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Schwul im Beruf


Minotaurus420

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Die Zeiten sind noch längst nicht so, dass gleichgeschlechtliche Zuneigung als selbstverständliche Möglichkeit der Lebensgestaltung allgemein akzeptiert werden würde. Daran ändern auch die diversen Bekenntnise von Künstlern, Politikern oder Sportlern nicht das mindeste - vorerst jedenfalls. Und deswegen ziehen es auch viele Schwule und Lesben vor, im Berufsumfeld über ihr Privatleben Stillschweigen zu bewahren oder gar irgendwelche Heterostories zu erfinden. Die Frankfurter Allgemeine Zweitung (FAZ) hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht.

Hier lesen
 

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

So sind auch meine persönlichen Erfahrungen. Im privaten Umfeld wissen sehr viele bescheid und haben zum größten Teil keine Probleme mit meiner sexuellen Orientierung (bi). Anders gestaltet sich das in meinem beruflichen Umfeld, hier weiß keiner bescheid und ich versuche auch das dies so bleibt weil ich leider ganz genau absehen kann welche Reaktionen darauf folgen würden. Von meinem direkten Chef beispielsweise habe ich schon oft mitbekommen das er enorm homophob eingestellt ist (diskriminierende Kommentare gegenüber Schwulen) und von den Firmengründern weiß ich das sie sehr aktiv in einer freien Kirche tätig sind die alternative Lebensstile (abweichend von der Bibel) nicht tolleriert.

Das Thema kann ich bisher immerhin gut trennen, jedoch komme ich langsam an einen Punkt an dem ich mit vielen Kollegen und Kolleginnen eine sehr freundschaftliche Beziehung aufgebaut habe und so kommen nach und nach auch Freunde mit Kollegen in Kontakt und ich weiß ehrlich gesagt nicht wie und wie lange ich beruflich und privat inn diesem Zusammenhang noch trennen können werde.


Geschrieben

@benztownboy: die versteckspielerei habik mir abgewöhnt - dit hat zwar etwas zeit gedauert, un hat mir auch einige nerven und tränen gekostet. nur irgendwann is der punkt erreicht, an dem die gleiche frage immer intensiver auftritt: warum dit ganze?
weder habik mir wat vorzuwerfen, noch besteht die ständige verpflichtung zur rechtfertigung! dabei is mir gleich, ob innerhalb der family, bei freunden oder kommilitonen.
allerdings mußik an dieser stelle eingestehen, det dieser k(r)ampf sehr viel leichter zu durchleben is, wenn einem der partner an seiner seite, zur richtigen zeit die schulter zum anlehnen bietet! insofern hattik glück - wobei leider viele auf diesen vorteil zu verzichten haben!

abschließend sei aber noch ma -dit eigentlich an banalität kaum zu übertreffende- gesagt:
schwulsein is weder sündhaft - noch is dit krankhaft!
man hat uns so zu akzeptieren, wie wir sind - oder eben nich! PUNKT lg flori


  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hallo erstmal,

also ich behalte es im Beruf auch für mich, dass ich schwul bin. Denn dazu wird mir auf der Arbeit viel zu sehr getratscht (Bürotratsch) etc. Ich bin eh der Meinung, dass vieles an Themen auf der Arbeit nichts zu suchen hat. Ich muss dort nicht mit jedem "Hans-und-Franz" über private Dinge schnacken und auf "wir-haben-uns-alle-lieb-tun". Ich krieg schon einen Hals, wenn Kollegin ständig über ihre Kinder schnackt, was die gestern alles nicht tolles gemacht haben. Aber was soll´s gell, so bekommt man den Arbeitstag auch herum :-).
Generell finde ich, wer sich meint outen zu müssen, soll es machen, aber ich finde, dass es nicht jedem etwas angeht, mit dem man etwas zu tun hat, sei es durch Zwang (auf der Arbeit) oder freiwillig (im privaten Umfeld) :-).

Vor allem, leider reagieren ja - wie bekannt - diese heten nicht immer positiv auf ein Coming Out. :-( Weil es ja die möchtegern perfekte Welt von ihnen kaputt macht!


  • 2 Jahre später...
Geschrieben

Das, was ins Privatleben gehört, bleibt da auch drin. Da kann man vielleicht mal im Gaychat ein paar Auszüge bringen, aber im Berufsleben kann es das Karriere-Aus bedeuten, oder Anfeindungen von Kollegen und von Chefs.

Die breite Allgemeinheit ist leider nicht so brav tolerant, wie man das durch 10 rosa Brillen lieber sehen möchte, und eine gewisse unterschwellige Homophobie doch weit um vorhanden.

Wenn man Privatleben, Beruf und Leben 'draußen' voneinander getrennt hält, ist es auch gar nicht nötig, Hetero-Spinoffs zu erfinden, oder über sich ausgedachte Beziehungskisten mit Frauen, die nur im Kopf existieren, zu pfriemeln.
Solange im gewöhnlichen Umgang jeder die Privatsphäre der anderen achtet, und einen Single als Single akzeptiert, wird da nichts durchsickern. Problematisch wird es erst, wenn eine Arbeitskollegin Anbaggerversuche bringt. Aber man braucht ja nur zu bestätigen, sie ist nicht der Typ, den man mag. Damit hat man immer noch kein Risiko und den Aufwand, einen mit einem anderen Typ Frau zu verdrahten, machen sich die wenigsten.

Es gibt auch genug Leute, die keine*n finden oder keine*n wollen, undauch dauerhaft single sind. Da fragt auch kaum mal wer nach, warum eigentlich. Ist doch deren Sache. Eben Privatsache!


schwuler-nordstern
Geschrieben

Für mich ist die Zeit des "sich ständig zu verstecken" oder gar die eigene sexuelle Orientierung zu verleugnen, zum Glück vorbei. Dennoch erzähle ich nicht gleich Jedem, dass ich schwul bin und wie ich mein Privatleben gestalte. Bei Kollegen bin ich in sofern vorsichtig, da ich mir diese ja nicht aussuchen kann (im Gegensatz zu meinen Freunden). Es gibt gerade am Arbeitsplatz immer noch offene oder verborgene Homophobie. Auch ein Chef wittert leicht Probleme, wenn er mitbekommt, dass einer seiner Mitarbeiter schwul ist.
Ich habe es bislang einmal erlebt, dass ich wegen meines Schwulseins am Arbeitsplatz von zwei Kolleginnen immer wieder lächerlich gemacht wurde. Dabei überschritten beide Damen immer wieder die Grenze der, wie ich finde normalen, Frozzeleien unter Kollegen erheblich. Eines Tages bekam mein damaliger Chef in der Kantine mit, wie sich die beiden über mich mokierten und wurden von ihm schriftlich abgemahnt.
Heute halte ich es so: wenn mich jemand nach Frau oder Familie ausfragt, bekommt er eine ehrlich Antwort. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit dieser Haltung bin ich bislang gut gefahren.


Geschrieben

Ich bin generell nicht geoutet. Weder privat noch beruflich. Ich will das nicht. Habe Bedenken das ich beruflich damit eine Zielscheibe abgebe. Und sind wir doch mal ehrlich: Vorne herum wird ( fast ) jeder natürlich sagen ist ja nicht schlimm. Ist doch in Ordnung usw. Aber wie sieht es hintenrum aus? Geläster ist doch an der Tagesordnung. Bekomme es ja mit wenn über Leute gesprochen wir die eventuell schwul sind. Aber Fakt ist doch auch das sehr viele Männer doch schon mal in irgendeiner Form homoerotische Kontakte gehabt haben. Ob in der Jugend oder schon im Erwachsenenalter. Es gibt nur keiner zu. Mein Privatleben geht aber auch im Geschäft keinen was an. Ich will das von meinen Kollegen auch nicht wissen und die werden auch von mir nichts darüber erfahren. Das Outen sollte auch jedem selbst überlassen sein. Ein Bekannter der geoutet st wollte mich so sehr dazu drängen mich zu Outen der war schon beleidigt weil ich das nicht machen wollte. Da weis man dann nie ob so einer dann nicht hergeht und es allen erzählt.


Geschrieben

Nach meiner festen Überzeugung kann nur jeder selbst entscheiden, ob er sich outet oder eben nicht. Es ist einfach anmaßend, jemand anderen zum Outing zu drängen.

Ich selbst bin überall geoutet und habe gute Erfahrungen gemacht. Dadurch bin ich in der Lage, in der Familie und auch im Berufsleben unbefangen aufzutreten. Es gibt keinen Grund für mich, meine Neigungen zu verstecken oder Alibigeschichten zu erfinden. Und sicher hatte ich das Glück, mich in einem Umfeld zu bewegen, wo das für die meisten kein Problem darstellt. Was hinter meinem Rücken geredet wird, interessiert mich eigentlich weniger, solange das Gerede sich nicht auf mein persönliches Leben auswirkt. Aber selbst so etwas ist mir zumindest nicht bekannt geworden.

ABER das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen und Ansichten. Bei Anderen gibt es bestimmt andere Voraussetzungen und vielerlei Gründe, sich bedeckt zu halten.

Und niemand anderes hat das Recht, jemandem sein Leben vorzuschreiben...gerade in dieser Frage, wo ein Outing bei manch einem das ganze Leben auf den Kopf stellen könnte. Noch schlimmer wäre es, einen Anderen gegen seinen Willen zu outen. Das wäre ein völlig unzulässiger Eingriff in das Privateste eines Menschen, der niemandem zusteht.

Fazit: Jeder lebt sein eigenes Leben und nur er entscheidet, wie er es lebt!


  • 3 Monate später...
Geschrieben

Wenn Leute versuchen, einen zum 'Outing' zu drängen, ist das vielleicht aus deren Weltverständnis her betrachtet gut gemeint.

Man muss aber auch über sein Leben bestimmen können, und denen Bescheid sagen, dass sie es zu akzeptieren haben, wenn mabn das nicht möchte und seine Gründe dafür hat.

Besonders in der Sportszene bekomme ich es auch mit, wie über Leute hergezogen, gelästert und oft auch abwertend gescholten wird, von denen einzelne glauben, das könnten Lesben oder Schwule sein.

Im Sport führt ein unüberlergtes 'Outing' ganz flugs mal zum Ende einer sportlichen Karriere oder zum Verlust von Sponsoren und des gesamten Kreises der Connections, den man sich über lange Jahre mühselig aufgebaut hat.

Das funktioniert dann auch nicht damit, sich eben mal neue Kontakte zu suchen, die die Bedingung LGBT-tolerant zu sein, erfüllen. Man behält das Gefühl, dass die 'Outing'-Befürworter sich diese Hintergrundgedanken kaum machen, oder alle zig hundert Freunde haben, die bei Bedarf austauschbar werden, sobald sie dem Ego nicht mehr entsprechen.

Dann lieber getrennte Welten und alles ist gut.

  • 3 Wochen später...
bausportswearandy
Geschrieben

Auf dem Bau oder im Bergwerk bei grosser Hitze geht es schon geil zu: mit kräftigen Muskeln, nackten Oberkörpern, welche von Schweiß glänzen, manche Jungs schuften nur in kurzen (Turn)hosen, vor Anstrengung zusammengebissenen Zähnen und auf den Armen hervortretenden Venen. Oft schwitzt du so, das Klamotten klatschnass  wie schweres Gepäck an Dir hängen und dann ziehst du es aus und riskierst, das andere unter deiner Hose eine Beule bemerken. Entsprechend einer allgemeingültigen Gleichung, das in 100 m Tiefe konstant 9°C herrschen und die Temperatur auf alle weitere 100  um 3°C steigt, sind es in 1000 m Tiefe bereits 36°C und auf 1500 m sogar 51°C. Bei solchen Temperaturen und der Schwerstarbeit mit dem Preßlufthammer läuft der Schweiß ununterbrochen in Strömen und tropft im Sekundentakt von Gesicht, Armen und Brust. Das ist für meine Begriffe nur in einem knappen Sprintershort noch auszuhalten. Auf dem Bau übertage ist es bei grosser Hitze in praller Sonne auch nur wenig kühler und leichter. Es gibt ja immer mehr verrückte Touristenevents. Mich würde es - wenn die Wampe abtrainiert ist - schon einmal reizen, mit schwulen Jungs eine Woche bei 50°C untertage zu schuften.

gaylerSatansbrate
Geschrieben

Schwul im Beruf
viele befürchten outen gesellschaftliche wie finanzielle nachteile sportler outen sich wenn überhaupt meist nach aktiver zeit unser ex außenminister und ex berliner bürgermeister hatten damit scheinbar keine problemchen

Geschrieben

@bausportswearandy:

Vielen Dank für deinen Beitrag. Jedoch hat er nur sehr am Rande mit dem eigentlichen Thema "Schwul im Beruf" zu tun, bei dem es auch um die Frage des Outings geht.

Also bitte wieder zurück zum Thema. Danke!

LG Zeus1968, Forenteam GAY.de

Geschrieben

Ich denke, es sollte jeder selbst entscheiden, ob er sich im Berufsleben outet oder wo sonst noch.  Es ist ja leider immer npch so, dass es sehr viele homophobe Menschen gibt.

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