Dies ist ein beliebter Beitrag. TV-Jennifer Geschrieben vor 10 Stunden Dies ist ein beliebter Beitrag. Das es Liebe und Zuneigung nicht nur zwischen zwei verliebten Partnern geben kann, möchte ich euch mit meinem kleinen familiären Einblick im Folgenden schildern. Liebe von den eigenen Eltern (Familie...) zu erfahren, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor wenn es darum geht aufzuwachsen, somit spreche ich nicht das Erwachsenenalter an, sondern vielmehr beziehe ich mich direkt auf meine Kindheit/Jugend. Meinen Eltern fiel es nicht schwer schon sehr früh zu erkennen, daß ich schwul bin, was ich auch nicht wirklich verborgen hatte. Damit waren sie nicht glücklich, konnten damit leben - irgendwie zumindest, aber nicht so, daß ICH mich dabei frei und unterstützt fühlte! Es hing ständig dieses Gay-Stigma über meinem Kopf, weshalb sich meine Eltern für mich in unserem persönlichern Umfeld auch immer schämten - wenn überhaupt jemand davon erfahren durfte... Mein Schwul-sein war jedoch noch harmlos gegenüber meinen "weiblichen Vorlieben". Ich war nicht nur gay, sondern auch ´ne "Tunte", weil ich mich bereits in meiner frühen Jugend (wie man heute sagen würde) androgyn kleidete. Also ein femininer Kleidungsstil - auch gerne mal mit lackierten Nägeln. Als sich meine Transition so weit entwickelte, daß ich (Outdoor, auch in der Schule...!) Röcke, Kleider, Damenschuhe, etc. trug, dazu Make Up auflegte und ich meine männliche Unterwäsche durch Höschen und BHs ersetzte, flippten meine Eltern komplett aus - von da an gab es fast keinen Tag mehr ohne Streit at home. Irgendwann war es meinen Eltern zu viel und zwangen mir ein Ultimatum auf: entweder ich höre damit auf oder ich fliege raus. Meine Eltern verstanden es nicht, daß ich meine Gefühle nicht einfach verleugnen kann um "damit" (was für einen Schwachsinn ich auch immer tat...) aufzuhören. Zu dieser Zeit war es für mich ein absolutes NO-GO zurück zu meinem männlichen Ich zu switchen - im Gegenteil, ich wollte davon weg! Also flog ich mit 15 Jahren zu Hause raus. Von da an gestalltete sich mein Leben wie folgt - im Schnelldurchlauf:- in der Schule durch meine Transition auch viel Scheiße erlebt und diese gerade so abgeschlossen - da ich keine Ahnung hatte was ich beruflich machen wollte, ging ich auch keine Lehre ein, stattdessen hielt ich mich mit Hilfsjobs über Wasser. Aber auch dort wurde ich ständig gemobbt, das Arbeitsklima war zum weglaufen für mich...;( - zeitweise hatte ich keine feste Bleibe und lebte auf der Straße. Sonst kam ich bei Typen aus der Gay-Community unter und konnte dort eine zeitlang wohnen - damals war ich charakterlich sehr angreifbar, war naiv und vertrauensselig weshalb mich viele Typen ausnutzten. Dazu war ich sensibel und konnte schlicht nicht nein sagen - auch sexuell hatte ich damals jeden Typen an mich rangelassen, bzw. wurde ich in der Gay-Com regelrecht rumgereicht - ich habe ALLES mitgemacht, ohne Scham oder Scheu. - perspektivisch sah ich für mich keine Zukunft, sowohl jobmäßig oder in meinem sozialen Umfeld. Ich brauchte jedoch Geld und bin so in die Prostitution gekommen - das war der einfachste Weg, obwohl anfangs niemand eine TV-Hure in seinem Huren-Stall aufnehmen wollte. - 5 Jahre habe ich dann in Bordellen angeschafft, in ganz Deutschland, Holland und Frankreich Damals hatte ich meine Eltern gehasst und wollte sie nie wiedersehen, der Schmerz in mir war einfach zu groß weil ich von ihnen KEINERLEI Unterstützung erhielt. Allerdings zeigten mir auch all die ganzen Jahre nach dem Rauswurf, wie Scheiße es ist ohne Familie leben zu müssen - bzw. aufzuwachsen! Ich war ganz allein, keine Freunde, kein normales Leben. Mir fehlten einfach die Werte die mir zeigten wie man ein normlaes Leben führt, ich hatte nie eine Bezugsperosn die mir das hätte beibringen können, dazu fehlte mir die Selbstständigkeit. Das musste ich aber dringend ändern, als ich in der Prostitution war konnte ich nicht mehr das naive Mädchen sein, da brauchte ich Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen! Und genau zu dieser Zeit kamen in mir plötzlich familiäre Wünsche auf - die ganze Zeit, Tag für Tag nur im Bordell zu hängen war so eintönig! Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken - da kommen einem die seltsamsten Gedanken! Und wenn man sich einsam fühlt, kommt der Wunsch nach Familie ganz von allein, mir fehlte meine Familie! Nach meiner Prostitutionszeit nahm ich mir ein Jahr ´ne Auszeit um mein Leben zu regeln um so die für andere typische Normalität in mein Leben zu lassen. Während dieser Zeit lebte ich komplett keusch, ich hatte keine Lust Boys zu daten oder auf Sex. Neben den typisch-lebensnotwendigen Dingen war mir nur ein Punkt wichtig - Kontakt zu meinen Eltern aufnehmen. Dies war nicht schwer, sie wohnten an alter Stelle und die Telefonnummer passte auch noch. Ich rief sie an und wir vereinbarten ein Treffen in einem Cafe - bei ihnen zu Hause wollten sie mich nicht empfangen. Das war schon ein komisches Zeichen. Meine Eltern wussten quasi nichts von mir, wie ich lebe, was ich tat, nicht mal wie ich aussehe. Umso überraschter blickten sie mich an, als ich komplett als Frau vor ihnen stand - da haben sie erstmal völlig überrascht geschaut, sie erkannten mich nicht! Während des Gesprächs hat mein Papa fast kein Wort mit mir gewechselt, ich merkte ihm deutlich an, daß er mich so in diesem "Fummel" kaum ertragen konnte. Meine Mama war deutlich offener und so sprachen wir über vieles - wobei ich bei diesem ersten Treffen bei Weitem nicht alles über meine letzten Jahre erzählte. Ganz beiläufig erfuhr ich, daß meine Mama in den letzten Jahren den Kontakt zu mir suchte aber mich nirgends ausfindig machen konnte. Da kamen mir die Tränen, weil wir deswegen so viele Jahre verschwendet hatten und ich sicher einiges in dieser Zeit hätte auslassen können! Jedenfalls hat es ein weiteres Jahr (voller Gespräche) gekostet, bis ich für meine Eltern wieder Teil der Familie wurde. Über diese Zeit spürte ich auch, daß sich langsam mein Papa mir gegenüber öffnete und endlich einen Draht zu mir als Frau (oder eben transidente Person...) aufbauen konnte. So wurden unsere Treffen immer familiärer, intimer und zugänglicher. Meine Eltern verstanden mich mit jeden Treffen ein Stückchen mehr, warum ich diese Transition gehen musste und dieses Leben für mich einschlug. Mittlerweile sind weitere Jahre vergangen, heute scheint es fast so, daß es diese Intoleranz, Ablehnung und Zurückweisung meiner Eltern mir gegenüber nie gegeben hat. Ich werde so akzeptiert wie ich bin, es gibt keinerlei Vorwürfe oder Rechtfertigungen das ich mein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen habe. Die Scham die meine Eltern damals mir gegenüber empfanden, ist heute komplett verschwunden - meinem Papa ist es nicht mehr peinlich mit mir unterwegs zu sein. Wir hatten so viele schöne Momente zu zweit, ich hätte mir nie vorstellen können jemals so vertraut mit meinem Papa zu sein! Familiär werde ich als Tochter gesehen - ihr glaubt nicht wie viel mir dies bedeutet! Heute spüre ich all die Liebe dich ich mir von ihnen bereits in meiner Jugend erhofft hatte. Das hätte vieles leichter gemacht, wir hätten keine Jahre der Abscheu aufeinander verschwendet und wären als Familie gewachsen anstatt uns zu entfremden! Deshalb ist familiäre Nähe, Unterstützung und letzlich Liebe so unheimlich wichtig, vor allem für Kinder/Jugendliche. Ohne den Beistand der Eltern ist es kaum möglich als jugendlicher Trans* ein Leben aufzubauen - ich wünche NIEMANDEN dabei allein gelassen zu werden! Sofern es meine Zeit zulässt nehme ich in Sachsen, Thüringen und Bayern als Gastreferentin an Seminaren mit transidentem Bezug teil. Ich möchte meine Erfahrungen weitergegeben, wobei auf meiner Agenda einer der wichtigsten Punkte ist den Eltern zu vermitteln wie wichtig ist es ihren Kindern beizustehen, sie zu akzeptieren wer/wie sie sind. Dabei nehme ich meistens wahr, wie überfordert und ängstlich Menschen mit diesem Thema umgehen da sie nicht wissen wie sie sich verhalten sollen. Dabei ist dies gar nicht soooooooo schwer - alles was eine betroffene Person benötigt ist Verständnis und Unterstützung! Erinnert ihr euch noch an meine obige Auflistung unter dem Punkt "Von da an gestalltete sich mein Leben wie folgt - im Schnelldurchlauf", dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für eine weitere Auflistung mit all den Aspekten die ich nach dem Ausstieg aus der Prostitution und unserer familiären Zusammenführung und dessen Unterstützung erreichte:- habe eine eigene Wohnung - eine festen (guten) Job, wo mich meine Kollegen*innen respektieren. Mobbing wie damals gibt es nicht mehr! - einen großen Freundeskreis - führe eine Liebesbeziehung mit meinen Freund Marko und teilen seit Jahren unser Leben, inkl. Zusammenwohnen - bin für einige regionale Trans* und Gay-Institutionen auf Events (als Gastreferentin, etc.) vertreten - bin Foto-Model für Fashion, Ballett, Akt, etc. - war als Model bei Modenschauen vertreten - lerne seit Jahren Ballett, inkl. Auftritten. Nehme an Tanz/Ballett-Workshops teil (jedoch nur als Ballerino, also männlicher Tänzer), Trans*Ballerina wird leider teilweise noch nicht "akzeptiert" - verreise gerne - bin viel in der Natur und mache mit Freunden*innen oder meinen Schatz Marko Spaziergänge - kann mich offen und frei in meinem Umfeld bewegen ohne schikaniert zu werden. Nur in Ausnahmefällen gibt es weiterhin negative Reaktionen Vieles davon ist nur durch die Unterstützung meiner Eltern möglich geworden. Heute habe ich die Möglichkeit meine Eltern nach Rat zu fragen, egal um was es sich handelt. Ich muß mich nicht mehr (wie damals...!!!) blindlings in Vorhaben stürzen, stattdessen habe ich Leute um mich die mir in solchen Situationen weiterhelfen. Dieses Vertrauen ist umheimlich wichtig, was zudem meine Persönlichkeit stärkt. Abschließend möchte ich noch kurz anführen, auf welche Weise mich die familienlose Jahre geprägt haben. Meine familienlose Zeit hat mich auf zwei Arten deutlich geprägt und wer meine (fast) täglichen Beiträge auf meiner Profilseite verfolgt wird diese sicher schon erkannt haben: 1. Sexualität: in diesem Bezug war ich sehr frühreif, habe mich in meiner Jugend bereits quer durch die Gay-Com geschlafen und was später in der Prostitution ablief brauche ich nicht auszführen. Sexuell kam ich sozusagen mit allem in Kontakt was mich auf jede erdenkliche Weise beeinflußt hat. Diese "sexuellen Ausschweifungen" sind auch heute noch sehr lebendig in mir - ganz sicher als Resultat einer zügellosen Jugend die von meinen Eltern nicht unterbunden wurde. 2. Charakter: da ich so früh allein zurechtkommen musste, bin ich in meiner Persönlichkeit anfangs völlig abgestumpft - ich war fast ein "menschliches Wrack"! Erst mit der Zeit kam ich da heraus, bzw. musste lernen wie man auf eigenen Beinen steht. Nach und nach baute ich eine innerliche Selbstliebe auf und da ich durch die Prositution ständig von Leuten umgeben war bekam ich eine sehr gute Menschenkenntnis - glaubt mir, das ist super wichtig! Aus dieser Zeit lernte ich auch mir selbst zu vertrauen, ich wagte mehr und wurde so zu einem selbstbewußten Menschen. So furchtbar wie ich teilweise meine damalige Zeit wahrnahm, so formte sie mich allerdings auch in meiner Persönlichkeit - wovon ich heute sehr profitiere! Es ist schwer in Worte zu packen wie glücklich ich mich heute fühle meine Eltern/Familie wieder um mich zu haben. Diese Liebe zu spüren ist so kostbar und hilft mir als Menschen unheimlich weiter. Umgedreht denke ich, nein - ich weiß es, daß ich auch eine Bereicherung im Leben meiner Eltern bin. Der Weg der Akzeptanz mir gegenüber war schwer und hat uns Jahre gekostet. Heute zeigen meine Eltern ihre Liebe offen zu mir und gehen auch gerne damit hausieren wie stolz sie auf mich sind. Was könnte ich mir als Kind (Slash Tochter...!) mehr wünschen...?!? Wenn ihr jetzt auch noch diese letzten Zeilen lest danke ich euch, daß ihr so lange ausgehalten habt und euch all meine Gedanken durchgelessen habt. Vielleicht versteht ihr mich nun etwas besser und wie wichtig ein familiärer Rückhalt ist. Jennifer
f2**** Geschrieben vor 1 Stunde Schlimm - meine Mutter hat mich mein ganzes Leben gehasst und es mir auch gezeigt . sie ist mittlerweile tot - hat es geschafft , dass meine geschwister und mein vater seit 15 jahren nicht mir reden . ich wurde misshandelt und kann deshalb schon lange nicht mehr arbeiten . meine transition habe ich erst angefangen , als ich den kontakt nach einer weiteren beleidigung meiner mutter endgültig abgebrochen . Ich bin seit 30 jahren alleine .
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