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Kann ein Mann Feminist sein?


checker

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

"Gleichberechtigung ist ja schön und gut. Aber kann ein Mann Feminist sein? Und sollte er überhaupt?"

Mein alter Sozialkundelehrer sagte mir einmal: Die Ziele des Feminismus dienen zumindest nicht zuvorderst
der verbesserung Ihrer Situation. Verfallen Sie aber auch nicht in alte Klischees. Viele Männer denken immer
noch, sie könnten keine feministischen Ansichten vertreten, weil der Feminismus die Abschaffung der Männ -
lichkeit zum Ziel hat, also ihre eigene. Natürlich ist das Quatsch. Was aber haben Sie davon, wenn Sie Ihr
Leben dem Kampf für die Rechte der Frau opfern ? Vielleicht zufriedenere Frauen ? Vielleicht ?

"Spannenderweise gibt es für Männer, die für die Gleichberechtigung eintreten kein griffiges Wort." Was denkt
ihr als ein Schwule, wenn Männer Feministen sind ? Findet ihr es unsexy und anmaßend, dass sich schwule
Männer jetzt auch noch in die Frauenbewegung einmischen ?


Geschrieben

Ein nettes Thema, über das man sich die Köpfe zerbrechen kann. "Feminismus"- In der Schule haben wir gelernt, dass alle Wörter auf "-ismus" ihren Wurzelbegriff zum Prinzip der Weltansicht machen. Die Frau also als Mittelpunkt,als Prinzip? Das "Ewigweibliche" zieht uns hinan"? Da lastet man der ewigen Nummer 2 des Menschengeschlechts aber eine schwere Bürde auf. - Ich kann da nicht mit.


Minotaurus420
Geschrieben

Da hätte Königin Hatschepsut aber herzlich gelacht, wenn ihr die These von @nuwas über die "ewigen Nummer 2 des Menschengeschlechts" zu Gesicht gekommen wäre. Und Elisabeth I. von England, nach der ein ganzes Zeitalter benannt wurde, würde diesen kühnen Thesenverfechter schlicht auf die Galeeren geschickt haben.

Wir müssten bei Reuchlin und Erasmus von Rotterdam nachschlagen, ob denn der Humanismus als bemäkelter Ismus ebenfalls zu diesem "Prinzip der Weltsicht" kondensiert worden ist. Oder gar beim Anblick der Bilder von Renoir, Monet oder Sisley wäre zu fragen, ob sich da im Impressionismus eine unverrückbare, ideologisch verfestigte "Weltsicht" manifestiert.

Wenn auch mit Simone de Beauvoirs "Le deuxième sex" der moderne Feminismus das folgenreiche Hauptwerk bekommen hat, so sind mit den englischen Soufragetten im 19 Jahrhundert oder Frauen wie Gertrud Bäumer, Helene Lange oder Clara Zetkin zu Beginn des 20. Jahrhunderts längst schon die Grundlagen gelegt worden, die durch nichts zu rechtfertigende Arroganz der Männer auszuhebeln.Wenn Männer sich für die noch immer nicht durchgesetzte, grundgesetzlich verbriefte Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzen und dabei auch wohlbegründete Argumente aus sogenannter feministischer Sicht übernehmen, dann könnte ein Mann auch von hämischen Geschlechtsgenossen als Feminist tituliert werden. Sollten wir nicht in einem schwulen Forum beantragen, das Eintreten für die Rechte der Homosexuellen als Homonismus zu klassifizieren? Und gleich diejenigen als Homonisten bezeichnen, die sich für diese Sache aktiv und/oder mit theoretischen Schriften dafür einsetzen?

Um @Silbis Frage aufzugreifen: Natürlich gibt es ebenso maskuline Frauen, wie es feminine Männer gibt. Letztere scheinen - zumindest hier auf dieser Seite - nicht gerade Mangelware zu sein :-D


Geschrieben

Wer so etwas diskutieren will, der möge zuvor sagen, was er unter "Feminismus" versteht. Wenn Feminismus das Streben der Frau auf sozialem oder politischem Terrain meint, einen angemessenen Zugang zu Bildung und Ausbildung, ihre Gleichstellung hinsichtlich beruflicher Möglichkeiten usw., so ist dagegen nichts zu sagen, und auch ein Mann kann Feminist sein. Wenn Feminismus das weibliche Geschlecht als das moralisch höherstehende, das sensiblere, friedvollere, begabtere usw. inthronisieren möchte, so ist das lächerlich und muss bekämpft werden. Und wenn Feminismus uns schließlich, indem er männliche Qualitäten, das Kämpfen, Forschen, Entdecken, Schaffen, Verändern, abwertet, für unwichtig erklärt oder für das weibliche Geschlecht usurpieren will (obwohl eine Frau noch nicht einmal einen Vorschlaghammer führen kann) und uns gleichzeitig darüber hinwegtäuschen möchte, dass wir als Männer in einer heimlichen Gynäkokratie, in einer Welt der Mütter und Ehefrauen, leben, dann muss das aufgedeckt und als unredlich gebrandmarkt werden.

@Minotaurus, selbstverständlich teile ich deine Ansicht bezüglich der Arroganz der Männer nicht. Und ich neige, wenn es denn schon darum gehen muss, Frauen vorzuzeigen, mehr der Heiligen Elisabeth zu als Elisabeth I. Sehr zur Witzigung zu empfehlen, wenn es um eine feine Unterscheidung der Geschlechter geht, ist das 1. Kapitel von Camille Paglias "Die Masken der Sexualität"; so ungefähr das Beste, was ich zum Thema je gelesen habe - und geschrieben von einer lesbischen Frau.


Geschrieben

Ich würde mich freuen, wenn Minotaurus manchmal etwas einfachere Worte und eigene Meinungen ohne geschichtliche Beispiele zitieren würde.


Geschrieben

Ich bedanke mich sehr für die Stellungnahme Mr_Suicides, die den Nagel auf den Kopf trifft. Er argumentiert beinah so kenntnisreich und gerecht wie früher Colin, der das Forum leider verlassen hat.
@Minotaurus: Sie wissen genau, dass die Bezeichnung der Frau als "ewiger Nummer2 des Menschengeschlechts" von Schopenhauer stammt, der hatte einige Gründe dafür. Sie kennen auch die berühmte Frage: Wird ein Land besser von einem Mann oder von einer Frau beherrscht?Antwort. Von einer Frau! denn wenn eine Frau Staatsoberhaupt ist, dann herrschen ihre Galans, im Falle eines männlichen Oberhaupts die Mätressen. Das zu Hatschepsut ( und ihrem Senmut) und zu Elisabeth (deren diverse Liebhaber die Arbeit taten).
Wenn Feminismus Streben nach Gleichberechtigung der Frau im Staate ist,einverstanden. Aber die wirklichen Feministinnen sehen im Mann das "Schwanztier", weitgehend bar edlerer Eigenschaften, die im "Weib" die ideale Verkörperung finden. Dagegen gilt es anzugehen.
Wenn hier jemand die menschliche Überlegenheit der Homosexuellen behaupten würde, hätten wir etwas zu lachen, und wir könnten ihn mit Recht einen Vertreter des Homonismus nennen.Aber das tut ja keiner. Den Anspruch auf Höherwertigkeit erheben die Feministen durchaus.- Ich muss zugeben, dass meine Argumentation Lücken hat.


Geschrieben

Ein kleines Beispiel:
"Feminismus ist die Theorie, dass Männer und Frauen in jedem Bereich gleich sind – bis auf jene, in denen
Frauen überlegen sind. Der Trick besteht darin, jeden gesellschaftlichen Hinweis so zu interpretieren, dass
er entweder willkürliche Bevorzugung von Männern oder echte weibliche Überlegenheit belegt. Wenn zum
Beispiel Studien zeigen, dass Mädchen in höherer Mathematik weniger gut als Jungen abschneiden, liegt es
an systematischer Diskriminierung zugunsten von Jungen. Aber wenn dieselben Studien zeigen, dass Jungen
in Sprachen viermal so viel zurückliegen wie Mädchen in Mathe, dann liegt das an der natürlichen weiblichen Überlegenheit."


Geschrieben

Der Begriff Feminismus entspringt den Idealen der französischen Revolution, der utopische Sozialist Fourier
beschrieb damit den Kampf um Frauenrechte, Olympe de Gouche in Frankreich und Mary Wollstonecraft
in England erhoben die Forderungen nach gleichen Rechten und Freiheiten für Männer und Frauen,
Persönlichkeitsrecht in der Ehe, Scheidungsrecht, Wahlrecht, Recht auf Eigentum und Bildung, Forderun -
gen, die nach der Revolution zwar abgeschmettert, im 19. und 20.Jahrhundert aber wieder aufgegriffen wur -
den, weltweit.
Für mich ist Feminismus oder aber besser Feminismen, einerseits ein Ensemble von Debatten und kri -
tischen Erkenntnissen und andererseits die konkreten sozialen kämpfe und emanzipatorischen Bewe -
gungen, mit dem Ziel einer herrschafts- und patriarchatsfreien Gesellschaft.
Als schwuler Mann kann ich auch frauenfreundliche Ansichten vertreten, ohne gleich Feminist zu sein. Ich
muss nicht der Geschlechtergerechtigkeitsliga beitreten, nur weil ich für mehr weibliche Manager bin. Auch
ist nicht jeder, der kein Feminist ist, automatisch ein Antifeminist. Die Haltung: "Wer nicht für uns ist, ist ge -
gen uns", hat sich zum Glück bei den meisten Feministinnen verflüchtigt.


  • Moderator
Geschrieben

@nuwas:




...Er argumentiert beinah so kenntnisreich und gerecht wie früher Colin, der das Forum leider verlassen hat.



HAAA HAAA HAAA HAAAAAAA, kein Wunder, @Mr_Suicide ist "Colin" :P Noch nicht geschnallt ??

Ich finde diesen Thread mehr als flüssig, nämlich überflüssig. Als schwuler Mann, der auch öffentlich zu seiner Veranlagung steht, intreressiere ich mich eher weniger für Frauenrechte, dafür sind mir die Rechte der Homosexuellen umso wichtiger. Wohin soll uns eine Diskussion über Feminismus in einem Gay-Forum führen ? Dieses Thema dürfte allenfalls "Damenwäscheträger" interessieren. Das Fundament ist die Basis jeder Grundlage.

Netter Versuch die angespannte Atmosphäre im Forum aufzulockern, doch wären da andere Themen wesentlich besser geeignet, wie zum Beispiel Dieses hier !


Geschrieben

Zumal für den Feminismus u. A. Alice Schwarzer zuständig ist :P


Geschrieben

@knuddelhajo
Ich empfinde diesen Thread bisher als sehr geschmeidig und entspannend. Auch als öffentlicher schwuler
Mann sollte man über den Tellerrand schauen und seinen Horizont erweitern. Hier wurden bereits Hunderte
von Threads eröffnet, die zu nichts geführt haben. Warum sollte ein schwuler Mann denn sich nicht für den Feminismus interessieren ? Es kann uns doch nicht egal sein, wie Fauen in unserer Gesellschaft leben und behandelt werden. Wir wurden alle einmal geboren von unserer Mutter und wir haben zum Teil eine oder
mehrere Schwestern, die uns fürs ganze Leben geprägt haben. Wer sich nur halbherzig für die Rechte von
Frauen und Männern einsetzt, der ist auch unglaubwürdig, wenn es ihm nur um die Rechte von uns Schwulen
geht. Zu deinem Themenvorschlag kannst du ja gern einen eigenen Thread eröffnen und kräftig Stellung bezie -
hen, vergiss aber nicht dir viele hundert bunte Luftballons aufzupusten und sie am Aktionstag in den Himmel
zu senden.


Minotaurus420
Geschrieben

Wenn etwas überflüssig war, @Hajo, dann diesmal gewiss Dein nicht sonderlich qualifizierter Einwurf. Denn die Thread-Frage hat durchaus ihre Berechtigung, auch und gerade in einem schwulen Forum. Zum einen geht es im Feminismus nicht nur um Frauenrechte. Zum anderen aber haben sich eine Reihe feministischer Autorinnen (darunter die renommierte, aber keineswegs unumstrittene Judith Butler mit ihrer Gendertheorie) mit Homosexualität beschäftigt. Man muss auch das Buch in seiner Gesamtaussage nicht gutheißen (ich tue es ganz sicherlich nicht, das die Würzburger Kulturwissenschaftlerin Christa Spannbauer vor zwei Jahren veröffentlichte: "Das verqueere Begehren" Untertitel "Sind zwei Geschlechter genug?" Jedoch zielen die gesellschaftskritischen Ansätze des Feminismus in eine ähnliche Richtung wie die immer noch dringend notwendige Auseinandersetzung mit der gesellschaftsdominierenden Homophobie (siehe dazu auch den schwulen Gesellschaftstheoretiker Michel Foucault).

Der etwas saloppe Spruch "Die Emanzipation der Frau ist nur möglich, wenn auch die Männer sich emanzipieren" hat einiges für sich. Und die schwule Emanzipation, möchte ich hinzufügen, hat etwas damit zu tun, dass heterosexuelle Männer sich langsam aber sicher von ihrer einseitigen, oftmals homophoben Machofixierung emanzipieren sollten. Bei diesem Prozeß können Schwule sich manches von den Emanzipationsstrategien des Feminismus abgucken.


Geschrieben

Knuddelhajo, Wie du interessiere ich mich auch wenig für das Wesen des "Weibes" und seiner Rechte.Seine Bevorzugung setzt es seit Jahrtausenden durch.Die Männer geben sich immer überlegen,agieren aber als Marionetten.
Du unterschätzt allerdings meinen Sarkasmus. Du selbst hast doch gesagt- und ich hatte es vorher bemerkt- dass das Gute von oben kommt. Deine Bemerkung hat mir doch viel Spaß gemacht. Du hattest natürlich Recht. Aber ich war nicht ganz doof.
Herzliche Grüße an den, der so hübsche Bilder ins Netz stellt, auch wenn er so manchmal grummelt.


  • Moderator
Geschrieben

@Minotaurus:
Ich zitiere eibfach mal Topi :P




Ich würde mich freuen, wenn Minotaurus manchmal etwas einfachere Worte und eigene Meinungen ohne geschichtliche Beispiele zitieren würde.



Hierzu möchte ich noch ergänzen: Ich würde mich freuen wenn du manchmal garnichts schreiben würdest Deine Verweise auf die Litheratur empfinde auch ich zuweilen schon als ziemlich nervig. Es mag ja deine Meinung sein dass Feminismus ungeheuer wichtig ist für die schwule Emanzipation und so, ich und sicher auch einige andere User können aber auch ganz gut darauf verzichten, und das ist eben meine Meinung.

@nuwas:
Asche auf mein Haupt, da hab' ich dich wohl doch tatsächlich unterschätzt. Iss für mich auch recht ungewohnt hier auf andere User zu treffen die sich mit Sarkasmus auskennen


Geschrieben

Na,Hajo, da fühl ich mich einen kurzen Moment überlegen, aber schlaf gut!


Minotaurus420
Geschrieben

@ Hajo,

wo steht denn bei mir irgendetwas von "ungeheuer wichtig"? Übertreib doch nicht gleich wieder so maßlos! Diese Schwarz-Weiß-Zeichnerei von Dir hat nun wirklich nichts mit einer differenzierten Betrachtungsweise zu tun, die dem Thread-Thema angemessen wäre. Es zwingt Dich doch keiner, bei diesem Thema mitzudiskutieren, wenn es Dich nicht interessiert. Doch wen soll es interessieren, dass Du Dich nicht dafür interessierst?
Und eins noch: Es als Mann mit einem Mann zu treiben, ist noch lange keine schwule Emanzipation!

OT: Demnächst werde ich Dir mal auf Dich gemünzte Topi-Zitate vorhalten. Da gibt es einiges.....:-p


Geschrieben


deine Verweise auf die Litheratur empfinde auch ich zuweilen schon als ziemlich nervig.



Lieber @Hajo, hattest du nicht unlängst unserem Freund @checker die Verwechslung von "Gewähr" und "Gewehr" vorgehalten, die vielleicht nur ein Tippfehler war? Da will ich doch hoffen, dass deine Version von "Literatur" auch nur ein Tippfehler ist und nicht etwa die implizite Herleitung von Lithium statt von lat. littera. Mit irgendwelchen in Atomkraftwerken verlaufenden Knallvorgängen kennst du dich ja anscheinend aus, ein wenig Bücherwissen kann gelegentlich auch gut tun :-).


Geschrieben

Die schwule Emanzipationsbewegung hat ohne Zweifel von der Frauenbewegung gelernt. Ihre Argumentationsstrukturen sind teilweise genau gleich angeordnet. Die Frage ist, ob ihr das gut tut. Denn wer derart argumentiert, begreift den homosexuellen Mann wieder einmal als eine besondere Spezies, als ein zwischen den Geschlechtern stehendes Sonderwesen, das vom machismo des "normalen" Mannes frei bzw. zu diesem gar nicht fähig und damit "besser" ist - die Vorarbeit der Frauenbewegung hat nämlich den klassischen "harten" Mann bereits diskreditiert, so dass der "zarte" Mann die Bühne betreten konnte. Es gibt aber auch schwulen machismo. Schwule Männer sind durchaus nicht alle zarte, ätherische Wesen, die so durch die Szene, von einem Partyevent zum nächsten und von einem Bett ins andere schweben. Homosexualität könnte vielmehr eine erotische Form jenseits der Welt der Mütter und Ehefrauen (der Gynäkokratie) sein, ein Ausblick auf die Freiheit des Mannes. Dass die Frau dann in Form effeminierter Gebräuche durch die Hintertür wiederkehrt, ist bedauerlich, hat aber mit dem absurden Selbstverständnis des schwulen Mannes als Pimmeldame zu tun, die ich an anderer Stelle ansprach. Eine Pimmeldame ist kein homosexueller Mann, sondern, wie Karl Kraus gesagt hat, "heterosexuell in ihrer Homosexualität". Dies zu begreifen, könnte ein weiteres Stück Freiheit erobern helfen.

Geschrieben

@Minotaurus, du überforderst die Leute hier mit deinen Bücherverweisen. Judith Butler ist dem durchschnittlichen Internetuser und erst recht dem durchschnittlichen Besucher von gays.de, der genug damit zu tun hat, wie er wieder und wieder sein Glied stimulieren kann, völlig unbekannt. Wenn letzterer sich in dieses Forum traut, möchte er im Kneipenstil diskutieren: jeder hat so seine Meinung, und man kann sie durch Faustschläge auf den Tisch unterstützen. Nicht wahr, @Hajo?


Geschrieben


Hast du eigentlich im realen Leben niemanden den du vollsülzen kannst ???



Leider nicht. Homosexualität plus asketische Zurückgezogenheit macht einsam. Ich könnte es mal mit meinen Vorzimmerdamen versuchen, aber die sind durch die Umtriebe ihrer Nachbarn und durch diverse Fernsehserien thematisch bereits so ausgelastet, dass ich keinen rechten Zugang finde. Zum Glück gibt es ja euch, meine Gay Community, und insbesondere dich, @knuddelhajo, den ich liebgewonnen habe.


Geschrieben

Gibts hier auch Diskussionen ohne persönliche Anfeindungen ? Jeder soll doch seine eigene Meinung haben und sie hier auch kundtun dürfen.


Geschrieben

es hat sich mit der zeit hier leider so eingebürgert, dass sich langjährige user in ihrer ehre gekränkt fühlen
und sich gegenseitig ans bein pinkeln, wenn auch nur der hauch einer gegenteiligen meinung vertreten wird.
es muss vielleicht mit der mentalität des schwulen mannes im besonderen zu tun haben, dass er so zart
besaitet ist. ich würde mir wünschen, dass man viel gelassener und respektvoller mit einer anderen meinung
umgeht. es kann niemals zum schaden sein, wenn man so viel wie möglich unterschiedlichste meinungen
sich anhört. erst dann kann sich ein differenziertes gesamtbild ergeben.


Minotaurus420
Geschrieben

Völlig richtig: Der schwule Macho ist genauso fern der notwendigen Emanzipation wie der heterosexuelle Macho. Beides sind im Grunde genommen Seelenkrüppel, die sich lediglich durch den naturgegebenen Besitz ihres Membrum virile (männlichen Gliedes) definieren und dies voller Stolz für das entscheidende Merkmal ihrer Persönlichkeit halten. Die Variationsbreite homoerotisch empfindender Menschen ist genau vielfältig wie die aller übrigen Menschen auch - von weichlich und empfindsam bis hart und gefühlskalt.

Es dreht sich doch keineswegs darum, der Homosexualität und damit homosexuellen Menschen insgesamt eine Sonderrolle zuzuordnen, sondern nur darum, mit einer auch notfalls kämpferischen schwulen Emanzipation die anerkannte und praktizierte völlige Gleichberechtigung innerhalb der Gesellschaft zu erreichen. Das fängt an bei der glücklicherweise erreichten Straffreiheit und geht hin bis zur Gleichstellung in Erbrecht, Steuerrecht usw. Das gesellschaftspolitische und ebenfalls mentalitätsgeschichtlich bedingte Problem ist noch längst nicht gelöst, Homoerotik und Homosexualität als selbstverständlichen Bestandteil menschlicher Empfindungs- und Handlungsweise in dieser Gesellschaft zu akzeptieren und zu integrieren. Erst wenn dies in fernerer Zukunft erreicht sein wird (ein Scheitern ist nicht ausgeschlossen), werden Diskussionen wie diese hier überflüssig sein. Dass nun manche durchaus erfolgreiche Strategien des Feminismus abgekupfert werden können auch bei der schwulen Emanzipation in und mit der Gesellschaft, das sollte selbst hartnäckigen Frauenverächtern so langsam einleuchten.


  • Mann-Mann-Frau

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