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BiNylonica

Schwul sein und National,geht das?

Empfohlener Beitrag

BiNylonica
Geschrieben

Hallo liebe Gaymeinde,ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit 2 Schwulen Männern und wir kamen auf das Thema Politik zu sprechen,dabei stellte sich herraus das beide eine sehr nationale,man kann schon von einer"Rechten Gesinnung"sprechen,die sich gegen die Migrationspolitik und das Vorgehen der Regierung im Bezug zur Meinungsfreiheit richten.Beide waren sehr nett und man konnte Ihnen eine gewisse Intelligentz nicht absprechen.Ob die"Gayszene"nun von Ihrer politischen Ansicht weiß und ob die"Rechte Seite"von Ihrer Homosexualität weiß,konnte nicht geklärt werden.Ich war schon irritiert,sollten doch Schwule Männer eigentlich gegen alles sein was nach"rechts"neigt,war dies eine Situation für mich,wo ich Euch mal frage:Schwul und Rechts!Geht das?Kennt Ihr selbst welche oder denkt als Gay sogar selbst eher patriotisch oder lehnt Ihr solche Gays generell ab?Ich bin gespannt auf Eure Antworten...liebe Grüße zur Nacht und bis bald

Simbacher
Geschrieben

Nur weil man eine rechte Gesinnung hat, muss das nicht heißen, dass man eine extreme Meinung vertritt. Das wäre das selbe zu sagen: Jeder der eine linke Gesinnung hat ist ein Kommunist und will die DDR wieder aufleben lassen.

Tool
Geschrieben

Ich glaube, das sollte man noch mal reflektieren. Rechts-, Patriotisch-, National- sein ist in bestimmten Szenen gerade sehr modisch. Also eher modisch, als dass es "Gründe" gibt, wie etwa "fehlende Meinungsfreiheit"(wer verbietet Euch denn was?) oder "Migration" (was ist Euch dadurch weggenommen worden? habt Ihr nicht eher den Service bekommen, bestimmte Arbeiten nicht mehr machen zu müssen?) Auch der Nationalsozialismus hat Mengen von homophilen Männern durch Manneskult und Uniformen angezogen. Und was war dann später: Vernichtung in KZs, Kriegsdienst, Katastrophale Niederlage. Patriotismus sollte heute offen und Europäisch sein, Homosexuelle sollten auf der Hut sein, die offene, freie Gesellschaft tut ihnen besser als jedes strenge Regime.

Morgenmuffel
Geschrieben

Na ja, ich gehe davon aus, dass es schon immer, auch von 33-45 (und natürlich danach) genügend schwule Männer auch in den rechten bewegungen gab und immer noch gibt. Selbst unter Neonazis scheint es genug Gays zu geben. Verstehen muss man das nicht. Dass selbst ultrarechte, neofaschistisch denkende Menschen nett" sein können, steht ausser Frage. Ich muss allerdings für mich sagen, dass ich mit Menschen, egal ob gay oder nicht, die menschenverachtende, extreme Gesinnungen vertreten, nichts zu tun haben will. Wir alle kennen nach wie vor Ablehnung und dummes Dahergerede, Diskriminierung vielleicht sogar (was kein Vergleich zu den 1970er bis 1990er Jahren ist) und ich denke, als "Betroffene" stünde es uns gut an, hier liberal und offen zu sein. Dabei gilt es sicher zu differenzieren, ob jemand einen einigermaßen "gesunden" Nationalgedanken hat, also keine Ahnung, Stolz auf Deutschland ist oder sowas, oder ob er/sie Pegida-gedankengut oder Neonazidenke vertritt. Freie Meinung, auch solche, die mir vielleicht nicht gefällt, ist völlig ok und die kann und muss man aushalten, aber sobald es an Grundrechte oder Humanität geht und sich Hass und Hetze daruntermischen, platzt mir der Kragen und da ziehe ich einen Strich.

oldysuchtjungy
Geschrieben

Das Thema "Rechte Schwule" wurde im Forum (Juli 2016) ausgiebig diskutiert, woran ich mich auch beteiligt hatte.

Ein Beitrag fand ich u.a. besonders gut. Als Verfasser steht leider nur "Inaktives Mitglied" Hier der Beitrag:

Darf es die geben ... an sich, warum nicht?
Es darf alles geben, was die Natur ermöglicht, jede Zusammenstellung von Eigenschaften in einem Menschen. Es ist nur nicht immer verständlich, nicht für jedermensch zugänglich, wie und in welcher Betrachtungsweise widersprüchlich solche Personen sind.

Es gibt ja auch religiöse Schwule - ebenso unverständlich, zunächst und vielleicht, wenn man das nicht psychologisch weiter hinterfragt, oder sich die Persönlichkeit und ihren Werdegang mal ansieht.
Menschen werden durch Erfahrung geprägt, durch Lernen und Erleben.
Nicht alle Menschen sind gleich gut in der Lage, entweder logisch zu denken oder Widersprüche zu erkennen. Manche differenzieren ihren Standpunkt zu widersprüchlichen Anschauungen nie, oder geben ihre Position aus irgendwelchen für sie bedeutenden Gründen irgendwann auf, ändern ihre Haltung, ihre Meinung. Es hängt wohl davon ab, wie einerseits prägende Erfahrungen mit dem aktuell Bedeutenden interagieren, und welche Denkströmung einer verfolgt, zu welchem Schema von einem Weltbegriff er sich hingezogen fühlt.

Da gibt es etwa den Eklektizismus - ganz weit verbreitet - Leute, die sich aus einer Weltanschauung nur das Gefällige, das Beste oder Annehmliche heraus suchen, um damit "nur das Gute" zu unterstützen. Die findet man im rechten Spektrum ebenso, wie bei den Humanisten, Pazifisten, Veganern, Öko-Freaks oder den Religiösen. Die lassen das "Negative" einfach weg, oder links liegen, bzw. ignorieren zum Teil ganze Kategorien historischer Fakten, oder versuchen, diese ins Unwahre zu drehen, zu relativieren, anders auszulegen.

Das Problem herrscht nicht nur auf der jeweils unbeliebteren Seite vor, also es gibt auch Leute, die andere Haltungen gezielt madig machen oder dramatisieren, anstatt zu verharmlosen. Deswegen ist es wohl so schwierig, da eine neutrale Sichtweise zu behalten. Die Einstellung, "rechts" zu sein, wird in der aktuellen Zeit ziemlich auf den "äußeren rechten Rand" polarisiert. Deshalb haben viele Leute, die mit "rechts" schlechte Erfahrung gemacht haben, oder anderer Auffassung sind, so große Toleranzprobleme.
Aber auch dadurch, dass dieser "äußere rechte Rand" sich von dem, das man als rechts-konservativ bezeichnen kann, sich selbst in Sichtbarkeit bringt und in der Diskussion hält, mit oft nicht gerade ... ich nenne es mal ... sittlichem Verhalten. Auch gerade damit, die historischen Fakten zu leugnen oder klein zu reden, eine Art eigene Propaganda zu fahren, und Sichtweisen auf gesellschaftliche Zusammenhänge und politisches Geschehen zu modulieren und verzerrt darzustellen - denke man an die derzeit beliebte Idee davon, dass einige Millionen Einwanderer mit Islam-Hintergrund 76 Millionen Deutsche innerhalb weniger Jahre zu "islamisieren" vorhätten, oder Ähnliches.

Einige "rechte Gruppen" instrumentalisieren geschickt die Sorgen und Ängste der Leute, die einmal auf diesem Denkstrom aufgeschifft, die teils extremen Widersprüche zu sich und ihrem Lebensvorhaben links liegen lassen, sich von den konstruierten Angst-Bildern vereinnahmen lassen, dieda wie scheinbar verifizierte Fakten dargeboten werden. Dass man sie benutzt, kriegen sie nicht unbedingt mit. Dass man versucht, ihre Ängste gegen die anderer auszuspielen, um auf einen schützenden Eindruck zu machen ( AfD = gegen Islam = pro Homosexuelle o.Ä. ) und sich etwa als Partei positiv darzustellen, erst recht nicht.
Vor den aktuell konstruierten Sorgen fallen die Erfahrungen der vorderen Zeit zurück, es entsteht ein Eklektizismus um das "Gute" rechts gerichteter Strömungen als Hüter der Traditionen, Schützer bewährter Werte oder Erhalter des Volks. Darauf springen wohl manche Schwule auf, denen relativ egal, oder zur Zeit nicht wichtig genug ist, dass diese selbe Strömung, der sie nachlaufen, sich im Fall, dass die das Ruder übernehmen, gegen sie richten wird.

Also ist es in der Grundfrage wohl eine Meinungs- und Kopfsache, warum es Schwule gibt, die eigentlich gegen ihr eigenes Wohlgeschehen denken, oder sich dagegen engagieren, irgendwann wie gleichwertige Menschen leben zu können.

Und dann gibt es noch die, die nicht so gern beim Namen genannt werden. Wo's halt im Kopf nicht dazu hinreicht, die eigenen Peiniger, "Schlächter" zu erkennen, und diese zu identifizieren, bevor die Propaganda im Kopf zu tief eingesickert ist, sich den Weg zu den leitenden Sektoren im Gehirn freigefressen hat. Nennt man sie Verrückte, Plem Plem, leichtaus der Spur geschossen oder vielleicht auch einfach psychisch etwas naiv, um mal die anderen Ausdrücke zu vermeiden.

Ich verfolge persönlich noch andere Erklärweisen - die gehen aber zu sehr ins Psychologische, um hier ausgeführt zu werden.Kurz gefasst könnte man vielleicht sagen, dass die Ablehnung der Homosexualität durch einen unvollständigen, oder aber ausgewählt verkleinerten Begriff von der Natur und dem Natürlichen dazu geführt hat, dass verschiedene Gruppen und Vertreter von "beschränktem" Weltbild durch ihre Sozialisierung hindurch Andersempfindende brechen und verunsichern, verängstigen und dauerhaft psychisch schädigen, teils schon durch die Erziehung hindurch. Ein beachtlicher Teil so erzogener Menschen kann sich von dieser Prägung auch trotz späterer Erkenntnis nicht mehr lösen, sie bilden eine Persönlichkeit aus, die in stetiger 'Untergebenheit' gegenüber dem Bezugsumfeld alles richtig zu machen versucht, selbst dadurch, indem sie sich selbst verraten und verleugnen, oder eine Art Vermeidungstaktik fahren.
Eine Persönlichkeitsbildung nach freien Stücken, ein selbstbewusst losgekoppelter Geist, das wird so eingegrenzt oder verhindert, oder die eigene Person verkümmernde Lebensaspekte werden einfach 'as is' hingenommen.
Für gegeben, sagt man, denke ich.
Diese Personen akzeptieren in ihr Schicksal, dass ablehnende Konzepte gegenüber Homosexuellen ect. "normal" sind, und sie sich einer Welt-Idee zu fügen haben, in der sie nun mal eine unbeliebte Randerscheinung oder Minorität darstellen. Sie internalisieren einen Zustand, wie er besteht. Ist die Person in sich selbst nicht fit genug, um sich gegen die bestehende Situation durchzusetzen, bilden sich öfter mal auch Persönlichkeiten aus, die in einer Art gesellschaftlichem Stockholm-Syndrom verhaftet denken, und manche davon bekämpfen sogar ihre eigene Natur und lassen sich auf der "Demo für Alle" als "geheilte Schwule" vorführen...
Andere wählen AfD und NPD oder beten zu Göttern, unterstützen sie in ihrem Innersten und als Menschen ablehnende und verdammende Bewegungen. Eine Art, es zu erklären.

Schwule mit Rechtsdrall ... unterhalten geht oft da auch, aber sie hinterlassen bei mir ein ganz ungutes Gefühl in der Magengrube. Und das kommt nicht davon, dass es gestern Bohnen mit Speck gab.

Früher glaubte ich mal, rechts oder links, das ist einfach die Sitzverteilung der Parteizugehörigen im Parlament.

Well, my five Cent.

Bi_Daddy_524
Geschrieben

Auch Schwule können Deutsch (klar) denken, versprochen^^

Raumduft
Geschrieben

politik, ist politik. hat mit der sexuellen ausrichtung nichts zu tun. man muß nicht anti-schwul sein um sein land zu lieben.

nick2017333
Geschrieben

Ist für mich nicht auszuschließen. Empfinde ich allerdings als atypisch. Passt für mich nicht wirklich zusammen.

Und ich liebe unser Land auch, aber ich wurde mich eher Mitte-Links einordnen. Dafür muss ich nicht rechts angesiedelt sein.

Und was die Zeit unter Hitler betrifft, schlagt nach nach Ernst Röhm, sogar SA Führer war er gewesen, aber wurde am Ende unter Vorwand umgebracht.

oldysuchtjungy
Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Stunden, schrieb jensxp:

Wenn von "rechts" die Rede ist, ist meist schon "sehr weit rechts" gemeint,

Da stimme ich jensxp voll zu. Es geht doch nicht darum, ob jemand sein Land Deutschland liebt oder nicht. Ich denke mal, daß kann jeder und ist kein typisches Merkmal von Rechts. Ich vermute auch, daß einige die sich als "rechts" bezeichnen, eher im konservative Lager zu verorten sind. Rechts ist schon etwas Mehr, und da stimme ich dann jensxp zu wenn er schreibt:

vor 12 Stunden, schrieb jensxp:

Sie teilen Gesellschaften in Lager. Dort die verkommene Elite, hier der brave Bürger. Dort der krimnelle Zuwanderer, hier der ehrenwerte Einheimsiche. Eine populistische Partei oder ein populistscher Anführer neigt dazu, sein Land zu polarisieren, weil das politische Projekt auf dem Gegensatz "Wir gegen sie, Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkelheit" beruht.

Faschismus ist und bleibt eine völkische Ideologie, deren Ziel die Reinheit der Nation und die Ausmerzung aller „Unpassenden“ ist. Diese erstrebt eine autoritäre und hierarchisierte Gesellschafft mit einer hyper-patriarchalen Geschlechterordnung an. Der Vernichtungsgedanke ist immer vorhanden und wird bei sich ergebenden realen Verhältnissen in die Tat umgesetzt.

und dieses fand ich im Internet bei "Gegenöffentlichkeit"

„Den „konservativen“ Schwulen sei angeraten: Tut im Schlafzimmer, was ihr wollt, lasst aber eure Finger von Minderjährigen, fallt möglichst nicht auf und unterstützt die AFD, ohne euch dort als „konservative Schwule“ zu profilieren.“…..Auch ich möchte die AfD nicht als neuen Hort für Schwulenverbände und deren Lobbies im Hintergrund sehen…“ Wenn Homosexualität präsentiert wird, erregt sie bei gesunden Menschen Ekel und Protest..... Die Schwulen-Bewegung produziert folglich Homophobie und ist deshalb kontraproduktiv. Das Beste, was die Schwulen-Bewegung machen kann - sich auflösen. Schwule sollen ausschließlich privat ihre Perversionen pflegen und die Mehrheit nicht reizen. Dann gibt es auch keine Probleme.  Ich will nicht, dass die Schwulen- und Lesbenbewegung konservativ wird, sondern dass sie verschwindet. Ihre blosse Existenz beweist die Dekadenz unserer Gesellschaft, die ja auch zu Drittwelteinwanderung und Islamisierung führt..“…„

 

bearbeitet von oldysuchtjungy
GayCat
Geschrieben

Eigentlich könnte man auch fragen, ob es zusammenpasst, rechts(extrem) zu sein und grüne Augen zu haben. Da "schwul sein" ein Eigenschaft ist, die man hat wie die Haarfarbe oder die Körpergröße, hat das meiner Meinung nach nichts mit der politischen Einstellung zu tun. Da man, wenn man schwul ist, allerdings einer (großen) Minderheit angehört, die von Teilen der Gesellschaft diskrimiert und angefeindet wird, gehört - ebenfalls meiner Meinung nach - schon einiges an verknotetem Denken dazu, dann rechts zu sein, und selber - wenn auch andere - Minderheiten bzw. überhaupt Menschen, die anders sind, zu diskrimieren und zu verachten.


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