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Noch einmal schwule Sportler


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Mit größter Selbstverständlichkeit wird auf Gay-Seiten behauptet, dass es doch einfach auch schwule Sportler geben müsse – rein statistisch, und dass diese sich aus Furcht vor homophoben Fans und einem Karriereknick nur nicht zu outen wagten.

Klingt einleuchtend. Aber der Beweis, dass das statistische Mittel – jeder zehnte oder zwölfte oder fünfzehnte Mann sei schwul – auch auf Sportler (wir reden hier von Leistungssportlern höchsten Niveaus, nicht von irgendwelchen Hobbykickern im Regenbogendress) zutrifft, ist natürlich überhaupt nicht zu führen, die obige Behauptung also absolutes Wunschdenken. Wenn nämlich Mario Gomez oder Manuel Neuer oder Philip Lahm schwul wäre... ach ja, wäre das schön (obwohl das natürlich die Attraktivität der drei Genannten überhaupt nicht beeinflusst – oder etwa doch?)... Ich persönlich kenne keinen einzigen schwulen Sportler. Auch diejenigen, die ständig behaupten, aber natürlich seien unzählige Bundesligaprofis schwul, können keinen einzigen Namen nennen. So what!

Ich habe eine bestimmte Theorie, warum Schwulsein und Leistungssport nicht gut zusammenpassen. Das blödsinnige Gerede von den "weiblichen Anteilen", die Schwulen hartes Training und noch härteren Wettkampf angeblich unmöglich machen, spielt dabei natürlich gar keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr die Flucht in die Innerlichkeit, die ein schwuler Junge notwendigerweise antritt, wenn er sich mit seiner abweichenden Sexualität auseinanderzusetzen beginnt. Ein Junge von 13, 14 Jahren, der bis dahin ganz normal gelebt hat, sieht plötzlich seine Spielgefährten, seine Klassenkameraden oder manchen Lehrer mit anderen Augen an – in einem Alter, in dem bei den übrigen Jungen das Interesse für Mädchen erwacht und diese den Hauptgegenstand ihrer Gespräche bilden. Er kann sich niemandem anvertrauen, er kann sich mit niemandem austauschen, er ist mit dieser neuen, noch undurchschaubaren Neigung allein. Sie beschäftigt ihn mehr und mehr, beginnt die Entwicklung seiner Persönlichkeit massiv zu beeinflussen und führt ihn dazu, dass er sich zurückzieht. Das ist äußerlich vielleicht nicht einmal sichtbar. Vielleicht verändert sich in der Perspektive der Eltern oder Lehrer wenig. Aber innerlich ist er verwirrt. Er kann schließlich keinen Schritt mehr tun, ohne daran zu denken. Die erwachende Homosexualität wird der neuralgische Punkt seiner Psyche.

Sportliches Leistungstraining setzt aber eine gleichbleibende Motivation, einen gleichbleibend intensiven Einsatz voraus, die kein fragiles Seelenleben duldet. Andere Karrieren tun das auch, jedoch in einem Alter, wo der einzelne mit seiner Sexualität bereits ins reine gekommen sein sollte, und nicht schon während der Jugend. Jugendlichen ein Höchstmaß an Disziplin, an Regelmäßigkeit und an Selbstkontrolle abzuverlangen, ist etwas ganz anderes. Und da passt die stets unter Spannung stehende Psyche des schwulen Jugendlichen meines Erachtens nicht hinein. Sportliche Karrieren werden in der Kindheit und Jugend angelegt. Ein Junge, der völlig unproblematisch in die "Normalität" hineinwächst (eine schwule Normalität gibt es nicht), kann sich ganz auf sein Training konzentrieren. Ich selber aber z. B., von Natur aus mit guten körperlichen Fähigkeiten ausgestattet, war zwar ein brauchbarer Sportler, aber viel zu labil, um ein Leistungssportler zu sein. Erst während meiner Armeezeit, als ich meine Homosexualität längst akzeptiert hatte, war ich zu überdurchschnittlichen körperlichen Leistungen fähig; für eine Sportlerkarriere war es da schon viel zu spät.

Soweit meine Theorie. Noch eine Anmerkung: Warum sind denn so viele Tänzer schwul, wenn homosexuelle Jugendliche zum Leistungstraining nicht taugen? Weil der Tanz nur bedingt ein Sport ist, vielmehr eine Ausdrucksform. Der schwule Jugendliche kann sich, so wie er ist, im Tanz ausdrücken. Und das passt dann wieder.

Da Diskussionen hier nicht erwünscht sind, stelle ich den Text zur Lektüre ein. Vielleicht steht der eine oder andere brauchbare Gedanke drin. Tut damit, was ihr wollt.

Geschrieben

"Bist du schwul, bist du pfui!"

In der Arena der Männlichkeit: Wie der Fall Amerell die moralische Leere, den Materialismus und die fehlende Ethik im Fußball offenbart. Ein Essay von Adrian Lobe

"Amerell vs. Kempter" – so titeln die Gazetten des Landes in lakonischer Knappheit den Konflikt zwischen DFB-Funktionär Manfred Amerell und Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter. Als ginge es um ein Box-Duell. Nur einer kann gewinnen – diese Botschaft klingt im Subtext mit. Sie ist symptomatisch für die raue Welt des Fußballs, in der Tugenden wie Härte, Robustheit und Siegeswillen dominant sind.

Die schmutzige Schlammschlacht wirft ein Schlaglicht auf Homosexualität im Fußball. Noch immer ist es ein Tabuthema. Keiner traut sich, offen darüber zu reden. Schwul zu sein gilt als Fauxpas, als No-go, als etwas absolut Undenkbares.

Es ist schon ein wenig grotesk: Da regieren in Berlin und Hamburg zwei bekennende homosexuelle Oberbürgermeister, erfolgreiche Entertainer wie Hape Kerkeling stehen zu ihrer Neigung, und auch Vizekanzler Guido Westerwelle ist schwul. Die sexuelle Vorliebe wird ihnen nicht als Malus attestiert, ganz im Gegenteil: Das öffentliche Bekenntnis von Klaus Wowereit etwa machte ihn zu einem populären Politiker der Berliner Bühne. Was er beruflich und privat tut, wird stets getrennt. Dieser Umgang zeugt nicht nur von politischem Feingespür, sondern auch von einem egalitären Geschlechterverständnis, wie es einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft angemessen ist.

In Deutschland sind gleichgeschlechtliche Ehen gesetzlich anerkannt und heterosexuellen Lebensgemeinschaften gleichgestellt (Ausnahme: Adoption). Auch gesellschaftlich findet Homosexualität Akzeptanz. Freilich gibt es hie und da konservative Flecken auf der Landkarte, wo gleichgeschlechtliche Partnerschaften (noch) auf Vorbehalte stoßen. Generell ist aber zu konstatieren, dass das Thema offen angegangen wird und längst nicht mehr den "Igitt-Stempel" an sich trägt, wie es vor Jahrzehnten noch der Fall war.

Umso mehr verwundert es, dass Homosexualität im Fußball des 21. Jahrhunderts tabuisiert, ja skandalisiert wird. Woher rührt die ablehnende, mancherorts zum Teil feindliche Haltung gegenüber Schwulen?

In erster Linie hängt es damit zusammen, dass in den Fußballstadien der Republik andere Gesetze herrschen. Das mag floskelhaft klingen – es ist aber soziologisch belegt, dass in der Welt des runden Leders eigene Codes herrschen, spezielle Umgangsformen, die jeder gesellschaftlichen Gruppe zu eigen sind. Und in der Gruppe Fußball wird das Attribut Schwulsein als Stigma benutzt, um andere zu diffamieren. Man stellt es auf eine Ebene des Ruchbaren – auch um sich davon abzugrenzen.

Wenn Sprechchöre wie "Schwule Sau", herausgegrölt aus Tausenden Kehlen, durchs Stadion hallen, tritt ein Peinigungseffekt ein, der dem Betroffenen Schamgefühle suggerieren soll. Eine bizarre Erziehungsmaßnahme, mit der infamen Botschaft: "Bist du schwul, bist du pfui!" Der Torwart, der mit einem rosafarbenen Trikot aufläuft, muss sich Skandierungen wie "Da steht ein Schwuler im Tor!" gefallen lassen.

Nirgendwo sonst in der Gesellschaft wird es toleriert, wenn andere Menschen aufs Übelste beschimpft werden. Im Fußball hingegen wird keiner dumm angeschaut, wenn er infernalische Hassgesänge anstimmt und dem Gegner wünscht, er möge in der Hölle schmoren. Oder eben Spieler als "Schwuchtel" verunglimpft. Derlei Despektierlichkeiten gehören zum Repertoire großer Teile des Publikums.

Der Grund dafür, dass die Uhren im Fußball sprichwörtlich anders ticken, liegt darin, dass der Sport in eine vormoderne, gar urzeitliche Umgebung eingebettet ist. Motto: Der Stärkere behält die Oberhand, der Schwächere verliert. Ein Nullsummenspiel. Gefragt sind Fußballer mit "Eiern" (Oliver Kahn). "Fußball ist echter Männersport, und nichts für Tunten", sagte einmal der ehemalige Hertha-Profi Axel Kruse. Der Mann als Alpha-Tier, der sich tollkühn und kampfesmutig in den Ring stürzt – so betrachten sich die Sportler selbst, und so wollen sie die Zuschauer sehen.

Schwächen, Sorgen und Sentimentalitäten passen nicht ins Gefüge. Und in der Tat entspringt es ein wenig tradierten Männlichkeitsritualen, wenn Fußballer den Gegner niederbrüllen, Kopf an Kopf in Stiermanier Kräfteverhältnisse ausloten und sich dann als Helden feiern lassen. Die Schlachtrufe aus dem Publikum bilden dabei den Rahmen des archaisch anmutenden Schauspiels.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Fußballstadion die Funktion eines Ventils erfüllt: Fans können Dampf ablassen, sich Luft verschaffen von Demütigung im Beruf oder Alltag. Was man an Stress mit dem Chef oder der Frau nicht richtig verarbeitet hat, brüllt man im Stadion eben hinaus. Dass es mitunter derb und rustikal zugeht, entspricht dem Bild von Mannhaftigkeit. "Fußball ist das letzte Reservat echter Männlichkeit", sagt die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling.

Es scheint, als befänden wir uns in einem anachronistischen Raum, einer Arena des Kräftemessens mit einem informellen, machistischen Regelwerk. Die offiziellen Regularien sind nur eine vordergründige Fassade, Gleichheit vorzugaukeln. In Wahrheit ist die Welt des Fußballs in höchstem Maße materialisiert und moralentleert – es fehlt ein ethischer Unterbau. Wenn Sieg oder Niederlage über millionenschwere Preisgelder entscheiden, bleiben Werte wie Maßhalten, Gleichberechtigung oder Toleranz oft auf der Strecke.

Und in dem kraftmeierischen, vor Männlichkeit strotzenden Mikrokosmos haben homosexuelle Eigenschaften schlicht keinen Platz. Allein, mit ihnen zu kokettieren, wie es beispielsweise Englands Fußballstar David Beckham abseits des Fußballplatzes tat – für ihn wurde eigens das Label "metrosexuell" erfunden –, stellt einen Drahtseilakt dar. Vermeintlich weiche Neigungen gelten als erfolgsmindernd, als undizipliniert und mädchenhaft. Nur der hartgesottene, standhafte Profi kann Erfolg haben – das ist noch immer die trügerische Idealvorstellung, die den Sport prägt.

Demgegenüber gelten Schwule als Weicheier, Leidige und Sonderlinge. Das Zerrbild wird bei jeder Schmähung perpetuiert. Und darauf werden Hassmotive projiziert, dergestalt, dass sich dieses Zerrbild verfestigt und zum regelrechten Stigma mutiert. Homosexualität wird als Schwäche ausgelegt, die einem unabwendbar anhaftet. Sich ihrer zu entledigen? Undenkbar!

Da passt es nur zu gut, dass Ober-Macho Rudi Assauer, einst in Diensten des FC Schalke 04, vor wenigen Tagen schwulen Fußballern riet, sich einen anderen Job zu suchen. Assauer weiß: "Im Fußball funktioniert das nicht. Die, die sich outen, werden plattgemacht. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetzjagd sollte man ihnen ersparen." Es ist schon erstaunlich, dass ein ehemaliger Bundesligamanager sich zu solchen Aussagen versteigt. Gleichzeitig offenbart es aber auch, wie es um die Binnenstruktur des Fußballs bestellt ist.

Nimmt man die Zahl der Homosexuellen in der Gesellschaft – Schätzungen zufolge rund fünf Prozent – zum Maßstab, müsste es allein in der Bundesliga rund 40 schwule Fußballprofis geben. Outen möchte sich jedoch niemand – zu groß ist die Furcht, beim nächsten Spiel verhöhnt zu werden.

Aus Angst vor bösen Schmähungen und üblen Hetzkampagnen ist das knallharte Geschäft umgeben von einer Omertà, einer Mauer des Schweigens. "Wenn niemand etwas sagt, schweige ich auch" – dieses Credo lastet bleischwer über der abgeschotteten Welt des Fußballs. Denn auch innerhalb des Fußballzirkus erwächst Druck: Keiner weiß, wie Fans, Betreuer oder Mannschaftskollegen reagieren würden, wenn sich ein Profi offen zu seiner Homosexualität bekennt. Vermutlich drohten dumme Sprüche, Mobbing, im schlimmsten Fall Isolation.

Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass die Angst vor dem ersten Schritt umhergeistert. Zwar könnten dem ersten Coming-out viele andere folgen. Doch derzeit scheint die Zeit dafür nicht reif. Zumindest noch nicht.

Geschrieben

@ Colin

Von sich auf andere zu schließen, ist leider ein übler Brauch und wird weltweit so gehandhabt. Doch das eigene Beispiel verallgemeinern zu wollen (wie Einzelbeispiele generell), ist intellektuell schlichtweg unredlich und hat in einer sachlich ernsthaften Diskussion nichts, aber auch gar nichts zu suchen.

Wenn wir Deiner höchst anfechtbaren Hypothese folgen wollten, dann dürfte z.B. der schwule Leistungssportler, vierfache Olympiasieger und fünffache Weltmeister Greg Louganis bestenfalls einen Bauchplatscher vom Einmeterbrett gemacht haben. Deine Behauptung, ein Schwuler sei "zwar ein brauchbarer Sportler, aber viel zu labil, um ein Leistungssportler zu sein", ist an den Haaren herbeigezogene Küchenpsychologie. Nicht erst Gottfried von Cramm hätte sich über Deine These halbtot gelacht.

Ebenso ein Unding ist Deine geradezu abenteuerlich sachfremde Feststellung, Ballett und professionelles Tanzen sei nur "bedingt" ein Sport, "vielmehr eine Ausdrucksform". Auf welcher Klippschule hast Du denn diesen "Tiefsinn" aufgeschnappt? Neben dem Beruf des Bergmanns erfordert die Profession des Tänzers das höchste Maß an körperlicher Kondition, und diese - lass es Dir für alle Zeiten gesagt sein - ist nicht nur jedem Balltreter haushoch überlegen, sondern erfordert überdies ein Maximum an Disziplin. Denn nur so sind Tänzer (Männlein und Weiblein) imstande, in jahrelangem Training jenes Maß an Körperbeherrschung und Kraft zu entwickeln, das den gewünschten Ausdruck erst möglich macht.

Ich möchte doch sehr darum gebeten haben, künftig eine Diskussion mit mehr Sach- und Fachkenntnis zu beginnen und fortzuführen.


Geschrieben

@Minotaurus, von sich selbst auf andere zu schließen, ist intellektuell nicht in Ordnung, aber von Einzelbeispielen auf das Ganze, das taugt ebenfalls nichts. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein Gottfried von Cramm keine schwule Tenniswelt. Wieviele homosexuelle Jugendliche gibt es, und wieviele davon treiben Leistungssport? Wieviele heterosexuelle Jugendliche treiben Leistungssport? Das Verhältnis wird geradezu erdrückend ausfallen zugunsten der Heterosexuellen, und da darf die Frage, warum das so ist, sicherlich erlaubt sein. Ich habe oben eine mögliche Antwort zu geben versucht - wer mit seiner Persönlichkeit nicht im reinen ist, der kann sich nicht auf den Sport konzentrieren. Das scheint mir so abwegig nicht.

Was Klassischen Tanz angeht, so ist mir das hochanstrengende und ausgefeilte Training der Tänzer wohlbekannt. Vielleicht sind sie sogar die perfektesten Sportler überhaupt. Und dennoch ist Tanzen mehr als Sport. Fußball ist einfach Fußball, ein Spiel, der einzelne Spieler drückt ja nicht sein Innerstes über den Umgang mit dem Ball aus, nicht wahr? Man sieht das daran, was aus den Spielern nach der Karriere wird: da steht dann plötzlich ein fetter, qualmender Daddy da, während ein Nurejew noch mit über 50 auf der Bühne stand. Dass Tanz sich als Sport für einen schwulen Jugendlichen als dessen persönlicher Ausdruck besonders gut eignet, scheint mir wiederum so abwegig nicht. Der Witz ist eben, dass wir ja von schwulen Tänzern, Eiskunstläufern, Turmspringern (alles Disziplinen, die Athletik und Ausdruck verbinden) durchaus wissen, während es über schwule Fußballer, Boxer oder Leichtathleten nicht einmal Gerüchte gibt, auch nicht nach Ende ihrer Karriere. Da werden immer nur Leute angeführt, die kein Mensch kennt.

Ich möchte doch sehr darum gebeten haben, dem Argumentationsgang eines Beitrags künftig mit etwas mehr Sorgfalt zu folgen.

Geschrieben

Zusatz: Solange es keine schwule Normalität gibt, solange wird ein Jugendlicher mit seiner Homosexualität allein stehen, und dieser Umstand wird einer leistungssportlichen Karriere nicht günstig sein. Gar nicht so daneben, dieser Gedankengang, oder? Man darf als Schwuler schon mal zugeben, dass erstens Schwulsein nicht das Normalste von der Welt ist, sondern eine klare Abweichung, die leiden macht (der sich fröhlich ourtende Fernseh-Schwule ist mir als Fake, als Quotenschwuler verdächtig), zweitens, dass Schwule nicht auf allen Gebieten gleichermaßen exzellieren, und dann darf auch die Frage erlaubt sein, warum das so ist.

Geschrieben

@Colinblablabla: Einen Zusatz/Nachtrag kann man auch editieren.

Geschrieben

Ja, das kann man, Freund @Silberblick, du Wächter der Nacht. Hätte ich dich nur früher kennengelernt.


Geschrieben

Freund??? Den könntest Du mich nur dann nennen, würden wir uns kennen. Schade um das Thema
Warum Du das überhaupt erstellt hast entzieht sich meiner Kenntnis. Auch bist Du nicht bereit, Dich konstruktiv im Forum einzubringen, möchtest nur provozieren... So what? Konstatiere ich da alle Deine Beiträge, so muss ich feststellen, das sie allesamt nur einem Ziel dienen: Unordnung

Geschrieben

Das Thema ist zum Lesen da, @Silberblick. Wie Du vielleicht bemerkt hast, verfolge ich darin den Ansatz, dass Schwulsein vor allem eine innere Haltung ist, die man erringen muss, und das ist ein Prozess, der sich in der Regel im Jugendalter abspielt. Ich würde es sehr interessant finden, darüber zu diskutieren, was dieser Entwicklungsprozess mit dem einzelnen gemacht hat, was sich für ihn verändert hat, wie sich seine Lebensgestaltung (in diesem Fall in bezug auf sportliches Training) nach ihm ausgerichtet hat. Was soll an diesem Beitrag oder an meiner Antwort auf @Mino provokativ sein? Es sind Thesen, über die man sich unterhalten kann. Provokation war in diesem Forum nie meine Absicht. Erst als ich merkte, dass Argumente durch Lautstärke und persönliche Angriffe ersetzt werden sollten, habe ich meinerseits einen schärferen (aber niemals persönlich verletzenden) Ton angeschlagen. Den schwäche ich sofort wieder ab, wenn ich merke, dass ein Austausch überhaupt gewünscht wird. Andernfalls kämpft eben jeder für sich allein, und alle ärgern sich übereinander. Fände ich zwar schade, aber ich werde es überleben.


Geschrieben

Hatte heute Gelegenheit, diese Diskussion zu verfolgen. Sie macht doch beiden Seiten alle Ehre, Colin mit seinem sehr bedenkenswerten Beitrag, aber auch Silberblick. Dem kulturgewaltigen Minotaurus würde ich bei keinem Thema zu widersprechen wagen. Wozu eigentlich die scharfen Töne? Ich freue mich, ein derartiges Forum gefunden zu haben.


Geschrieben

@Colin

Ich bin es einfach müde, nach jahrzehntelanger, intensiver Beschäftigung mit den Themen Homoerotik und Homosexualität erneut mich mit vulgärfreudianischenThesen des angeblich generellen Leidensdruckes Homosexueller auseinandersetzen zu sollen. Diese von Dir wieder aufgewärmte Theorie war schon vor dem 1. Weltkrieg sozialpsychologischer und sozialanthropologischer Humbug; so ähnlich wie die im 19. Jahrhundert von Geheimrat und Medizinprofessor Möbius publizierte und wirkungsgeschichtlich verheerende Schrift "Vom physiologischen Schwachsinn des Weibes". Brrrrrrrrrrrrrrrr!

Und nicht minder dümmlich ist die vor allem dann von Militärpsychiatern des 19. Jahrhunderts und der NS-Zeit propagierte Theorie von der angeblich grundsätzlich vorhandenen Labilität aller Homosexuellen. Dass dann die Bundeswehr ebenso wie die US-Army diesen Bockmist nachgebetet haben bis in die jüngste Zeit, gibt noch lange nicht das Recht, hier im Forum noch einmal diese verrotteten Ideologiekadaver als erkenntnistheoretisches Frischfleisch zu servieren.


Geschrieben

@Mino, das ist nun mal das Ergebnis dessen, wenn einer an maroden Ideologien wie etwa der SED fest hält und darüber hinaus selbst keine eigene vertritt


Geschrieben

@Minotaurus, die Möbius-Schrift ist durchaus kein dummes Buch. Lediglich der Titel ist provozierend, so dass sich vor allem hysterische Frauen an ihrer Kritik versuchten, die heute allerdings kein Mensch mehr kennt. Die Möbius-Schrift aber bleibt :-).

Nun, wenn das alles so falsch ist und schon vor dem Ersten Weltkrieg verrottet war, dann bin ich sehr gespannt auf die Liste der berühmten schwulen Sportler, die du mir sicher zusenden wirst. Wie ich dir bereits schrieb, war es bis vor zwanzig Jahren (oder so) nicht üblich, sich in der Öffentlichkeit zu "outen". Das Schwulsein von Künstlern, Schauspielern, Politikern und Opernsängern (die tollen TV-Stars gab es damals noch nicht) wurde gerüchteweise kolportiert, und an den Gerüchten war dann meistens etwas dran. Sie sind aber nur sehr selten offiziell verifiziert worden: Verifikationen fanden nur dann statt, wenn jemand in flagranti erwischt wurde, wie der (verheiratete) Wagner-Sänger Max Lorenz. Noch in den 90ern klagte Ivan Rebroff, der nachgemachte Kosak, gegen Magazine, die ihn als homosexuell bezeichnet hatten; die Gerüchte aber blieben.

Ergo: Um prominente Schwule gab und gibt es immer entsprechende Gerüchte. Der DDR-Winnetou Gojko Miti´c galt schon deswegen als schwul, weil man ihn nie mit einer Frau sah. Wo sind denn diese Gerüchte bei den großen Sportstars? Haben die alle eine Vorzeigetussi bei sich? Und wenn's so wäre, so würde mit Sicherheit irgendwann so eine Tussi plaudern ("Er hat mich nie begehrt!" *kreeeeiiiisch*). Das passiert aber nicht - einfach weil es diese schwulen Sportstars nicht gibt. Die entsprechenden Listen berühmter Schwuler umfassen Hunderte von Schriftstellern, Malern, Musikern, Staatsmännern, mittlerweile auch "TV-Stars" wie Hape Kerkeling und ähnliche Helden der Nation, aber schwule Sportler? Nur eine Handvoll. Schwulen wird meist ein Defizit an Männlichkeit attestiert, was Quatsch ist, aber: die meisten Schwulen glauben das selbst. Deswegen ist ihr Verhältnis zu betont männlichen Aktivitäten deutlich gestört. Das ist übrigens ein weiteres Erklärungsmodell.

Merke: Nur weil ein statistischer Mittelwert es nahezulegen scheint, verteilen sich die Schwulen nicht überall gleichmäßig! Schwule haben mancherlei Schwächen, die auf einer (in einer homophoben Umgebung) nicht immer unproblematischen Entwicklung und einem oft eigenartigen Selbstverständnis beruhen. Die sollte man sich nicht aus Eitelkeit schönreden.

@Silberblick: Es wird dich interessieren, dass der § 175 in der maroden DDR bereits 1957 faktisch außer kraft gesetzt wurde, während er im Westen in der verschärften Nazi-Fassung (!) bis 1994 fortbestand, sich also Ost-Schwule nach der Wende plötzlich wieder diesem unseligen Paragraphen ausgesetzt sahen. In der NVA interessierte es niemanden, ob du schwul warst oder nicht: du musstest deinen Dienst tun. Zur selben Zeit wurde man von der Bundeswehr aussortiert, wenn man sich als homosexuell bekannte. Das war u. a. ein Grund, weshalb ich es immer abgelehnt hätte, in die Bundeswehr übernommen zu werden.


Geschrieben

Nochmal an meinen guten Freund @Silberblick: Seitdem Marx und Engels mit ihrer Schrift "Die deutsche Ideologie" (1846) gegen die allzu utopistischen Sozialisten, insbesondere aber gegen Max Stirner zu Felde zogen, kann man das Wort "Ideologie" eigentlich nicht mehr positiv verwenden. Ideologie ist für Marx und Engels ein Ideengespinst, das die wahren (Macht-)verhältnisse verschleiern soll. "Wahrheit" und "Ideologie" oder meinetwegen "Wahrheit und Ideologie" dürfen seitdem als konträre Gegensätze gelten (siehe z. B. Hans Barth, Wahrheit und Ideologie, Zürich - Stuttgart 1961). Wenn du also schreibst, ich hätte "keine eigene Ideologie", kann ich nur sagen: Gottseidank! Denn eine Ideologie ist nun das letzte, was ich brauchen könnte.


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    Ein Sissy Boy ist ein Junge, der sich in das andere Geschlecht einfühlen möchte. Er kleidet sich typisch weiblich und passt sein Verhalten an. Man kennt diese Veranlagung auch unter dem Namen ...

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