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Wenn die Sexualität umschlägt und die Unterdrückung krank macht...


Lassinhio

Empfohlener Beitrag

  • 2 Wochen später...
Am 15.7.2026 at 19:40, schrieb Lassinhio:

Jetzt kommen wir aber zum größten Problem. Ich komme aus einem hoch konservativen Elternhaus, bin in einem Freundeskreis integriert in dem "schwul" noch des häufigere abwertend genutzt wird und in einem beruflichen Umfeld (Leistungssport), wo Homisexualität ein absolutes Tabuthema ist. 

Dementsprechend wäre ein outen bzw überhaupt erstmal ein Versuch zu testen, ob es mehr als ein Verlagen ist mit der Gefahr, dass es rauskommen könnte, für mich unmöglich, da es mein komplettes Leben in 1000 Teile sprengen könnte. 

Erinnert mich irgendwie an mein Psychologie Studium. Da hatten wir oft derartige Fälle für Sachanalysen. Daher kann ich dir vielleicht helfen.

Bei dir ist es primär die Angst vor einem "anderen Leben", welche dich in vielen Dingen hemmt und dich so in deinem eigenen Leben zur Nebenrolle macht. Du willst, dass deine Eltern stolz auf dich sind. Du willst in einem Freundeskreis anerkannt werden. Du willst beruflichen, sportlichen Erfolg genießen. Das alles ist völlig legitim. Problematisch wird es, wenn du dich selbst all diesen Anforderungen unterwirfst und dich damit immer mehr zurück nimmst. Ja, das kann auf Dauer krank machen. Daraus können sich Traumata und im schlimmsten Fall sogar Depressionen entwickeln. Gerade bei Depressionen sind die Ursachen fast immer darin zu finden, dass sich Menschen immer wieder im eigenen Leben ganz hinten anstellen. Sie wollen gefallen, irgendwo dazu gehören und niemanden enttäuschen oder gar zur Last fallen.

Die einzige Lösung: Oute dich! Was hast du zu verlieren? Gehen wir die schlimmsten Szenarien durch: 

1. Deine Eltern verstoßen dich und wollen nichts mehr von dir wissen. 
Das halte ich für fast ausgeschlossen. Ich kann verstehen, dass es hier durchaus zu "Enttäuschungen" kommen kann. Manche Eltern wünschen sich eben irgendwann Enkel. Andere sind beim Thema "Homosexualität" einfach unerfahren. Dennoch würde niemand sein homosexuelles Kind verstoßen. Ich selbst habe auch einen Sohn. Klar hätte ich gern Enkel. Klar möchte ich ihn gern mit einer tollen Frau an seiner Seite sehen. Und ja, es würde mich sicher auch beschäftigen, wenn er auf Männer steht. Dennoch würde ich ihn deswegen nicht weniger lieben, nicht weniger für ihn da sein oder dergleichen. Er ist der mit Abstand wichtigste Mensch in meinem Leben. Das wird bei deinen Eltern nicht anders sein. Sie werden sicher Zeit brauchen um das alles zu verarbeiten. Aber das wird sich alles mit der Zeit klären.

2. Deine Freunde wenden sich von dir ab.
Time to say Good bye! Du wirst neue Freunde finden. Freunde, welche dich so mögen wie du bist und in deren Gegenwart du so sein kannst wie es dir gefällt und es dich glücklich macht. Natürlich wünsche ich dir nicht, dass das passiert. Aber falls es soweit kommt, ist das kein Weltuntergang. 

3. Homosexualität ist im Leistungssport kein generelles Tabuthema. Da bist du vielleicht im falschen Verein oder reagierst als "Betroffener" etwas zu sensibel oder übervorsichtig. Auch hier wirst du schnell eine gute Lösung finden. 

Meine Oma hat damals immer gesagt: Egal wie tief du in der Scheiße steckst, das Leben geht weiter. Dein Leben endet nicht, wenn du dich outest. Es ändert sich. Vielleicht nur ein bisschen. Vielleicht sogar sehr. Aber es geht weiter. Es wird ein Leben, welches du selbst in der Hand hast und in dem du definitiv glücklicher wirst als wenn du deine aktuelle Lebenssituation immer weiter spielst. Wo willst du dich in 10 Jahren lieber sehen? In einer lieblosen Zweckbeziehung lebend um deine Eltern "stolz" und deine Freunde "neidisch" zu machen oder in einer glücklichen liebevollen Beziehung, welche vielleicht nicht allen gefällt, aber dein Leben jeden Tag bereichert? Ich persönlich hätte lieber keine Freunde und dafür eine rundum glückliche Beziehung mit allem was dazu gehört, als viele Freunde, denen ich etwas vorspielen mit um "integriert" zu bleiben. Menschen kommen und gehen. Du bist 30 Jahre alt? Frag mal Leute mit 40 oder 50 Jahren, wie viele Freunde sie heute noch von denen haben, welche sie mit 30 hatten. 
 

Ich kann nur sagen , was andere über dich denken,sollte einem immer egal sein.

Und ich sag , weil ich steh voll auf preOP &nonOP trans  und wohl auch auf Männer. Für mich wäre es unlogisch mich Leute anzuvertrauen,die davon sowieso eine schlechte Meinung haben.

Was bringt es dir doch vor deinen "Freunden" zu outen, wo die dann eh erstmal sagen,das das bestimmt nur eine Phase ist.und solche Phrasen

 

 

 

Sich selbst unterdrücken macht immer krank, sich selbst nehmen wie man ist muss aber gelernt sein. Mein männliches ich hat sich deshalb fast mit Alkohol getöten, erst seitdem ich ich bin, bin ich glücklich und zufrieden mit mir und der Welt.

  • 2 Wochen später...

Wenn du eine Lösung gefunden hadt teile sie.Auch im Alter gibt es das Problem.Ich kenn das nur zu gut.
Dir viel Mut.

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