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Wie stehen wir Schwule zu Migranten,


Sunrise

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Dr. Thilo Sarazin hat die Klatsche herausgeholt und auf die Probleme zur Integration von Ausländern hingewiesen. Viele stimmen ihm offen oder versteckt zu. Um das Amt des Bundespräsidenten nicht zu beschädigen, ist er freiwillig von seinem Amt als Vorstand der Bundesbank zurückgetreten.
Nun hat die SPD ein Ausschlußverfahren eingeleitet. Auch hier in Berlin geht ein Riß querr durch alle Parteien für ein für und wider.
Nun versucht die SPD Land zu gewinnen und veranstaltet über die ganze Woche Informationstage (Hier in Berlin) , um darzustellen was sie bisher in der Integrationspolitik geleistet hat..
Meine Frage: Wie stehen wir Schwulen zu Migranten, Ausländern und Andersfarbigen ?
Sind schwule Ausländer für uns nur Lustobjekte ?
z.B. Latinos, Schwarzafrikaner oder Asiaten.
Haben sie eine besondere Ausstrahlung wegen ihres exotischen Aussehens oder ihrer ganz anderen Kultur?
Gibt es eine Chance für eine dauerhafte Beziehung zu so ganz anderen Menschen in einer oft schwulen- und ausländerfeindlichen Umgebung?
Wie ist Eure Meinung hierzu ?
Es ist mir sehr wichtig eine Antwort hierrauf zu finden.


Geschrieben

Sicherlich üben "Exoten" einen sexuellen Reiz aus, das allerdings ist nicht pauschal nur bei Schwuppen der Fall. Nicht unüblich sind Beziehungen zwischen asiatischen Frauen und europäischen Männern oder europäischen Frauen und Schwarzen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Oft ist der Hintergrund finanziell motiviert und einseitig. Ich persönlich würde eine Beziehung zu einem Migranten nur dann eingehen, wenn er selbst autonom genug ist und nicht auf meine finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Dann gibt es durchaus eine Chance zu einer dauerhaften Beziehung


Geschrieben

Gay ist gay,,,,,eine Hete ist ne Hete,,,, Bi bleibt Bi,,,egal,,ob Latino Afro...Asiat ,,Grün Gelb oder .blau..

vollkommen egal....

LG vom Sir


Geschrieben

@Silberblick,
während meiner zeitweiligen beruflichen Tätigkeit in Asien, hatte ich einen jungen Dolmetscher. Dieser hatte nur eines im Kopf zu lernen und möglichst Karriere zu machen. Dieser junge Mann besuchte 6 Stunden am Tag eine Highschool zur Erlangung der Hochschulreife. 5 Stunden Schule, 6 Stunden lernen, 6 Stunden arbeiten im Krankenhaus und 6 Stunden schlafen. Ich habe ihn bewundert weil er nicht nur Thai mit thailändischer Schrift, english mit unserer Schrift, chinesisch mit den vielen Schriftzeichen und koreanisch mit ebenfalls anderen Schriftzeichen, beherrschte. Nun studiert er in Seoul Südkorea Informatik, weil dort eine der besten Universitäten in Asien ist.
Mir erging es ähnlich. Um meiner Familie zu beweisen, für die ich als Schwuler minderwertig galt, habe ich ein Leben lang gelernt. (Was und welche Diplome will ich hier nicht nennen, sonst würde es wie eine Selbstdarstellung aussehen.)
Es sind nicht alles Menschen die in Not leben oder finanzieller Unterstützung bedürfen. Wir sollten von ihnen lernen und uns darüber freuen, dass sie unser Leben, Wissen und durch ihre Kultur, bereichern.


Geschrieben

Die Kultur ist im entsprechenden Land immer eine Bereicherung und meine Urlaubsziele waren stets fernab von Touristenhochburgen. Deine asiatischen Einschläge jedenfalls vermögen bei mir keinen entsprechenden Eindruck zu vermitteln, respektive nehme ich es aber zur Kenntnis
Einen Ehrgeiz aufgrund meiner sexuellen Orientierung gegenüber der Familie musste ich zum Glück nicht entwickeln - sie wurde von mir einfach als Tatsache geäußert und ich konnte auch die Akzeptanz einfordern. Diese Umstände sind leider nicht jedem gegeben und Du bist auch unter einer anderen Generation aufgewachsen, vermutlich bist Du auch ein Einzelkind? Wie dem auch sei, ich bin bei Migranten in Deutschland immer skeptisch. Es sollte schon ein fundierter Background vorhanden sein.

Geschrieben

@ Silberblick,
nicht nur Asien. Den größten Teil meines Lebens habe ich in Centroamerica verbracht.
Dort habe ich u.a. im Straßenbau mit den Einheimischen Steine geschleppt. Bei glühender Sonne. Wenn die anderen Siesta hielten habe ich weiterarbeiten müssen. Oft kam ich mir wie ein Sklave vor.
Japanische Unternehmen haben die Brücken gebaut, damit ihre Autos auf den von mir mit errichteten Straßen fahren konnten.
Das Gefühl für deutsche Gründlich- und Pünklichkeit haben mich voran getrieben.
Auch als Rentner hätte ich gerne mein restliches Leben in Mexico verbracht. Schon wegen der dortigen, europäisch beeinflussten Kultur.
Augentblicklich steht ja das Jahr 2012 wieder in der Optik. Film von Robert Emmerich- Wir waren gewarnt -
Dieser Film und auch das Buch dazu nehmen Bezug auf den Mayakalender. Dieser reicht von 800 bis 2012.
Die Mayas konnten schon die Zeit auf 8 Sekunden genau bestimmen. Heute erst erreicht mit der Atomuhr.
Die Geheimnisvollen Weissagungen der Maya - (Buch habe ich leider verliehen, daher keine näheren Angaben)
hat zu vielfältigen Spekulationen Anlass gegeben.

In Asien lebe ich, weil meine Familie es verlangt hat. Mein Schwulsein wird zwar nicht akzeptiert, doch meine Beratung ist gefragt. Wir errichten Industrieanlagen für die Petrochemische Produktion.
Die Kultur dort ist für mich viel schwerer zu verstehen. In Vietnam gibt es, nach den Franzosen noch viele Christen, doch das Denken wird von Laotse beeinflußt. In China ist es Konfuzius, dessen Lehre mit den Kommunisten konform geht, während in Südostasien der Theravada Buddhismus und in Indonesien der Islam vorherrschend ist.
Man muß aber lange dort leben um die Kultur in sich aufzunehmen.

Meine zu Anfang gestellten Fragen zielten aber in eine andere Richtung. Nicht den finanziellen Aspekt.
Nach dem Fall der Mauer war ich in den Neuen Bundesländern 14 Jahre beruflich tätig.
In Berlin habe ich einige schwule Paare kennen gelernt, die mit einem Asiaten liiert waren oder sind.
Hier aber sind mir Probleme aufgefallen, die ich gerne vermeiden wollte. Einmal war es der oft große Altersunterschied, neben Sprach-und Bildungsunterschiede. Nach einigen Jahren war die sexuelle Anziehungskraft erloschen, zu sagen hatte man sich eh nichts und meistens stand der Asiate alleine da.
Solch eine Situation möchte ich auf jeden Fall vermeiden und ich würde meinen asiatischen Freund nie nach Deutschland einladen.
Da ich soviel älter bin, regelt es die Natur. Doch dann bleibt mein Freund in seiner Familie, seiner ihm bekannten Umgebung und seinen Freunden zurück.
Hier in Deutschland haben es alleingelassene junge Asiaten wesentlich schwerer. Sind sie jung, verdienen sie sich oft ihren Lebensunterhalt als Stricher, sonst als Rosenverkäufer in den Bars oder als billige Arbeitskräfte in asiatischen Bistros. Solch eine Zukunft möchte ich meinem jungen Freund nicht zumuten und kann es nicht verantworten.
Auch dazu würde ich gerne Eure Meinung hören..


Geschrieben

sehr erstaunt habe ich den titel dieses threads wahrgenommen. haben schwule eine andere beziehung zu migranten als heterosexuelle?. also diesen zusammenhang verstehe ich nicht. die frage nach unterschiedlichen erfahrungen und entsprechenden einschätzungen zum thema "migranten" kann ich nachvollziehen. doch warum sollten schwule eine speziell andere sicht zu diesem thema haben?
den anderen als so etwas wie ein "sexobjekt" zu sehen, evtl. sogar nur noch die äusserliche anziehungskraft zu sehen, finde ich ist ein sehr interessantes thema, doch das im zusammenhang mit mirgranten zu erörtern, finde ich hat einen merkwürdigen beigeschmack.
auch befremdet mich die schilderung von @ sunrise@ was möchte denn dein freund? klar können kulturunterschiede eine große rolle in beziehung spielen. doch diese unterschiede sind in den meisten begegnungen zwischen menschen. auch 2 deutsche männer können so unterschiedlich hier in deutschland aufgewachsen sein, dass zwischen beiden unüberbrückbare unterschiede sein können
also mir ist nicht klar über was hier geschrieben sollte. im moment komme ich mir hier vor wie in einem sehr kolonnialistisch anmutenden film.


Geschrieben

Oh je,,,,stimmt,,das Maya Gedusel durfte ja net fehlen


Geschrieben

@rolfina,
die große Zustimmung, die Sarazin hier zu seinem Buch erfahren hat, zeigt doch wie unterschwellug bei vielen Menschen hier in der Bundesrepublick Ausländerangst und dem Einfluß einer islamischen Kultur besteht.
Hier in Berlin ist es vielleicht nocht offensichtlicher. Gerade von Menschen aus dem sog. Mittelstand hat Sarazin Zustimmung erfahren.
Da wir Schwulen Toleranz und Akzeptanz bei den CSDs einfordern, glaubte ich , dass wir Schwulen mehr Gespür für Probleme mit Migranten, Ausländern und Andersfarbigen , haben.
Dazu würde ich gerne Eure Meinung hören und nicht runtergemacht zu werden.
Es ist doch nicht von ungefähr, wenn ich mit einem deutlich erkennbaren Ausländer in der UBahn fahre, blöd angequatsch zu werden.
Von Schwulen erwarte ich einfach mehr Toleranz.
Ich habe hier über ein sehr weites Spektrum aus meinem Leben berichtet. Wobei ich nicht erwarte, dass Du mir antwortest, aber auch nicht vorbeiredest.
Ebenso wie Du meine Frage nicht verstehst oder akzeptieren willst, kann ich mit Deiner Meinung hierzu auch nichts anfangen.
Auch wenn zwei Deutsche hier in unterschiedlichen Kultur oder Bildungsbereichen aufgewachsen sind. So finden sie sich doch leicher zurecht als jemand mit einem Migrationshintergrund.
Mir geht es hier in erster Linie um Fun und Unterhaltung. Darum greife ich einmal ein neues Thema auf, um nicht nur immer über DTW, oder Männer mit Strapsen lesen zu müssen.


Geschrieben

Zum anderen fordert die deutsche Industrie den Zuzug von jährlich mindestens 500 000 jungen Ausländern, um die Produktion überhaupt aufrecht halten zu können.
Zur Zeit fehlen mehr als 40 000 Ingenieure. Wo sind denn die Deutschen die Naturwisenschaftenb, Chemie oder Physik studieren.? (Lafontaine und Frau Merkel sind in die Politik gegangen)
Wir müssen es akzeptieren, dass junge Ausländer hierher kommen, um hier zu studieren. Noch haben deutsche Universitäten einen guten Ruf, wobei allerdings die ETH Zürich an der Spitze steht.
@ Foot Sir Du brauchst hier nicht Rolfina nachzubrabbeln.Von Dir erwarte ich eine sachliche Argumentation.


Geschrieben

lieber sunrise
ich verstehe die fragestellung nicht, runtergemacht habe ich dich an keiner stelle
warum erwartest du mehr toleranz von schwulen? ich muss den ganzen tag die heterosexuelle übermacht tolerieren, ich hab auch so meine grenzen
das thema um den herrn mit dem aufmerksamkeits-gen ist doch schon abgegrast. der mann ist sowas von gestern, das auch die kurzfristige aufmerksamkeit auf ihn daran nichts ändert.
lassen wir doch mal die schwulen bei dem thema "migration" auf seite, dann kann es doch besser zum gespräch kommen. bei allen problemen die es grade in den städten beim zusammenleben geben kann, finde ich es dennoch richtig, dass menschen sich auf jedem platz der erde aufhalten und sich die kulturen munter mischen. es wäre doch toll, wenn das zusammenleben tatsächlich veränderung bringen würde. das problem ist doch dass menschen und gesellschaftlichen sich nur sehr träge verändern, die existenziellen notwendigkeiten aber oft keine rücksicht auf diese trägheit nehmen so das wir oft mit ideen von gestern heutige probleme lösen wollen. dass der andere mensch mir so fremd ist, das macht mir probleme. ich müsste mich informieren, der andere auch, das ist arbeit, da hat keiner zeit für. und so hängen wir uns alle viel zu dicht auf der pelle und wollen uns eigentlich gar nicht so intensiv mit dem anderen beschäftigen und dann erst werden die argumente von kulturunterschieden oder mentalitätsunterschieden herangezogen
ich sag doch das thema, migration finde ich sehr interessant
auch das thema der äusserlichen reize finde ich sogar hochinteressant, doch so zusammengenannt, vermischt, find ich das gruselig
es ist doch nicht nur das exotische, auch jugend oder anonymität können ausslöser sein sich nur noch mit der äusserlichkeit eines anderen zu beschäftigen. zumindestens ein weites thema und auch ein eigenes thema wert.
mir kommt deine frage so vor
was sagen schwule zu:
und dann könnte ich dahinter alles mögliche listen
doch politische überzeugungen, glauben, haltungen zu ethik sind ja nicht von sexuellen vorlieben abhängig
also, das ist meiner erfahrung, doch lasse ich mich gerne belehren


  • Moderator
Geschrieben

Wie stehen wir Schwule zu Migranten ?, waaa ???
Diese Frage ist mir zunächst mal viel zu pauschal, denn es gibt Migranten und Migranten, solche und solche, abgesehen davon dass ich absolut nicht nachvollziehen kann wieso Schwule anders darüber denken sollten als Heten, es sei denn es geht darum sich einen willigen jungen Ausländer als mehr oder weniger abhängigen "Lover" zu halten.

Warum gibt es einen derartigen Wirbel um Sarrazin's Aussagen ? Wäre Sarrazin irgend ein blöder Spinner würde sich gewiss niemand über seine Thesen aufregen. Die breite Zustimmung, die er unbestreitbar aus der Bevölkerung erfährt, kommt nicht von ungefär und hat meiner Meinung nach noch ganz andere Hintergründe als Ausländerangst oder etwa Bedenken vor dem wachsenden Einfluss islamischer Kultur. Tatsache ist doch dass Deutschland von vielen als das gelobte (Migrations)land angesehen wird, und es sich längst herumgesprochen hat dass man in Deutschland - auch wenn man keine Arbeit bekommt - immer noch ganz gut von den sozialen Leistungen des Staates leben kann.

Das grosse Problem an der Sache ist dass aus meiner Sicht vorwiegend solche Migranten nach Deutschland kommen die in ihrer Heimat keine oder nur schlechte Lebensperspektivenn haben. Ein gebildeter, gut situierter Türke etwa hat doch erst einmal überhaupt keine Veranlassung nach Deutschland zu gehen, und das ist der springende Punkt.

Auch wenn Sarrazin sehr provoziert und seine Thesen völlig überspitzt formuliert, so trifft er doch im grossen und ganzen in der Bevölkerung auf Zustimmung, während sich ob seiner Aussagen Politiker empört entrüsten und ein wahres Spiessrutenlaufen gegen ihn veranstalten. Könnte es vielleicht sein dass sie damit von einer über Jahrzehnte verfehlten Ausländerpolitik ablenken wollen ?

In einer Zeit, in der immer mehr Deutsche um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, in der ältere Arbeitslose auf dem ersten Arbeitmarkt nichts mehr Wert sind, immer mehr Menschen auf die Hilfen des Staates angewiesen sind, ist es doch wenig verwunderlich, dass der Unmut darüber wächst dass es unser Staat Migranten derart einfach macht sich auf Kosten unserer Gesellschaft ein warmes Nest zu bauen. Dies wird noch verstärkt durch die von Sarrazin - meiner Meinung nach - zu Recht beanstandete Integrationsfaulheit
( um das Wort Integrationsverweigerung zu vermeiden ).

Ein Grossteil der Migranten - nicht alle - kapseln sich ab, errichten ihre eigene Ghettos. In meiner Stadt sind ganze Strassenzüge, sogar ganze Stadtteile geprägt von türkischen Geschäften, Gebetshäusern und Moscheen. Oft holen jüngere Migranten, wenn sie erst einmal begriffen haben wie es hier läuft, nach einiger Zeit ihre Eltern nach Deutschland, die dann teilweise jahrzehnte lang hier leben ohne ein einziges Wort deutsch zu sprechen. Dass ein deutscher Arbeitsloser nicht sonderlich begeistert darüber ist dass solche Menschen bei uns "durchgefüttert" werden, während man ihm die Bezüge immer weiter kürzt liegt doch auf der Hand.

Ich bin kein Riesenfan von Sarrazin, aber ich bin dankbar dafür, dass er die Diskussion zum Thema Migration und Integtation einmal mehr in Gang bringt und das ausspricht was viele Deutsche denken.

Um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen ich sei ausländerfeindlich möchte ich klarstellen:
Ich kenne persönlich etliche Ausländer, die sich hier in Deutschland voll integriert haben und zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft geworden sind. So gibt es z.B. in meiner Nähe eine türkische, muslimische Familie, die sich eine Existenz mit einem Döner-Restaurant aufgebaut hat. Wann immer ich diesen Menschen begegne empfinde ich sie als sehr freundlich und überaus angenehm. Auch kenne ich hier auf gays.de einige junge User mit Migrationshintergrund, welche ich jedoch aufgrund der Tatsache dass sie hier bei uns geboren und aufgewachsen sind als deutsche Mitbürger betrachte.

Geschrieben

ich spreche vom erdenbürger,jeder gehört für mich dazu,verschiedene kulturen sind eine bunte galerie.
es gibt solche und solche menschen,egal aus welchem land sie kommen.
ich hab kein problem mit migranten ,.
f.g.frederik


  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Ich mag sie ... oft lieber als die charaktertypisch gebügelten Deutschen, was aber nicht pauschal gilt, sondern individuell bezogen. Ich habe durch sogenannte Zugereiste mehr Akzeptanz, Zuspruch, Freundlichkeit und Benehmen erlebt, als mir das von den meisten mir begegneten Deutschen je vermittelt worden wäre. Besonders bei Leuten aus dem vorderen Orient bzw. Arabern/ Nordafrikanern erlebe ich das immer mal wieder. Sogar die jungen Leute verhalten sich da anständig. Andererseits bemühe ich mich, auch freundliche, anständige Deutsche als auch kriminell gewordene Zugereiste mit zu zählen, oder bloß noch Menschen zu sehen, und den ganzen Firlefanz von den Nationen und Erb-Unterschieden bei Seite zu lassen, der so oder so nur in den Kopfgemäuern wirklich existiert. Schließlich stammen alle Menschen aus dem einen Genpool, den uns vielleicht 10 000 -100 000 Urahnen mit auf den Weg gegeben haben.
Aus einer gemischten Wurzel komme ich selbst, das würde man nach so vielen Generationen nur nicht mehr als Solches betrachten. Romanes und Juden waren halt schon seit längerer Zeit hier.

Was dieser unsägliche Sarrazin alles erlebt hat, kann ich ja nicht wissen, vielleicht hat er schlechte Gene mitbekommen, oder wurde nicht lange genug gestillt oder so etwas. Statt sich mit Statistiken zu wappnen, und die Humangenetik zu verunglimpfen, sollte er vielleicht besser im Bio-Unterricht aufgepasst haben. Mit seinen Bildungslücken setzt er sich in ernsthaften Auseinandersetzungen bloß selbst in die gefürchtete Matsche.

Das Bilden von Parallelgesellschaften verstehe ich unterdessen immer besser. Das fing wohl damit an, als ich Wallraff gelesen hatte. Es ist kein großes Wunder, wenn der Umgang wie dort beschrieben vielfach so ablief.


Geschrieben

Meine Stellung zu Migranten in Deutschland

Das Thema kann ich für mich nur richtig abhandeln, wenn ich einen Ausflug in die Geschichte beider deutscher Staaten mache.
Ich bin in der DDR sozialisiert worden.
Bis zu meinem Einstieg in meine jetzige Firma, also etwa mit 22 Jahren, waren Ausländer ein Gerücht. Es soll sie gegeben haben – genaues wusste ich damals aber nicht.
Und jetzt wird es zweigleisig.
Es gab nämlich eine staatlich verordnete, idealisierte Ansicht zu Ausländern.
Die lautete in etwa:
Angehörige der Völker, die gegen den Imperialismus und für Ihre Freiheit kämpfen erhalten in der DDR medizinische Versorgung und eine Ausbildung. Sie sind Freunde, die im Kampfe gegen den Klassenfeind an unserer Seite stehen. Solidarität und so.
Und dann gab es die inoffizielle Version.
Vor meinem allerersten Zusammentreffen mit vietnamesischen Arbeitern hat mir ein deutsche Kollege den ernstgemeinten Rat gegeben. „Bei denen musst Du aufpassen. Die haben alle bei sich zu Hause Amis gekillt. Die Jungs sind nicht ganz dicht.“

Dementsprechend groß war der Bogen, den ich drum rum gelaufen bin.

Also keine persönlichen Erfahrungen. Nur Vorurteil.

Die Vietnamesen haben in einem gesonderten Wohnblock gelebt, der in nichts von denen abwich die wir auch bewohnt haben, und da Sie in DDR – Mark bezahlt wurden – naja.
Das Gerücht dass die alle schwul sind war nur eine Frage der Zeit.

Und dann gab’s da noch die Algis (Algerier). Die Arschlöcher wurden in Dollar bezahlt, haben im Intershop eingekauft und unsere Weiber reihenweise gevögelt. Da kam der Durchschnittsknabe nur gegen an, wenn er selber in D – Mark schwamm.
Zum besseren Verständnis – ich kenne keinen einzigen Algi. Also auch wieder nur Vorurteil.

Dasselbe kann ich auch für Juden in der DDR für mich behaupten.
Ich kenne keinen einzigen. Aber ich kenne die Vorurteile.

Ein näherer Kontakt oder gar ein Austausch der Erfahrungen und Kulturen war staatlicherseits seltsamerweise nicht gewollt. Ich behaupte heute, dass er sogar bewusst abgewürgt wurde.

Daneben hatten wir immer noch die Russen. Besatzungsmacht – das unbekannte Wesen.
Den einfachen Soldaten habe ich nur in der Gruppe unter Leitung eines Offiziers oder als Kofferträger und Bursche einer Offiziersfamilie erlebt. Ich habe selbst gesehen, wie einer dieser armen Kerle mit Tritten von seinem Offizier in Schwerin durch den Bahnhof traktiert wurde. Ihm war einer von etlichen Koffern und Schachteln aus der Hand gefallen. Russische Offiziere waren für mich Schweine. Heute ist mir dieses damalige Pauschalurteil peinlich. Damals nicht.

Erst sehr viel später und in anderen Zusammenhängen ist mir bewusst geworden, dass niemand von den Deutschen, weder Reisende, Angehörige der Bahn oder gar staatliche Sicherheitskräfte (Transportpolizei) den Mumm oder den Willen hatten dort einzuschreiten und diesen Vollpfosten in seine Schranken zu weisen.

Nach meinem Abgang in die BRD bin ich sehr schnell mit den Vorurteilen über Türken, Spaghettifresser, Ouzusäufer etc. bekannt geworden. Noch bevor ich überhaupt Türken, Italiener oder Griechen kennengelernt habe.
Allerdings haben mich meine Erfahrungen aus der DDR davor bewahrt zu glauben.
Ich tat recht daran – auch wenn der einzige Kontakt zu Italienern die deutsche Version von Pizza ist.
Mein Kontakt zu Türken als Arbeitskollegen hat mich reicher gemacht. Genauso wie mich der Kontakt mit Deutschen reicher macht.
Deshalb mal meine Frage: In wie weit könnte es sein, dass wir eine Mitschuld an der Bildung von Parallelgesellschaften haben?
Wenn ich, von wem auch immer ständig vorverurteilt und ausgegrenzt werde, dann ziehe ich mich zurück und suche mir anders wo Bestätigung, Zuneigung, Liebe oder auch nur ein freundliches Wort.
Und genau das passiert mir öfter als mir lieb ist.

Der Text wurde neu gegliedert.

Geschrieben

@sunrise,
Ich bin selber "Ausländer" und mir persönlich kann die Zuwanderung nicht zu groß sein. Die Ausländer hier in Zürich sind so lebendig und leicht überdreht. Am Samstagabend sind sie oft in größeren Gruppen unterwegs - und es wird einem ein Bisschen komisch, wenn sie entgegenkommen. Meist sind es Jugos und Albaner, viele Italiener gibt es auch.
Ich muss sagen sie sind alle ziemlich heiß und es wäre ein extremer Verlust für die Stadt, wenn es sie nicht mehr gäbe.
Die Ausländer sind auch nicht mehr so schwulenfeindlich wie früher. Also wenn ich sie auf der Strasse so ein bisschen mustere sind sie eher verlegen und reagieren nie aggressiv. Es gibt jetzt auch viele Deutsche, meist im Business-Look, die sind auch recht süß.
Ich habe Ausländer auch schon näher kennen gelernt und ich musste feststellen, dass der Unterschied zu den Schweizern gar nicht so groß ist. Ich bin dann eher überrascht wie anders ich gewisse Dinge sehe als die Schweizer.
Den Sarazin finde ich total daneben, ein bisschen peinlich und schade für die SPD, dass er bei ihnen in der Partei war. Wobei es ja irgendwie normal ist, dass ein Mensch seine Ansichten im Laufe seines Lebens ändert. Sarazin war sicher am Anfang ein richtiger Sozialdemokrat, hat aber mit der Zeit seine Meinung zu Ausländer geändert und gedacht jetzt müsse er die Sozialdemokratie bekehren. Irgendwie hat er aber nie begriffen, dass die Solidarität zu Ausländer und anderen Ländern, ein philosophischer Grundbaustein der Sozialdemokratie ist.


  • Sissy

    Ein Sissy Boy ist ein Junge, der sich in das andere Geschlecht einfühlen möchte. Er kleidet sich typisch weiblich und passt sein Verhalten an. Man kennt diese Veranlagung auch unter dem Namen ...

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