne ein freier Mensch, der sich auch seiner Wertigkeit als Mann nicht durch ein gönnerhaftes Attest der Frau versichern muss.
Aber würde die Reaktion nicht eher Neid als Hass und Verachtung sein?


Geschrieben

Wir sind in der Diskussion wieder weit abgekommen von Minotaurus´berechtigter Kritik an der Verfolgung in Ghana.Auch die Komplizenschaft der Kirchen verdient Kritik.Wer wollte ihm da widersprechen? Mit einem neuen Thread über die Einschätzung des Schwulseins durch Thomas Mann versuche ich, allgemeiner zur Diskussion über die Homosexualität anzuregen.Damit nicht an dieser Stelle wieder die strengen Admins Themaferne beklagen!


Alpha_Centauri
Geschrieben

Huiuiui da sind wir ja alle froh, dass wir nicht in Afrika bzw. direkt in Ghana leben O.O und während hier in diesem Thread über die Kirche und ihre üblen Machenschaften diskutiert wird, nehme ich zufälligerweise einen Werbebanner mit den Worten: "Ich hab Jesus als meinen Erlöser angenommen. Ich möchte gerne ein Kind Gottes werden!" wahr und sogar einen Button, der direkt darunter positioniert ist: "Ja, ich will errettet werden!"
Also mir wird das langsam zu unheimlich :S
1.: Is Werbung für Religion nich irgendwie verboten und 2.: Plant die Kirche einen Anschlag auf die Gay-Community??? Und das direkt in unseren Reihen mit unterschwelliger Werbung? Also wenn's nach mir ginge, bin ich lieber Schwul als von Jesus errettet zu werden. Vor allem: Warum sehen die Afrikaner Homosexuelle als Bedrohung? Ich dachte sie sehen die Kondome der Amerikaner als Bedrohung, mit der Begründung diese wollten sie Schädigen statt vor AIDS zu Schützen o.O Wenn da nicht wieder die Kirche ihre Finger im Spiel hat, denn diese sind zufälligerweise auch keine Fans von Kondomen. Sie verhindern ja den Willen Gottes gar während des Aktes! Ob Homophobie nun die Schuld der Kirche ist oder nicht... Fakt ist, dass sie durch die Missionierung viele strenggläubige Christen in Afrika "geschaffen" haben. Die Armut machte die Afrikaner unterwürfig und das perfekte Opfer für die mächtige Kirche. Ohne Geld nämlich kein Wissen und ohne Wissen glaubt man anderen alles! Vielleicht sollte man sich mal den Begriff "Sekten" in Wikipedia erläutern lassen, so weit her ist es bei dieser "christlichen Institution" für mich nämlich nicht. Und sollten sie mich für dieses Statement einsperren, so hatte ich wenigstens recht! ;D


Geschrieben

@Alpha_Centauri
Die Afrikaner sehen die Schwulen nicht als Bedrohung, sie verachten sie von Herzen. Diese Verachtung musste ihnen nicht von den Kirchen beigebracht werden, die war schon da. Sie brauchen auch nicht den Ratschlag der Kirchen,
Kondome abzulehnen. Sie fühlen sich fruchtbar, sehen sich auf dem aufsteigenden Ast der Weltgeschichte. Die opti-
mistischen Völker haben viel Nachwuchs.
Sicher hat die Kirche in Afrika kräftig missioniert, aber unter der Tünche christlicher "Erlösung" findet sich meist die alte Naturreligion.In deren Sicht ist Europa uralt, reif zur Übergabe. Symbol dieses Verfalls sind dann die Schwulen,
so dass viele Afrikaner fast alle Europäer verdächtigen schwul zu sein.


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