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  1. In der letzten Stunde
  2. Moin zusammen ☕️☕️
  3. Ja schön langsam und tief....geniessen
  4. Wenn ich schon unten liege und die Hände frei habe, dann lasse ich mich auch gerne abreiten. Ein herrlicher Anblick...
  5. Ignorieren, anschauen, riechen und essen natürlich, wenn nix auffällig ist. Es sei denn er ist ein halbes Jahr drüber oder so. Dinkeltoast oder Weizenttoast?
  6. Anmerkung der Autorin: Ich weiß nicht, ob man das hier verstehen wird, aber ich hatte heute Morgen das Bedürfnis, meiner Geschichte ein menschlicheres Ende anzufügen. Ab: Ich sollte keine Romantik aufkommen lassen, dachte Henry jetzt. Ich will doch nicht, dass sie mir morgen an den Hacken klebt. Henry denkt: „Mein Gott, sie ist ein Transgirl, was heißt das denn?“ Das heißt doch, sie hat einen Vaterkomplex und will es mit ihrem Alten treiben, weiter nichts, und ich werde eben in diese Rolle schlüpfen. Ich werde ein harter, strafender Vater sein, der es ihr besorgt, ohne störende Gefühle. Warum hat sie sich denn die Lippen aufspritzen lassen? Doch nicht zum Küssen. Blasen will sie. Sie will dienen und Abbitte leisten an dem inneren Götzen, den sie sich von klein auf aufgebaut hat. Der Götze, der zurückgeblieben ist, als ihr Alter die Mutter und sie sitzen ließ und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Der sie bedrängt und Forderungen stellt, der sie zwingt, sich möglichst sexy und verführerisch zurechtzumachen und sich den Kerlen anzubieten, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erwarten Henry hatte diese Zusammenhänge einmal in einem Bericht in der Psychologie Heute gelesen, die im Wartezimmer seines Hausarztes herumlag, und er hatte einfach nur Verachtung empfunden für diese Klemmtucken, die sich von A bis Z etwas in die Tasche lügen, um sich nicht selbst zu durchschauen. Irgendwie verachtenswert findet er das auch jetzt. Er selbst durchschaut sich doch auch und er macht sich nichts vor. Er steht nun mal auf Weiber, aber nicht wegen ihres Innenlebens, sondern wegen ihrer Karosserie. Und Hupen müssen vorne dran sein, das ist wichtig. Man muss sich das eingestehen und dann das Beste draus machen und sich nicht darum kümmern, wenn manche die Einstellung für schäbig halten. Nele läuft stumm neben ihm her und er hält sie an der Hand, wie er zum letzten Mal seine erste Freundin an der Hand hielt, vor fast vierzig Jahren, bevor das Leben ihn desillusionierte. Henry lässt Neles Hand erschrocken los, weil ihm die Kitschigkeit der Situation jetzt erst vollkommen bewusst wird. Er hatte die Hand freilich nur hingehalten, um sie rumzukriegen. Eine List eben. Sie schaut ihn von unten herauf fragend an, mit ihren Smokey Eyes, die kaum zum Aushalten sind, weil sie so verrucht wirken und nur zu dem Zweck erfunden wurden, um Männern das Hirn zu vernebeln, für einen kurzen Rausch und aus. Jetzt sieht er einen dunklen Hauseingang und beschließt spontan, sie dort hineinzudrängen und sie in die Knie zu zwingen, damit sie ihm endlich einen blasen kann. Das will sie und das will er und dann ist alles erledigt und er kann sich auf den Heimweg machen. Kein Mensch wird erfahren, dass er mal kurz aus der Bahn gespült worden war. Also schiebt er sie, also zwingt er sie auf die Knie, und alles läuft wie geplant. Sie wird ihn gleich herausholen und er wird nicht mit sich spaßen lassen. Doch da geht plötzlich das Licht in dem Hauseingang an und ein Mann ruft von einem Fenster oben herunter: „Soll ich euch die Polizei hinterherschicken, oder was?“ Und dann rennen beide, wieder Hand in Hand, die Straße hinunter und müssen lachen und prusten und fühlen sich wie zwei ertappte Ganoven, die durch ihre kleinkriminellen, ach so bösen Taten mehr und mehr zusammengeschweißt werden. Neles Zimmer ist klein. Das Zentrum bildet ein rotes Sofa vom Sperrmüll. Sie ist ja Studentin. Dann wird es eben auf diesem Sofa geschehen, sagt sich Henry, während Nele in ihrer winzigen Einbauküche mit dem Zweiplattenherd schnell zwei Säfte eingießt. Henry schaut sich etwas um, obwohl es nicht viel zu sehen gibt, aber einen Anlass für einen Smalltalk braucht man schon. Dann entdeckt er das Nietzsche-Porträt über dem Sofa. Es zeigte den alten Nietzsche, dem man schon seine beginnende Schlagseite ansieht, „Du weißt schon, dass Nietzsche ein ganz harter Hund war, der den Willen zur Macht geschrieben hat und dem das Mitleid mit der geschlagenen Kreatur ein Greuel war. Was im Wanken ist, muss man noch stoßen, war seine Maxime. Hast du das gelesen? „Weißt du Bescheid, welchen Geist du hier in deiner Bude heraufbeschwörst“, sagt er zu Nele, die jetzt gerade die Säfte auf ihrem Couchtisch mit der verkratzten Tischplatte abstellt, ohne etwas zu verschütten, obwohl die Gläser randvoll sind. „Das passt mit Sicherheit nicht zu deiner politischen Einstellung“, fährt Henry fort, in der Gewissheit, einem naiven Ding hier die Augen zu öffnen, bevor es hier drin zum finalen Kampf der Geschlechter auf der Matratze kommt. Eigentlich gefährdet er ja sein Vorhaben damit. Naivität ist ja die beste Basis. Nele nimmt Platz auf der Kante des roten Sofas und hält dabei die Knie streng zusammen, wie es Damen der Gesellschaft früher taten, und bittet Henry, sich neben sie zu setzen. Doch er bleibt breitbeinig direkt vor ihr stehen, weil er so die bessere Startposition hat für das, was er plant und was jetzt endlich kommen muss, bevor das Ganze hier zu einer Seifenoper verkommt. Er lässt den Blick über ihre Knie und die strammen Schenkel gleiten und dann nach oben zu ihren festen Brüsten, die einladend in der Auslage liegen, und dann weiter nach oben zu ihrem schlanken Hals, in den er sich gleich verbeißen wird, und noch höher zu diesem Mund, der so sinnlich und voll ist und so viel Gutes verspricht, und dann fällt sein Blick in ihre blau-kristallinen Leuchter. Ja, er denkt tatsächlich Leuchter, wie Jäger die Augen des Rehes nennen, die sie eindringlich anschauen, bevor sie es gleich erschießen werden, und deren gebrochener Blick das Letzte sein wird, was sie von ihnen später in Erinnerung behalten werden. „Weißt du, mein Vater zahlt die Bude hier und der hat mir das Bild zu meinem Auszug daheim geschenkt und dabei empfohlen, ich sollte möglichst viel von diesem Nietzsche lesen, wie er es auch früher tat, um die Menschen kennenzulernen und ihre innersten Motive. Er meinte, danach würde ich keinem Schurken mehr auf den Leim gehen, weil ich wüsste, alle wollen letztlich nur Macht.“ sagte sie jetzt fast tonlos, als müsse sie den weisen Ratschlag ihres Vaters direkt jetzt und hier noch einmal überdenken, mit der Gefahr, ihn wirklich zu verstehen. Henry sollte das Thema wechseln, findet er. Dann fährt Nele fort: „Weil ich zu faul war, den ganzen Kram von Nietzsche zu lesen, habe ich nur kurz in Wikipedia Erkundungen über diesen Typen eingeholt und da habe ich herausgefunden, dass er am Ende seines Lebens durchdrehte und all seinen Mist, den er geschrieben hatte, bereuend einem Droschkengaul, schützend um den Hals fiel, in Tränen aufgelöst, weil dessen Besitzer das arme Tier gerade auspeitschen wollte, weil der arme Gaul die Kutsche vor Kraftlosigkeit und Ausgemergeltheit nicht mehr ziehen konnte.“ Da habe ich mir gesagt, dieser Nietzsche war wirklich ok und hatte zum Schluss durchaus verstanden, worauf es ankommt im Leben.“ Henry war sich nicht sicher, ob er alles begriffen hatte, was Nele eben vom Stapel gelassen hatte, aber er setzte sich direkt neben sie auf die Couch und küsste sie. Eigentlich hasste er ja solche Rührseligkeiten abgrundtief, aber irgendwie war er doch geflasht von so viel naiver Konsequenz, die ja bei Licht besehen einfach viele Probleme, die sich die Leute jeden Tag bereiten, vom Tisch wischt. Nele erwiderte seinen Kuss mit maximalem Gefühlseinsatz und sie wusste, dass sie recht gehabt hatte mit ihrer Meinung, dass reife Männer in der Lage sind, Gefühle zu zeigen, nicht wie Jungspunde wie dieser Kay und dieser Uwe, die sich davor fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser. Die nichts anderes wollen als billigen Sex und irgendwelche Matratzenturnübungen. Dann versanken Nele und Henry ineinander, die Zeit und Nietzsche vergessend.
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  7. Heute
  8. guten morgähn
  9. 5 4 8 0 5
  10. Guten Morgen 🤗
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