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Sollte ein Coming Out in 2026 nicht längst "out" sein?


TV-Jennifer

Empfohlener Beitrag

Surfe ich durch die Medien stoße ich immer mal wieder auf Artikel wie "Person XY hatte ihr Coming Out" und das meist noch fett und groß als Titelzeile geschrieben, während es im Artikel gefeiert wird als wenn es etwas Besonderes wäre. Auch hier im Forum gibt es Fragen bezüglich eines Coming Outs, wo ich jedoch fragen muss - muss das denn heute noch sein? Wieso muß dieses Anhängsel "Coming Out" immer erwähnt werden? Bei Heteros heißt es immer nur der oder die hat ´nen Freund oder Freundin, kann das nicht auch so bei Homosexuellen sein "..hey Person XY hat einen Freund", das trifft den Nagel doch voll auf den Kopf!

Mit der Betitelung eines Coming Outs werden Gays/Lesben, meiner Ansicht nach, permanent als gesondert betrachtet, was mich zu einer weiteren Frage führt: warum muß man sich für seine Sexualität überhaupt erklären?

Betrachte ich mein Umfeld im Hinblick auf diesen Aspekt, würde ich es als Generationen-Frage ansehen. Personen im Alter meiner Eltern (bzw. noch eine Generation älter) nehme ich meist konservativ wahr, die der Thematik Homosexualität gespalten gegenüberstehen bis hin zur Ablehung, wobei einige natürlich auch sehr tolerant aufgeschlossen sind! Jüngere Generationen (Jugendliche, Ü-20 Jährige...) und Leute in meinem Alter zeigen wenige Berührungsängste, vielmehr spielt für die meisten die Sexualität anderer keine Rolle. Ich denke das liegt daran, daß junge Leute bereits (egal ob durch Medien, Freunde, Internet) früh damit in Berührung kommen und sehen, daß die eigene Sexualtität keine Rolle spielen sollte. Deshalb haben sich über die letzten Jahre viele Sub-Kulturen wie Pansexuell, Metrosexuell, Asexuell, Omnisexuell oder Geschlechtsidentitäten wie Non-Binär und Androgyn gebildet wobei ich Transsexualität ausnehmen möchte da diese in der Gesellschaft schon viel länger verankert ist.

Ehrlich gesagt bin auch ich es Leid mich neuen Leuten immer rechtfertigen zu müssen was oder wer ich bin, bzw. warum ich so bin. Man wird teilweise in eine Schublade gesteckt nach dem Motto "he der Typ ist ´ne Transe, was stimmt mit dem nicht?". Ich wünsche mir einfach nur als Mensch gesehen zu werden, anstatt ständig hinterfragt zu werden, warum ich eine (Trans)Frau bin - und dann noch gay dazu. Für Menschen die mich kennen spielt all das keine Rolle und werde als die Person wahrgenommen die ich nunmal bin - so kann das Leben echt einfach sein!

Seit Langem schon beschäftigt mich der Gedanke ob wir jemals dieses Stigma loswerden oder es ewig an uns heften bleibt. Schreibt mir gern eure Meinung dazu.

Eure Jennifer

Muss jeder wissen welche sexuelle Orientierung ein Mensch hat? Sowas sollte Privatsphäre bleiben. Man muss nicht immer alles jedem erzählen.

Ist schon ein,,Phänomen "..weitestgehend durch die Christianisierung geprägt, in der Antike war das kein Thema, wen man liebt, was man für Vorlieben hat usw. Meine besten Freunde wissen, dass ich bi bin, auch die,,Heteros",nur würde ich nicht JEDEM auf die Nase binden, was ich mag und was nicht, in Bezug auf meine Sexualität. Das finde ich, ist Privat. Jedenfalls finde ich den Begriff,,Coming out "unpassend.

Jetzabermalehrlich

Wenn die sexuelle Präferenz benannt werden soll, fängt Diskriminierung an. Es ist nicht nur meine Privatsphäre, sondern es ist meine Intimsphäre, die ich - wie jeder andere Mensch auch - respektiert wissen möchte. Der Umkehrfall wäre: in einer Talkshow wird ein bekannter Politiker gefragt: Was ist eigentlich in ihrer Jugend schief gelaufen, dass ausgerechnet Sie eine Hete geworden sind? Ein Aufschrei würde durch das Land gehen. Und zwar zu recht. Auch die pseudo-toleranten Menschen, die mir sagen, sie hätten kein Problem damit, dass ich schwul bin. Genau die haben ein Problem und schieben es auf mich ab. Dafür soll ich noch ein Coming out liefern? Im Leben nicht. Leider begegnen mir in unserer Gesellschaft noch sehr viele Menschen, die nicht verstehen, dass es bei Homosexualität genauso um Gefühle (vorrangig Liebe) geht, wie bei allen anderen Menschen auch. Ich möchte nicht abgewertet oder gar entwertet werden. Da gibt es Altnazis, religiösen Fanatismus aber auch erstaunlich viele junge Menschen, die unfassbar intolerant reagieren und das auch noch kundtun. Ich fürchte leider, die von uns allen gewünschte "Normalität" wird es flächendeckend nie geben. DAs ist traurig. Aber damit müssen wir leben.

Bei den Menschen in meinem Bekanntenkreid habe ich nach ihrem Coming Out keine Veränderung feststellen können. Von daher brauche ich die Unterscheidung nicht. Andererseits gibt es ja auch Menschen,vdie damit ihren stolz auf ihr Outing und ihre Zugehörigkeit ausdrücken wollen und denen man das dann auch so belassen sollte

Deine Themen sind immer sehr interessant.
Nur glaube ich was das Thema coming out angeht siehst du durch eine rosarote Brille.
Unsere Gesellschaft ist und wird nicht breit sein alles und jeden zu akzeptieren, auch wenn wir 2026 haben. Und was die Damen und Herren in der Regierung versuchen mit ihrer angeblichen Offenheit ist lächerlich und macht uns weltweit zum Gespött.
Transgendern,Damenbindenautomat auf der Herrentoilette oder einmal im Jahr das Geschlecht aussuchen. Und du fragst uns ernsthaft warum coming out so gefeiert wird?
LG Marie

Hallo Jennifer

Im Vorfeld muss ich sagen das ich selber Bi und CD bin . Ich finde es wichtig sich bei seinen näheren Lieben (Frau, Kinder) outen zu können. Es ist mir auch bewusst das es nicht in jeder Beziehung möglich ist. Noch weniger es auszuleben! Sich nicht verstecken zu müssen bietet große Vorteile.    Angefangen mit dem waschen der Damensachen und verstecke ich meine High Heels.😉.  Andererseits muss ich das nicht überall. Meine Kollegen würden das nicht verstehen.                          Nüchtern betrachtet sind Mann und Frau von der Natur dafür ausgelegt Kinder zu machen.      Dazwischen bietet die Natur eigentlich keinen freien Spielraum. Wer jetzt auf schreit schaue bitte auf meinen Anfang. 

Liebe Grüße Mel

Mag sein, dass es in den großen Städten und toleranten Ecken quasi zum Normalzustand geworden ist, non-hetero / "anders" zu sein, ich lebe in einem kleinen Dorf im Nordpfälzer Bergland und auch wenns dort sogar Händys und Internet gibt, in den Köpfen ist dort noch nichts angekommen. 

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