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Je suis Charlie


Libra

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

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Ganz gleich, welcher Religion man angehört, oder auch keiner - die jüngsten Ereignisse in Paris haben uns wieder einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass es fundamentalistischen Islamisten immer wieder gelingt, ihren Glauben zu verraten.

Sie bringen damit auch den größten Teil ihrer vermeintlichen Glaubensgemeinschaft in Misskredit und jeder friedliebende Moslem, der seine Religion guten Gewissens gelebt hat, wird sich einmal mehr die Frage stellen, wie er sich dem Generalverdacht entziehen kann.

"Wir sind Charlie" ist nicht nur eine Bekundung der Solidarität, sie spiegelt auch das Recht auf Freiheit und Humor wider. Ohne Humor, der uns oft die Wahrheit näher bringt, können wir nicht richtig leben. Den gilt es zu verteidigen, nicht mit Gewalt, sondern weiterhin mit spitzer Feder und dem nötigen Feingefühl.

Tolles Statement:

http://www.youtube.com/watch?v=giEzDxoFYTk

Direktlink
Geschrieben

Etwas mehr Beteiligung wäre wünschenswert. Hast Du auch eine eigene Meinung zum Thema?


Geschrieben

" je suis Charlie" da stimme ich dem stetement von oliver kalkofen zu !!!


Geschrieben

hallo libra, du hast ja schon die bedeutung dieses schlagwortes ausgiebig dokumentiert, meine ausrufezeichen sollten dieses nur bekräftigen


Geschrieben

Ich bin nicht Charlie.
Ich bin gegen Fanatismus und selbstverständlich gegen Terrorismus. Ich lehne aber auch den Anarchismus des Blattes ab. Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten. Wer die religiösen Gefühle seiner Mitmenschen, ihre Lebensart und Lebensanschauung bewusst angreift und zersetzt, beweist nicht Humor, sondern Überheblichkeit und Kurzsichtigkeit.
Selbstverständlich müssen sich Muslime nicht für diese schändlichen Taten rechtfertigen. Die Christen und Atheisten gehen ja auch nicht in Sack und Asche, wenn sie an die Gräueltaten im Nahen Osten denken.


Geschrieben

@Nuwas, diese Scheinheiligkeit nehme ich dir nicht ab. Ich glaube vielmehr, dass du so manchen Abend in den Zeichnungen von Philipp Rupprecht alias "Fips" blätterst und verstohlen in dich hineinlachst; da freut sich doch die antisemitische Seele.


Geschrieben

Nein---Die Muslime in Deuschland denken nicht im Traum drann,sich zu Rechtfertigen--im Gegenteil--sie verbreiten Verschwörungstheorien zum Tathergang und den Tätern in Paris.Demnach sollen nicht Islamisten für den Anschlag auf das Satiremagazin " Charlie Hebdo " verantwortlich sein,sondern ausländische Geheimdienste und " Zionisten " Über ihre Motive gibt es unterschiedliche Vermutungen,zum Beispiel,dass der Islam in ein schlechtes Licht gesetzt werden solle,oder das Frankreich mit den Morden dafür bestraft wird weil l das pariser Parlament die Anerkennung Palästinas beschlossen hat.
Je suise
Charlie

  • Moderator
Geschrieben


Wer die religiösen Gefühle seiner Mitmenschen, ihre Lebensart und Lebensanschauung bewusst angreift und zersetzt, beweist nicht Humor, sondern Überheblichkeit und Kurzsichtigkeit.



Wenn die sogenannten "Mitmenschen" gnaden- und gewissenlose Mörder sind, dann haben sie allerdings nicht das Recht sich für ihre abscheulichen und menschenverachtenden Terroranschläge auf ihre "religiösen Gefühle", zu berufen, und nur gegen diese radikalen Islamisten richten sich die Zeichnungen der Cartoonisten, nicht gegen den Islam allgemein.

Religiösen Fanatismus mit dem friedlichen Mittel der Satire zu bekämpfen, die krude, verblendete Lebensanschauung radikaler Islamisten damit bloszustellen, ist weder überheblich noch kurzsichtig, sondern couragiert und richtig.

Keine Religion der Welt kann die blutrünstigen Angriffe auf die Meinungs- und Pressefreiheit rechtfertigen, welche selbsternannte "Gotteskrieger", angeblich im Namen Allahs und des Propheten
Mohammed begehen.

Die friedliche, gläubige Mehrheit der 1,6 Milliarden Muslime hat aber ganz sicher kein Problem mit solchen Zeichnungen.

Grafik1.PNG


Geschrieben

Du überschätzt meine Französischkenntnisse. Der Mitherausgeber Welinski wird auch schon sorgfältig darauf geachtet haben, dass der Antisemitismus im Blatt die therapeutische Dosis nicht überschreitet. Bei der Schmähung anderer Religionen griff man rüstiger in die Tasten.
Gut, dass hier nicht der unselige TAZ-Kommentar des Rüpels Deniz Yücel (den die WELT heute präsentiert) erwähnt wird. Wer einen kräftigen Magen hat, sollte das lesen.
Ein guter Freund hier im Forum hat mir die infernalische Bosheit der @Rheintochter erklärt. Ich kannte bisher keine Werke Philipp Rupprechts. Gott s ei Dank hat wohl auch kein anderer User hier diesen bösen Ausfall der @Rheintochter verstanden.


Geschrieben

Die Gedanken sind frei, man kann sie nicht raten. Sie fliegen vorbei, wie naechtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jaeger sie schießen, es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei! Auch wenn das Zitat nicht ganz korrekt ist, drueckt es fuer mich meine ganz persoenliche Einstellung wunderbar aus. Warum soll ich jemand erlauben, mit Gewalt mir seine Sehweise von Glauben und Leben aufzudruecken? Man muss FARBE bekennen oder auch wir ruecken in den Fokus dieser Spinner. Vom religioesen Fanatismus zur Schwulenhetze ist es nicht sehr weit. Ich habe nicht demonstriert, habe Pruegel bezogen, bin verhaftet worden, weil ich fuer mich Stellung bezogen habe, um jetzt den Schwanz einzuklemmen. Es ist vielleicht naiv von mir, aber ich glaube an die Menschlichkeit und ich glaube an mich. Religion ist kein Grund fuer Verfolgung, Mord und Fanatismus.


Geschrieben

"Mitmenschen" sind die vielen gläubigen Muslime der Welt. Deren Religion und Lebensweise werden angegriffen und hämisch karikiert. Im Falle der Christen funktioniert das Modell, da darf man den Erlöser am Kreuz lächerlich machen. Muslime wehren sich gegen solche Schmähungen, weil sie im Gegensatz zu Christen noch glauben.
Wer die Videos mit den Sätzen der Attentäter gesehen hat, weiß auch, dass die Attentäter ihre Taten als Reaktion auf die Kriegführung des Westens im Nahen Osten verstehen. Hier werden seit Jahren viele tausend Menschen massakriert und ermordet (Ein Bekannter, eine Zeitlang Angestellter einer amerikanischen Sicherheitsfirma, hat mir Grausiges aus dem Irak berichtet.) Da gab es in Europa keine Schweigemärsche, das Feuilleton produzierte keine geistreiche Empörung. Haben Menschen unterschiedlichen Wert?


Geschrieben

"weil sie im Gegensatz zu Christen noch glauben"
Selten so einen Blödsinn gelesen.


Geschrieben

Lieber @Silberblick In solchen Fragen bist du keine Autorität. Dir ist deshalb wohl entgangen, dass die christlichen Kirchen derzeit über einen Verfall des Glaubens klagen. Wer keine Bücher mehr lesen kann, darf auch in die heutige FAS schauen, in der das Thema ausführlich besprochen wird. Und komm jetzt nicht damit, dass du in Oberbayern noch den Weihnachtsgottesdienst besuchst!


Geschrieben

Es ist anmaßend von Dir den Christen zu unterstellen, sie würden nicht an ihre Religion glauben. Und nur zu Deiner Info: Ich bin Atheist.


Geschrieben (bearbeitet)

Ich stimme @Nuwas zu: Das Christentum ist, zumindest in Mitteleuropa, eine kraftlos gewordene Religion. Der weitaus größte Teil der Menschen lebt laizistisch. Das Streben nach Erfolg, Wohlstand und sogenanntem Glück steht über allem. Da ist kein Platz für religiöse Gebote, auf die der einzelne Rücksicht nehmen müsste, so dass ihm womöglich der Genuss entgeht, den alle anderen sich so selbstverständlich verschaffen. Das Paradies scheint käuflich. Die alten, immer wiederkehrenden Fragen nach den letzten Dingen, dem Woher und Wohin des Menschen lösen sich in gefällige Floskeln auf. Der Nachdenkliche oder Tiefsinnige wird nicht respektiert, sondern als Spaßbremse angesehen. In einer solchen Atmosphäre erstarrt Religion zur leeren Gebärde. Der alljährliche Besuch des Weihnachtsgottesdienstes ist eine Familienangelegenheit, aber keine Sache des Glaubens. In den islamischen Ländern stellt sich das alles ganz anders dar. Der Islam ist eine durchaus lebendige Religion, die noch immer das Leben und den Alltag der Muslime gestaltet. Selbstverständlich ist für sie – die sich von Gott kein Bild machen dürfen –, die Verhöhnung ihres Propheten durch Zeichner, denen nichts heilig ist, eine Demütigung, und sie entrüsten sich zurecht (ohne dass ich irgendwelche Schlüsse in bezug auf terroristische Vergeltung ziehen möchte – das sei klar gestellt). Der Mitteleuropäer hingegen erfreut sich an den lustigen Bildern von Jesus Christus, in dem er allenfalls einen netten, friedfertigen Mann erblickt, mit dem er aber sonst nichts zu tun hat. Es ist nicht alles lustig, es sei denn das Leben selbst als ewige Tortur, und es kann nicht alles erlaubt sein. Eine Zeitschrift wie den „Stürmer“ würde man ja auch nicht im Namen der Pressefreiheit gepriesen haben, und gerade dieses Blatt bediente sich des Mittels der Karikatur: der Verzerrung also.

Der Koran sollte, wie alle heiligen Schriften, historisch-kritisch gelesen werden, was eben bedeutet, den Kontext seiner Entstehungszeit, die tatsächliche Abfolge der Suren usw. zu berücksichtigen, während es pure Einfalt ist, ihn dem Buchstaben nach verstehen zu wollen. Genau dies tun islamische Fundamentalisten, aber genauso jene Kritiker, die nun im Islam schlechthin eine gewalttätige Religion erblicken. „Islamismus“ ist ein „-ismus“ (Atheismus übrigens auch), eine fanatische, einseitige Auslegung, die niemals richtig sein kann und die den tiefinneren Kern des Islam, dessen Gott ein „Allerbarmer“ ist, überhaupt nicht berührt.


bearbeitet von Inaktives Mitglied
Geschrieben

Hallöchen,

für die Fakten: Die Zeitung druckt Satire, und zwar nicht nur bezüglich des Islams, sondern aller Religionen, über Politik und dergleichen mehr. Sowas gibt es auch im Stern und in anderen Zeitungen, nur minimiert.

Ich finde es schändlich, wenn ein Glauben oder eine ganze Menschengruppe verurteilt werden würde für Taten, die Terroristen begangen haben, die einen Namen oder eine Religion vorschieben, um ihre Taten zu vollbringen.

LG Topi


Geschrieben

Da sind es nur wenige Beiträge hier und es spiegelt sehr viel wider. Worum geht es beim Thema? Meinungsfreiheit und Respekt! Anstatt sich hier sinnlos in Rage zu reden, oder Phrasen zu dreschen oder nachzuplappern, sollte doch jeder mal ganz klar eine eigene Meinung bilden. Das ist aber eben nur noch sehr bedingt möglich, wird man doch tagtäglich einseitig besäuselt und ausgerichtet. Schema F klappt immer...


Geschrieben (bearbeitet)

My 2 cents...

Ich finde die "je suis Charlie" Auslobungen etwas scheinheilig. Ich würde den Ausruf auch verwenden, glaube aber dass die westlichen Journalisten ihn nur wie eine Monstranz vor sich her tragen. Unsere Medien sind weichgespült. Sie zeigen lieber Katzen die sich mit Hunden anlegen und wenn es darum geht Meinungen zu äußern, dann zitieren sie Stammtischbeiträge von der redaktionellen Facebook-Seite. Nein, ich kann in diesen Lobgesang auf die Pressefreiheit nicht einstimmen - etwas sträubt sich.

Nicht, dass ihr denkt ich sei gegen eine freie Presse. Im Gegenteil. Ich bin für eine sehr freie Presse, ebenso wie ich für die absolute Freiheit jedes einzelnen bin, seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Ich störe mich an Formulierungen wie "Soldaten sind Mörder." aber ich ertrage sie, denn tolerieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet 'erdulden, ertragen'. Also toleriere ich sie.

Ich toleriere auch die Aussagen der Pegida-'Bewegung', des AfD und sonstiger Protest-Polit. Ich nehme sie auf, analysiere sie auf ihren Sinngehalt und bin zuweilen überrascht. Denn meist steckt ein wahrer Kern hinter den Aussagen, nur dass die Schlussfolgerung auf Milchmädchenrechnungen beruht. So ist es eben auch mit Al Quaida, dem IS und allen anderen islamistischen Bewegungen. Ich will sie hier keinesfalls in Schutz nehmen, ihre Politik des Terrors wird sie ebenso wenig weiter bringen wie es die IRA, die Basken oder die RAF weitergebracht hat. Auch sie müssen lernen zu tolerieren.

Andererseits hat der Westen seit dem Ersten Weltkrieg (und schon davor) alles getan um die Menschen in der arabischen Welt gegen sich aufzubringen. Eine Weile war relative Ruhe, nämlich als die Opec-Staaten ihre Macht erkannten und den Westen in die Schranken weisen konnten. Das ist vorbei. Die Amerikaner riefen Geister, die sich nicht mehr bändigen lassen. Sie waren es, die die Bildung von Al Quaida und IS mit ihren Waffenlieferungen und Ausbildung an den Irak und Syrien erst initiiert hatten. Denn nachdem der Iran den von USA eingesetzten Herrscher absetzte haben die USA den Irak hochgerüstet und zudem dafür geworben, dass sich die Nahost'ler selber helfen. Das haben die nun getan und als Mittel gegen die resultierende Gewalt schicken wir jetzt wieder Waffen und Ausbilder. Aber nach getaner Arbeit sammeln wir die ja auch wieder ein, oder nicht? Wir kennen ja die Seriennummern der Waffen...

Wer will es denn einem jungen Franzosen, einem jungen Deutschen, der keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, und der das schon seit seiner Jugend weiß, verdenken, dass er den Staat und seine Politik verabscheut? Und wer wundert sich dann ernsthaft, dass wenige dieser vielen jungen Menschen einen Weg einschlagen, der sie nach Syrien, nach Irak und nach Afghanistan führt. Dort werden sie angenommen, dort finden sie Anerkennung, eine Gruppe, einen Corpsgeist. Das finden diese Menschen ebenso attraktiv wie weiland junge deutsche Männer, die begeistert in die Hitlerjugend gegangen sind und dann ins letzte Aufgebot.

Nein, ich kann in den von Ignoranz geprägten Aufschrei nicht einstimmen. Mir tun die Familien leid. Und mir tun jene leid, die jetzt der Schmach ausgesetzt sind, sie hätten nicht alles getan, um diesen Anschlag zu verhindern. Die Polizei ist die letzte Instanz, die hier hilft. Wir müssen umdenken, und den jungen Menschen, egal welcher Nation und egal warum sie hier sind, eine Heimstatt bieten und ihnen Chancen geben.

Andy


bearbeitet von Inaktives Mitglied
Geschrieben

Der Stern und der Spiegel haben sich abgewöhnt, satirisch über den Islam zu berichten. Die halten lieber "Je suis Charlie" Ausdrucke hoch (wie im aktuellen Spiegel), als dass sie sich wirklich engagieren. Wenn Satire zu Religion, dann bezieht sich das allenfalls auf die römisch-katolische Kirche.


Geschrieben

Ich habe mich sehr über die Beiträge von @Freund_Hein und @Schabracke gefreut. , weil sie sehr differenziert argumentieren.- In meinem Bekanntenkreis kursiert jetzt ein Erklärungsmodell der folgenden Art: Die Attentäter sind Menschen, die von areligiösen, aber skrupellos machthungrigen Typen im Hintergrund gesteuert werden. Man ist sich nur noch nicht ganz einig, ob die Attentäter in normalen Familien in Frankreich aufgewachsen sind ( Wie groß ist dann die Überredungskunst der Hintermänner! Wie amoralisch müssen die verführten Attentäter sein?), oder ob es sich um verzweifelte Flüchtlinge aus den geschundenen Staaten des Nahen Ostens handelt. In beiden Fällen erspart man sich eine Diskussion der Motivation. Man muss sich nicht fragen, was die Attentäter zu ihren Taten getrieben hat, man weiß es ja: die Dunkelmänner im Hintergrund, die mit der Religion selbst nichts am Hut haben, aber willenlose Männer manipulieren.
Das sind schöne Modelle, die schnell zu einem Urteil führen und das Denken ersparen. Vor allem muss man sich nicht mit Fragen des Zusammenstoßes der Religionen beschäftigen, und auch die Frage nach der Mitschuld des angeblich so aufgeklärten, vor lauter Moral und Menschenrechtsseligkeit strotzenden Westens kann entfallen.
Frau Merkel sieht heute auf dem sicher sorgfältig ausgewählten Foto aus wie die Maria der Pieta . Sie scheint das Le id der ganzen Welt zu tragen.Ich denke, dass ihr virtueller Schmerz garnicht zu vergleichen ist mit dem Schmerz, den Frauen und Mütter derzeit tagtäglich im Nahen und Mittleren Osten erleben müssen! Deren Augen sind nicht dekorativ geschlossen. Kein Fotograf setzt durch, dass seine Zeitung ihr Bild veröffentlicht.


Geschrieben

Die beiden Brüder sind im Heim aufgewachsen. Das wurde vorgestern oder so schon gemeldet.


Geschrieben

So, da mich Libra so gespannt aufgefordert hat, eine Meinung zu äussern. Hier meine schon einmal am 9.1. 15 veröffentlichte Meinung zum Thema.
Hätte da zwei drei Gedanken dazu. Man sollte ein sensibles und ausgereiztes Thema echt sensibel angehen und nicht immer mehr reizen, angebliche Freiheiten hin oder her. War es ein Verbrechen? Natürlich war es absolut unangemessen, wegen ein paar "lustiger" Bildchen Menschen zu töten, aber auch unangemessen finde ich Beleidigungen anders Denkender, egal in welcher Form.
Die vermeintlichen Attentäter wurden innerhalb von wenigen Stunden gefasst, Bilder von ihnen veröffentlicht und sie dürften ihres Lebens nie wieder froh werden. Das widerspricht ebenfalls dem Grundsatz, dass jeder unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen wurde. Ich frage mich auch, ob die Jungs immer einen Lebenslauf dabei haben, wenn man innerhalb kürzester Zeit weiß, was sie alles früher getan haben. Im Fall 9/11 war es ja so, dass mehrere angebliche Todespiloten, die mit Namen, Fluglinie und Foto veröffentlicht wurden, ja eigentlich hätten tot sein müssen, wenn sie die Maschinen flogen, die angeblich die Türme zum Einsturz brachten. Komischerweise haben sich einige von ihnen danach gemeldet und zwar quicklebendig! Das Gleiche läuft meiner Ansicht nach immer wieder ab, wir werden verarscht, was das Zeug hält. Die Terroristenorganisation wurde damals von den Amis gegründet, um die Russen aus Afghanistan zu jagen. Beide hatten in dem Land ja aber auch absolut nix zu suchen.
Würde den Großmächten auch nur im Mindesten etwas daran liegen, Frieden zu wahren, dann würde es kaum Rekordwaffenexporte in diese Gebiete geben. Im nächsten Krieg kämpfen nicht nur Brüder wieder gegeneinander, die Waffen kommen auch wieder aus der gleichen Schmiede.

Wenn sich ein jeder nur ein wenig zurück nehmen würde, dann gäbe es deutlich weniger Reibungspunkte und man könnte die wirklichen großen Probleme der Zivilisation angehen.

Geschrieben

@Devotski, ich möchte nur ein paar Punkte deiner Liste beleuchten:

"War es ein Verbrechen?" - Ja. Ein Verbrechen liegt nach dem deutschen Strafgesetzbuch vor, wenn es mit einer Gefängnisstrafe von mindestens fünf Jahren bedacht wird. Mord gehört zu den Verbrechen. Das es Mord war, ist ebenfalls unstreitig. Es war geplant, gewollt, man wollte Rache üben und als man eine Polizistin erschoß auch der Strafverfolgung entkommen. Es gibt - soweit das Auge reicht - keine Rechtfertigungsgründe. Also war es Mord, und damit ein Verbechen.

Dann sprichst du die Unschuldsvermutung an. Dies ist ein Begriff aus dem Strafprozess. Der Grundsatz lautet: Niemand darf schuldig gesprochen werden solange nicht seine Schuld erwiesen ist. Das schließt nicht aus, dass mit Bildern von den mutmaßlichen Tätern gefahndet wird.

Die beiden Brüder waren im Übrigen polizeibekannt. Mindestens einer von ihnen war im Jemen ausgebildet worden, beide standen auf der 'No-Fly'-Liste der USA.

Was von den Karikaturen zu halten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Als nicht-religiöser Mensch sehe ich lediglich die Botschaft hinter ihnen. Da ich kein Französisch kann, kann ich letztere nicht bewerten. (Vielleicht übersetzt das mal einer...?)

Satire ist eine künstlerische Ausdrucksform und als solche von der freien Meinungsäußerung erfasst. Satire darf auch beleidigen, wobei ich bezweifle, dass die Grenze zur Beleidigung durch eine Karikatur überhaupt überschritten werden kann. Wenn es als Karikatur zu erkennen ist, dann darf man Frau Merkel im Conchita-Wurst-Outfit und Putin mit blanker, gepiercter Brust gemeinsam an die Klagemauer von Jerusalem stellen und über Schwule hetzen lassen. Wäre das beleidigend? Wer sollte sich da beleidigt fühlen? Schau' dir mal die Karnevalsmottowagen an...


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