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Kein frommes Bett für Schwule


Minotaurus420

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Selbst im angeblich aufgeklärten Europa ist schwule Lebensführung nicht immer und nicht überall akzeptiert. Die neueste kursiose Geschichte dazu spielte sich in England ab, wie jetzt "Spiegel-online" berichtet, vom dem folgender Artikel stammt.

Schwules Paar durfte Hotelzimmer nicht teilen

Herzlich willkommen - aber nur in getrennten Betten: Christliche Hotelbesitzer im britischen Cornwall wollten ein schwules Paar nicht in einem Raum unterbringen. Mit ihrer antiquierten Hausordnung zogen sie vor Gericht allerdings den Kürzeren.

London - Die Betreiber eines Hotels in der englischen Touristenregion Cornwall haben einem schwulen Paar die Übernachtung in einem gemeinsamen Zimmer verboten - und müssen dafür nun Schadenersatz zahlen. Die Eheleute beriefen sich auf ihren christlichen Glauben, als sie den Männern verboten, das Bett zu teilen, wie sie am Dienstag nach der Urteilsverkündung erneut sagten.

Die Männer, die durch eine eingetragene Lebensgemeinschaft miteinander verbunden sind, hatten sich auf ein Anti- Diskriminierungsgesetz berufen. Das Gericht sprach ihnen jeweils 1800 Pfund (2140 Euro) Schadenersatz zu. Sie waren im September 2008 in das Hotel in Marazion in der Nähe von Penzance gekommen, das sie telefonisch vorgebucht hatten. Vor Ort sei ihnen dann gesagt worden, sie könnten nicht bleiben, hieß es.

Es sei in ihrer kleinen Pension im eigenen Haus seit Jahren üblich, dass unverheiratete Paare und Homosexuelle nicht gemeinsam in einem Zimmer schlafen dürften, sagte das Betreiber-Ehepaar. Der 70 Jahre alte Mann und seine vier Jahre jüngere Frau hatten vor Gericht gesagt: "Wir sehen die Bibel als heiliges, lebendiges Wort Gottes an und versuchen, ihr zu folgen, so weit wie wir können." Auch der Bruder der Frau und seine Freundin müssten in zwei Zimmern übernachten, wenn sie zu Besuch sind.

Der Richter urteilte jedoch, dass sich "die sozialen Einstellungen in Großbritannien" in den vergangenen 50 Jahren verändert hätten. Es sei unvermeidlich, dass das für einzelne Personen Konflikte mit sich bringe. Deshalb müssten die Gesetze aber dennoch eingehalten werden.

Bach_meets_Giaccomo
Geschrieben

Ausgerechnet in England - Wo doch Professor Albus Dumbledore selbst schwul ist :-))))
Spass beiseite - das ist in der tat "very shocking". ICH warte ja immernoch darauf, dass mir mal einer in der Bibel die Stellen zeigt, die Sexualtät im allgemeinen und schwulsein im Besonderen verteufelt. Und ich ganz persönlich bin überzeugt: Gott findet weitaus mehr Gefallen an einem schwulen Paar, das liebevoll miteinander schläft, als an einem Heteropaar, das gelangweilt mit einander "den Akt" vollzieht, weil zufällig gerade Freitag ist. Und vielleicht hat er ja Humor und in seiner Weisheit ein paar schwule Engel erschaffen, die er immer dann ans Himmelstor schickt, wenn wieder mal ein ganz erzkonservativ homophober Mit"christ" verstorben ist... Aber es ist immer das selbe - Menschen haben keine Ahnung und deßhalb Angst vor dem Unbekannten und sind weiter nicht in der Lage, ihre eigene Sozialisation kritisch zu hinterfragen (scheiss Erziehung auch) und weil man das nicht einräumen kann oder erst gar nicht begreift, muss eben mal wieder der liebe Gott her halten - wobei ich mir nicht anmasse, den Glauben dieser Leute zu beurteilen oder gar in Abrede zu stellen.


Geschrieben


Der Richter urteilte jedoch, dass sich "die sozialen Einstellungen in Großbritannien" in den vergangenen 50 Jahren verändert hätten. Es sei unvermeidlich, dass das für einzelne Personen Konflikte mit sich bringe.




das ist der beste teil der geschichte, oh ja wie schmerzhaft, die zeit schreitet voran und oh welch ein konflikt, alles verändert sich. wieso steht davon nichts in der bibel? hätte der schöpfer doch drauf hinweisen können, oder? leben ist lebendig und meistens immer ganz anders als erwartet und ein einziger konflikt! oder eine ähnliche warnung wenigstens. nun ja, lese ich das alter, sei den leutchens ihr schrulle verziehen denn sie mussten dafür ja zahlen, hoffentlich hats geschmerzt.
es ist erstaunlich wozu die bibel immer her halten muss. manche meinen wohl sie sei der bremsklotz der verhindern könne, dass die welt sich dreht.


Geschrieben

Davon hatte ich auch wo gelesen, ich glaube bei BLU. Na gut auf den britischen Iseln sind die gern mal was verhornter frömmig oder auch scheinheilig als bei uns, aber es gibt sicher auch hier genügend Lokale, in denen sichtbar Schwule rausfliegen würden, oder mit einem scheinbaren Vorwand zu gehen gebeten werden. Das passiert in manchen Gegenden schon Leuten, die einen etwas zu dunklen Teint aufweisen, sich orientalisch kleiden, oder nicht ganz so vollständig deutsch können. Während Deutschland dafür mehr bekannt ist als für die Ablehnung alternativer Lebenskonzepte, verschließen sich die Insel-Affen mit ihren Bremsklötzen wahrscheinlich aus keltisch-normannischer Dickköpfigkeit dem zusätzlichen Einnahmequell. Das ist schon so ähnlich wie bei den Bauern in der Probstei, die auch andauernd gegen die Touristen wettern, die ihre Produkte kaufen.

Ne teure Bibelei war's denn wohl. Cheers, lass & laddies ;-)

Ja, aber den Papa Ratzi würden's reinlasse, obwohl auch der laut einiger Stimmen die jungen Männer in gewisse Gärten verfolgt haben soll.


Geschrieben

Homosexuelle Partnerschaften werden in Mitteleuropa noch für lange Zeit, sicherlich für mehrere Generationen, nicht selbstverständlich sein. Emanzipation, Akzeptanz und gesetzliche Gleichstellung sind das eine - selbstverständlicher und unaufgeregter Umgang im Alltag das andere. Dafür ist eine weit zurückreichende Tabuisierung verantwortlich, die bis in heidnische Traditionen zurückreicht und nicht, wie das so gern geschieht, ausschließlich mit christlicher Lust- und Leibfeindlichkeit erklärt werden kann. Diese verliert, nachdem sie durch den Protestantismus noch einmal neue Stoßkraft erlangte, allmählich an Bedeutung, so dass wir zwar lustvoll sein dürfen, aber immer noch nicht lustvoll mit dem eigenen Geschlecht.

Das Urteil nimmt insofern wunder, als sich die Eheleute anscheinend auf das berufen, was bei ihnen üblich sei, und durchaus nicht beansprucht haben, daraus ein allgemeines Gesetz zu machen. Wen ich aber in mein Haus lasse und zu welchen Bedingungen, das bestimme doch immer noch ich.

Geschrieben

deinen ersten beiden sätzen kann ich nur zustimmen, das ist leider so das das selbstverständlichste der welt dummerweise nicht selbstverständlich ist. den rest kann ich dir adhoc so leider nicht widerlegen müsste ich mehr wissen, doch vermute ich mal dass da einiges so nicht stimmt und da da etwas behauptest
zu deinem letzten abschnitt kann ich nur sagen da wundere ich mich doch sehr wie kurz du da denkst
was du in deinem haus machst ist deine sache doch wenn du gewerblich zimmer vermietest, hast du nicht mehr alleiniges bestimmungsrecht du müsstest zumindestens klar und deutlich vorher ankündigen zu welchen bedingungen bei dir zimmer zu mieten sind und würdest dann vermutlich mit bestimmungen des gastronomiegewerbes in konflikt kommen.je nach dem wie diese bedingungen gestaltet wären. am feriengast verdienen wollen, heißt auch ihn in seiner persönlichkeit zu respektieren


Geschrieben

@rolfina: Glaubst du vielleicht, jene "Tabuisierung" sei meine Erfindung? Ich empfehle zu diesem Thema die umfang- und kenntnisreiche Arbeit "Homosexualität. Geschichte eines Vorurteils" von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg. Das Buch ist allerdings ohne sprachhistorische Kenntnisse schwer zugänglich, gleichwohl eine subtile Studie, die den Nachweis führt, dass die Ächtung Homosexueller in unserem Kulturbereich Jahrtausende alt und nicht erst mit der Konvertierung unserer Vorfahren zum Christentum entstanden ist. Bleibtreu-Ehrenberg ist eine Autorin, die ich jedem Interessierten nur nachhaltig ans Herz legen kann, da diese Frau versteht, Begriffe voneinander zu unterscheiden, die immer und überall durcheinandergerührt werden.


Geschrieben


"Wir sehen die Bibel als heiliges, lebendiges Wort Gottes an und versuchen, ihr zu folgen, so weit wie wir können."




Sich darauf zu berufen kann man ja privat machen, oder mit dem Einverständnis der Gäste, so die es denn mitmachen. Wer aber in der heutigen Zeit einen Gastbetrieb führt und dermaßen weltfremd ist, dem gehört neben der Strafe auch die Lizenz entzogen. Hätte ein Heten-Paar auch klagen können? Gibt´s für die eigentlich ein Anti- Diskriminierungsgesetz?


Geschrieben

Wenn sie Katholiken sind, müssten sie jedes Heten-Paar ablehnen können, das nicht kirchlich getraut worden ist. Alle anderen leben dann illegal zusammen, und die Ungläubigen, die ihre Kinder nicht taufen lassen... Sogar Paare, die unfruchtbar sind oder keine Kinder haben, streben doch dem religiösen Zweck einer Ehe oder Verbindung der Geschlechter entgegen. Eigentlich müsste für so ne Gaststätte aber ein deutliches Schild an die Straße, das besagt, dass nur aufrechte Mitglieder der jeweiligen Glaubensgemeinschaft als Gäste erwünscht sind. Wenn schon verhornt, dann richtig, oder?


Geschrieben

Du vergisst dabei, dass in vorstehendem Fall die Betreiber schon im Rentenalter von ungefähr 70 Jahren sind und wohl nicht dazu in der Lage, über den eigenen Tellerrand zu schauen, geschweige denn ihre für sich selbstverständliche Lebensweise großartig zu proklamieren. Warum auch? Sie kennen und leben es nicht anders, ebenso würde in einer schwulen Kneipe kaum ein Schild hängen: Heten unerwünscht, wenn dann nur die männlichen :P Ich denke auch, dass es von denen gar nicht diskriminierend oder mit böser Absicht so gehandhabt wird, es ist eben ihre eigenste Lebensphilosophie...


Geschrieben

es geht darum das eine dienstleistung angeboten wird und solche angebote haben sich an gängiges recht zu halten, private moralvorstellungen spielen dabei keine rolle
http://goo.gl/iR7Hh
es gibt nun kommentatoren zu dem ereignis die sagen, das schwule ehepaar habe dies aus reiner provokation gemacht, sich dort ein zimmer zu mieten, im netz wäre klar ersichtlich, mit welch strengen und gestrigen moralvorstellungen dort zimmer vermietet werden


Geschrieben

Das mag schon sein, dass sich das Pärchen bewusst dort eingecheckt hat, um´s zu provozieren. Hat ja funktioniert


Geschrieben

Schwule können offenbar nur noch Siebzigjährige provozieren.


Geschrieben

Also man sollte nicht so viel auf den Katholiken herumschimpfen. Schimpft doch lieber auf die Muslimen, denn die schlagen uns Schwulen ja noch den Kopf ab! Und wenn ich in ein Hotel gegangen bin immer mal mit einem Freund, dann haben wir immer zwei Zimmer genommen weil dann gibt es gar keinen Ärger! Ich finde man muß nicht immer unbedingt provizieren.


Geschrieben

Elton John nimmt seine Ehe selbstverständlich und das ist gut so! Warum verstecken? Das hat mit Provokation nichts zu tun. Aber Du Rüdiger bist genau der Typ, welcher sich versteckt.


Geschrieben

@ Ruediger
Sowohl die Katholen als auch die Evangelen geben sich seit Jahrhunderten nichts nach in Sachen Schwulenverfolgung. Die moralische Schuld beider Kirchen ist der Pesthauch der christlichen Religion. Und schließlich: Mit Ausnahme von etlichen hundert Jahren im arabischen Spanien ist Europa vom finsteren Geist der kirchlichen Unduldsamkeit beherrscht worden, nicht vom modernen islamistischen Fundamentalismus.


Geschrieben

Welch ein Unsinn, @Minotaurus. Wenn das deine Sicht auf die christlichen Kirchen ist, muss ich mich über dich wundern. Der Umgang der Kirche mit Homosexuellen ist für ihre Beurteilung als geistliche und geistige Macht völlig ohne Belang, wie sich überhaupt die Kraft der Geschichte nicht nach Maßgabe der Anteile entfaltet, die Homosexuelle an ihr hatten.




Die moralische Schuld beider Kirchen ist der Pesthauch der christlichen Religion.



Was soll dieser Satz bitte schön bedeuten? Ist die moralische Schuld ein Pesthauch, oder ist der Pesthauch die moralische Schuld? Was ist der Nominativ, was ist der Gleichsetzungsnominativ? Beide Varianten erfordern nähere Erläuterung. Willst du wirklich von einem Pesthauch der christlichen Religion (in dieser Allgemeinheit) reden? Das aber hieße, die christliche Religion als Fäulnis, als Geschwür, als Seuche zu begreifen. Verstehst du nicht, dass du damit auch dir selbst das Fundament entziehst?


Bach_meets_Giaccomo
Geschrieben

Hää? War doch ein ganz einfacher Satz :/
Was ist der Pesthauch der beiden christlichen Religionen? Na deren moralische Schuld. Und das kann ich nur unterschreiben. In der Denkschrift der EKD zu Fragen der Sexualethik von 1974 werden schwule z.B. in den selben Topf wie Pädophile oder Nekro- oder auch Zoophile geworfen. Tenor dort: "Diese Menschen sind krank; sie bedürfen nicht unserer Verurteilung, sondern vielmehr unseres Mitgefühls und unserer Hilfe." Und (auch) an dieser Stelle haben beide grossen christlichen Konfessionen Schuld auf sich geladen (Seitens der röm. kath. Kirche bzw. ihrer Geschäftsführung kommen bis heute Äusserungen wie (sinngemäß): Der homosexuelle Mensch kann nichts für seine Veranlagung. Gleichwohl erfüllt gleichgeschlechtlicher Verkehr den Tatbestand der Sünde; ein solchermaßen veranlagter Mensch sollte mithin keusch leben.)
Gott - sei - Dank kenne ich (an der Basis wohlgemerkt) in beiden Kirchen Geistliche, die schwules Leben voll und ganz bejahen und nicht müde werden, eine Gleichwertigkeit zu predigen und zu leben. Hallelujah!
Ich glaube so etwa (von meinen persönlichen Ergänzungen abgesehen) meinte Minotaurus das.


Geschrieben

Über die Bewertung von natürlichen Alterismen durch ihrerseits psychisch beeinträchtigte ( betreffend religiöser Wahn-Inhalte, verklärter Lehren ) Leute müssen wir uns nicht angesprochen, bemitleidet oder geleitet fühlen. Es gehört zu einem hier ableitenden,ganz anderen Thema, aber Schwule als miteinander konsensfähige Erwachsene sind , wenn man den Geschlechterunterschied der Heteros mal weglässt, nichts anderes als konsensfähige Erwachsene. Natürlich möchte man als Erwachsener, der sich für Erwachsene begeistert, nicht in einen Topf mit Leuten geschmissen werden, die sich mit Leichen, Tieren oder nicht konsensfähigen Personen befassen.Mit den Religiösen darf man sicher auch Mitleid haben.

Bei den Nekrophilen, Sodomisten und Pädophilen schaut das daher schon ganz anders aus. Warum diese für krank befunden werden, das wurde hier schon früher mal ausgiebig erörtert, die Frage der Krankheit ist da auch keine Frage. Um das zu wissen, braucht's nicht erst die Religiösen, die das eben auch so sehen. Was das angeht, ist ihre Sichtweise relativ gesund ausgerichtet.

Darum ging es aber nicht, sondern um Erwachsene, nicht tote, ohne Haustiere, die wohl nur übernachten wollten. Oder grade Ebbe in der Ferienkasse hatten, je nachdem, welche Variante man favourisiert. ;-)


Geschrieben

*edit by admin: Offtopicantwortteil entfernt

in vielen ländern sind homosexuelle paare juristisch gleich gestellt, es ist gar kein "eiertanz" nötig" und schon einige kinder sind glücklich mit ihren zwei papas. klar gibt es immer noch die gestrigen, die das "unnatürlich" nennen. doch die zeit lässt sich nicht anhalten oder zurück drehen

Geschrieben

http://goo.gl/Uoe6p
diese geschichte geht weiter und ich denke, dass den einen oder anderen dieser artikel bei queer.de interessiert


  • Sissy

    Ein Sissy Boy ist ein Junge, der sich in das andere Geschlecht einfühlen möchte. Er kleidet sich typisch weiblich und passt sein Verhalten an. Man kennt diese Veranlagung auch unter dem Namen ...

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