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Kann ein Mann Feminist sein?


ch****

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Ich habe dieses Mal nur einen Beitrag gelöscht, weil er mir wirklich etwas zu weit ging. Mein Postfach ist ja für Rückfragen offen.

Ich verbitte mir jedoch in Zukunft, dass Mitglieder, egal, wer es nun ist und aus welchen Gründen, MEINE Kommentare als Zitate benutzen, um andere Mitglieder anzuprangern. Man benutzt eigene Worte .. und zwar per PN, wenn man sich privat auseinander setzen muss, denn hier im Forum hat es sowieso so gar nix zu tun.

Nicht so ganz verstehen kann ich, warum es Gegner gegen dieses Thema gibt. Wer zu Diskussionen nichts beitragen möchte, braucht es auch nicht, aber das Grundsatzthema war "Kann ein Mann Feminist sein" und das hat sehr wohl etwas in einem Gay-Forum zu tun.

Ich bin mir fast sicher, dass in einem Feministen-Forum - falls es denn sowas gibt - nicht so reagiert werden würde.

Manchmal muss man über den bunten Tellerrand hinaus blicken ... oder lieber weiter essen und beim Teller bleiben.

LG Topi


Geschrieben

Eine interessante Frage, wie ich finde. Kann ein Mann überhaupt für Feminismus eintreten? Oder kommt uns da die Geschlechterteilung in die Quere?
Feminismus ist ja, wie @checker beschrieb und auch landläufig so verstanden wird: Die Gleichstellung in allen Belangen von Frauen mit den Männern. Ob nun im Berufsleben oder aber auch im Privatleben mitsamt der sexuellen Unabhängigkeit der Frau vom Manne. So verstehe ich den Begriff. Und da stelle ich mir vor, dass es durchaus Männer gibt, die Frauen in diese Richtung tatkräftig unterstützen. Aber sind dies nun Feministen? Oder muss man sich eher von der anderen Seite nähern, und sagen: Es gibt Männer die werden von Frauen unterjocht und diese werden dann zu Feministen. Sprich: Die Emanzipation eines unterwürfigen Mannes entspricht die einer Feministin. Ist es aber nicht eher so, dass der Begriff ausschließlich für die Frauen geprägt wurde und ist somit unmöglich, ihn 1:1 auf einen Mann zu übertragen? Männer können folglich, nach meinem Verständnis, keine Feministen sein.
Ich selbst habe also meine Schwierigkeiten damit, wie hier unschwer zu erkennen ist. Liege ich denn so falsch?


Geschrieben

@MuenchensMue...
deine betrachtungsweise ist eine gute analyse. in der fragestellung geht es ja auch mehr um die inhaltliche
ausgestaltung des begriffes feminismus, der den frauen vorbehalten ist. kann ein mann feminist sein? nein,
können sie nicht, denn dazu müssten sie frauen sein. sie können auch keine behindertensprecher sein,
wenn sie nicht behindert sind. sie können aber kämpfer für gleichberechtigung und gegen diskriminierung
sein. es ist wünschenswert, dass sich der stärkere für den schwächeren einsetzt, wo immer er kann.

es gibt Männer, die bemüht sind, die sozialen und politischen bedingungen, unter denen frauen leben
müssen, zu verstehen. die versuchen, sich einzufühlen in die weibliche situation, in den wahnsinn
sexistisch patriarchaler strukturen. männer, die hilfe und unterstützung anbieten. ohne gegenleistung.
die gibt es und ich schätze sie sehr. feministen sind sie dadurch noch lange nicht. denn auch wenn
diese männer theoretisches wissen über feminismus, frauenbewegung & co angehäuft haben, eines
werden sie nie erfahren (müssen): wie es ist, frausein an leib und seele zu merken, zu denken und
zu fühlen.


Geschrieben


kann ein mann feminist sein? nein, können sie nicht, denn dazu müssten sie frauen sein.



Wenn das mal stimmt. Der -ismus zeigt an, dass es um eine Überzeugung, eine Anhängerschaft, eine Weltanschauung geht. Natürlich kann ein Mann der Überzeugung anhangen, die Frau sei das klügere, freundlichere, friedlichere Geschlecht, und viele Männer tun das. Und noch mehr: So wie Pöbelaufstände nicht vom Pöbel selbst initiiert und geführt werden, sondern von abgefallenen Adligen und Intellektuellen, die ihren eigenen Stand verleugnen, so stammen die Ideen des Feminismus (lassen wir sie ganz neutral als die Forderung nach Gleichberechtigung der Frau stehen) nicht von Frauen, die in der Geschichte noch niemals Ideen hatten, sondern natürlich von Männern, nämlich aus der Französischen Revolution. Die "Frauenbewegung" hat diese Ideen lediglich "aufgerafft", wie Kant wohl sagen würde, und ihrem beschränkten Sinn untertan gemacht: aus Gleichberechtigung wurde daher Gleichmacherei. Deswegen gibt es einen berechtigten Antifeminismus nicht nur von männlicher, sondern auch von weiblicher Seite (siehe meinen Verweis auf Camille Paglia), der sich eben gegen diese Gleichmacherei richtet - nicht aber gegen "die Frau").


Geschrieben

Ohh weh, Mr_***, was sind das für Töne? "Frauen, die in der Geschichte noch niemals Ideen hatten"? "Und ihrem beschränkten Sinn untertan gemacht" (sozusagen der beschränkte Untertanenverstand)? Bevor du jetzt von Minotaurus gezüchtigt wirst, will ich mich schnell fortbewegen und wie Petrus verleugnen. Minotaurus wird jetzt an Hypatia erinnern , an Messalina und die Nonne von Gandersheim, auch an Lou Andreas Salome. Und als Gipfel der Beweisführung dann die Uckermärkerin Angela Merkel und die sie umgebende Frauenschar der glänzend Begabten (Schavan, von der Leyen, Böhmer...) Da wird man ja von Ideen geradezu erschlagen! Wie gesagt : Ich bin weg und weiß von nichts!


Geschrieben

@nuwas, diese ganzen Damen-Namen werden die Richtigkeit meiner Formulierung belegen :-).


Geschrieben

@Mr_***
Sich zu verrennen, in der Beweisführung falsch zu liegen, die Menschheits- und Ideengeschichte auf den Kopf zu stellen und das auch nur, um einer kruden selbstgebastelten Theorie den Anschein der Richtigkeit zu geben - das alles ist ja nun das gute Recht des Einzelnen auf den Irrtum. Doch wider besseres Wissen so zu tun, als seien ausschließlich Männer die schöpferischen Geister gewesen, zusätzlich irgendetwas von "Pöbelaufständen" herumzufaseln, die angeblich von "abgefallenen Adligen und Intellektuellen" geführt worden seien (wie war denn das mit dem deutschen Bauernkrieg?) , ist intellektuell unredlich und kann nun nicht mehr als ernstzunehmender Diskussionsbeitrag gewertet werden.
Ich habe nichts gegen Sektenprediger einzuwenden - die muss es schließlich auch geben. Aber mir zuzumuten, solch pseudomystisches Geraune von der generellen weiblichen Ideenlosigkeit auch noch akzeptieren zu sollen, das geht über die Hutschnur. Es ist schlicht machohafte Überheblichkeit, beispielsweise Eleonore von Aquitanien, Hildegard von Bingen, die Droste oder Madame Curie einfach auszublenden, nur um eine sozial-, kultur- und wissenchaftshistorische Aftertheorie stützen zu können. So billig haben wir nicht gewettet!


Geschrieben

Verehrter Minotaurus,
Sie vergreifen sich in einer unerhörten Weise im Ton, indem Sie auf Mr_*** eindreschen. Dem kann man nur ungerührt zusehen , wenn man glaubt, dass Sie sich mit Mr_*** zu einer Scharade verabredet haben. Das ist aber wohl nicht der Fall. Nun hören Sie: Einem Foristen zu unterstellen , dass er "herumfasele", dass er als Sektenprediger pseudomystisches Gerede von sich gebe und Aftertheorien verbreite, ist eine unglaubliche Ungezogenheit. Nicht Mr_*** spricht wider besseres Wissen, sondern Sie! Ist Ihnen denn nicht bekannt, dass ganze Weltteile von der Überlegenheit des Mannes über die Frau überzeugt sind, in den meisten Religionen ist diese Auffassung eine Selbstverständlichkeit.Noch jeder Jude dankt Gott am Morgen, dass er als Mann geboren ist.Selbst der Erlöser Jesus Christus verhält sich unerhört schroff selbst gegenüber seiner Mutter. Ob der heilige Paulus etwa vom Ideenreichtum der Frauen überzeugt war, als er ihnen gebot zu schweigen und sich von ihrem Mann belehren zu lassen? Und soll ich ihnen aufschreiben, was das Jahrtausendereignis der Philosophie, der große Kant, zum Thema Verstand der Frauen zu sagen hatte? Ich erspare mir das, sonst erklären Sie am Ende auch noch Kant zum Afterphilosophen.
In Ihrem Grimm merken Sie noch nicht einmal, dass Ihre Widerlegung des Schlenkers von Mr_***, Revolutionen würden "von abgefallenen Adligen und Intellektuellen " geführt, wie ein Bumerang wirkt. Was wären denn die Bauern gewesen ohne die gleichzeitig erfolgende Reformation und die Erhebung der Ritter ?-
Wir leben in einem Zeitalter, wo Gleiches und Ungleiches mit einer gewissen Gleichheit behandelt wird, aber das sind die "Erkenntnisse" unserer Zeit, die eine Periode der ungeheuerlichsten Schandtaten und eines unerhörten Kulturverfalls ist. Außerdem ist sie so laut wie möglich. Mr_*** hat die leise Stimme der Toten zur Geltung bringen wollen, und dafür danke zumindest ich!


Geschrieben

@ nuwas
Quantität war und ist noch niemals ein Zeichen von Qualität, ganz gleichgültig in welchem Bereich. Das mag in dem sogenannten Superorganismus gewisser Ameisenarten anders sein - in der Menschheitsgeschichte wird man vergeblich nach einem stringenten Beispiel suchen. Wenn, wie Sie schreiben, "ganze Weltteile von der Überlegenheit des Mannes über die Frau überzeugt sind", dann ist dies noch längst kein Beweis für die Richtigkeit einer solchen Ansicht. Denn wenn wir eine solche Logik für bare Münze nehmen, dann müssten wir notgedrungen z.B. jede Schlageramsel für den Inbegriff musikalischer Größe halten, und das nur, weil Millionen CDs dieser Kehlenstrapazierung verkauft worden sind. So weit kommt's noch......brrrrrrrrrrrr!

Auch die angeführten Beispiele - ohnehin aus dem kulturellen Kontext der jeweiligen Epoche und Völker gerissen - entbehren der Beweiskraft. Ob nun ein Mann jeden Tag seiner Gottheit dafür Dank sagt, als Mann geboren worden zu sein (in patrimonialen - vaterrechtlichen - Religionen fast eine Selbstverständlichkeit); ob dieser vorzugsweise von wohlhabenden Frauen ausgehaltene Jesus von Nazareth (ein Blick ins Neue Testament lohnt sich); ob ausgerechnet der hochgradige Sexualneurotiker Paulus oder der verknöcherte, lustfeindliche Philosoph Kant - allesamt können sie doch, ungeachtet ihrer jeweiligen Bedeutung, nicht herhalten für die geradezu tollkühne Behauptung, damit sei die Überlegenheit des Mannes hinlänglich belegt. Und bei aller Hochachtung vor Schopenhauer, der dem deutschen Leser u.a. die Weltklugheit des Baltasar Gracián erschlossen hat: Der frauenverachtende Traktat "Über die Weiber" ist alles andere als ein Ruhmesblatt für die Geistesschärfe Schopenhauers.

Was will denn das besagen, dass weltweit Milliarden von Männern schon seit altersher überzeugt sind, das bessere, überlegenere, geistvollere und schöpferischere Geschlecht zu sein? Sollen wir wirklich diese von männlicher Hybris ersonnene These heutzutage noch nachbeten, der Penis sei das überlegenere Werkzeug gegenüber der Vulva? Und weil das so sei, ergebe sich daraus auch automatisch der größere Verstand des Mannes? Ein größeres intellektuelles Armutszeugnis können sich Männer kaum ausstellen, die derart verschrobene Auffassungen beibehalten wider alle naturwissenschaftliche und kulturhistorische Erkenntnis. Da hilft der Verweis herzlich wenig, dass in den meisten Religionen diese These von der männlichen Überlegenheit zum Grundbestand des jeweiligen Glaubens gehöre. Dummheit und Borniertheit, garniert mit angeblich göttlichem Willensentscheid, mag für den einzelnen Gläubigen die Qualität einer unanfechtbaren Offenbarung haben. Sei's drum. Den Religionswissenschaftler aber packt das Grausen, denn er weiß, dass sogar der Heilige Geist ursprünglich eine - Achtung! - weibliche Gottheit im alten Orient war, salopp gesprochen: Der Heilige Geist ist an sich ein Transvestit.

Notwendige Zusatzanmerkung: Trotz Franz von Sickingen und Götz von Berlichingen, zeitweise militärische Berater der Bauernhaufen - sind die meisten Anführer der Bauernhaufen (Thomas Münzer ausgenommen) schlichte Bauern, Handwerker oder Spielleute gewesen. Es war der Adel (Musterbeispiel der Truchseß Georg von Waldburg, genannt der "Bauernjörg" ) mit seinen Rittern und Reisigen, der den Aufstand im Blut erstickte, scheinbar gerechtfertigt durch Luthers mörderische Schriften gegen die Bauern und die eilends von Luther aufgestellte Zwei-Reiche-Lehre als theologische Rechtfertigung des Bauernschlachtens. Ein erneuter Blick ins Geschichtsbuch könnte nicht schaden.


Geschrieben

Oh @Minotaurus, du wirst dich doch nicht vom Ewig-Weiblichen hinanziehen lassen! Wie anders soll ich mir sonst deinen veränderten Tonfall erklären?

@nuwas hat es vorausgesehen: Die Damen aus der zweiten und dritten Reihe erscheinen (auch als Damen weit hinter den großen Mätressen zurückbleibend) und machen Wind. Eine Marie Curie gegen Hunderte, ja Tausende männliche Forscher, Konstrukteure, Architekten, Entdecker und Eroberer. Sie steht auf verlorenem Posten.

Ich bestreite nicht, dass die Frau als Medium des Göttlichen oder des dichterischen Wortes ihre Bedeutung hat; neben Hildegard von Bingen würde ich z. B. die von mir gern gelesene Teresa von Avila stellen, und wenn man ein wenig sucht, findet man über Annette von Droste-Hülshoff hinaus sogar die eine oder andere weitere Dichterin :-). Eher aber ist sie, die Frau, selbst die Muse, als dass die Muse sie küsst, und die großen Religionen haben der Frau ohnehin immer misstraut. Doch das nur nebenher. Ich sprach nämlich von Ideen: das sind neue, weiterführende Gedanken. Und die hat das Weib nun einmal nicht, mag auch die einzelne Frau gelegentlich etwas aufschnappen.

Lasse ich die Geschichte der Philosophie Revue passieren, so finde ich nicht eine einzige Frau, die der Erwähnung wert wäre – es sei denn, du wolltest mir die Diotima aus dem "Symposion" als Philosophin verkaufen. Geschichte der mathematischen Wissenschaften: null komma null. Schöpferische Theorie der Staatskunst: null komma null. Sprachforschung, Literaturgeschichtsschreibung: null komma null. Kulturhistorie: null komma null. Männer, und nur Männer – ausschließlich. Taucht doch einmal eine auf (wahrscheinlich eine Lesbierin), eine von hundert oder tausend, nun gut: ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn. "Geist ist sekundäres männliches Geschlechtsmerkmal" – dieser Satz ist nicht von mir, aber ich wollte, er wäre es.

Pöbelaufstände beginnen mit dem Aufbegehren des Pöbels. Dieser erlischt bald, mangels geeigneter Führer, mangels militärischer Kenntnisse, wegen fehlenden Kriegsmaterials usw. Erst wenn sich Männer, die es verstehen, der Pöbelhaufen annehmen, können Revolutionen aufflammen. Der einzige Aufstand, wo die Erniedrigten und Beleidigten selbst die Initiative behielten, ist meines Wissens der Spartacusaufstand. Aber seine Führer waren Gladiatoren, also kampferprobte Männer. Wer den Deutschen Bauernkrieg nennt, muss auch die Namen Florian Geyer, Thomas Müntzer, Götz von Berlichingen, Wendel Hipler usw. nennen.

Hier noch ein kleines Zitat: "Der Feminismus ist nur eine Unterform einer ganz allgemeinen, es auf Verwischung der Gegensätze absehenden Kulturanschauung der Moderne. Man könnte diese Kulturanschauung etwa treffen, aber keineswegs erschöpfen, mit den Begriffen Liberalismus, Sozialismus, Humanität, Pazifismus, Aufklärertum usw. Dies ist die gesamte große Front, und der Feminismus ist davon nur ein kleiner Abschnitt." Vor dem Hintergrund dieses Zitats wird der Bogen verständlich, den ich von den Pöbelaufständen zum Feminismus schlug. Ich möchte, dass dem einfachen Mann sein Recht wird, ich möchte aber nicht, dass er herrscht. Und ich möchte, dass die Frau alle Möglichkeiten hat, die eine moderne Gesellschaft bietet; ich möchte aber nicht, dass sie ernsthaft glaubt, an die Stelle des Mannes treten zu dürfen, und dies auf Grund von Frauenquoten am Ende auch tut. Alles andere ist mir egal.

Geschrieben

Ich bin dankbar für beide Texte. Minotaurus hat liebenswürdigerweise meinen scharf gemeinten Angriff mit viel Charme aufgenommen, aber Mr_***s Text behagt mir noch mehr. Wir müssen die Gegensätze noch klarer herausarbeiten. Und andere sollten Sich noch beteiligen!


Geschrieben

Lieber Minotaurus,
reißen Sie sich zusammen! Sätze wie der über den" von wohlhabenden Frauen ausgehaltenen Jesus" und den "Sexualneurotiker" Paulus bringen Ihnen Beifall von allen-männlichen wie weiblichen- Nutten des Zeitgeistes. Sonst sind sie ehrenrührig.. Achten Sie bitte darauf, dass die Dinge hier nicht entarten.


Geschrieben

Ach, @Mr_***, soweit kommt's noch, dass Du mir Jäcklein Rohrbach oder den Pfeifer von Ilsfeld ebenfalls als adlige Ritter als Bauernanführer verkaufen willst. Dass Du die von @nuwas angeführte Hrotswith von Gandersheim einfach unterschlägst, obwohl sie nach dem Untergang der Römer die erste europäische Dramendichterin war und Jahrhunderte später nachweislich Shakespeare beeinflusst hat, das zeugt von einer - ich will höflich bleiben - erstaunlichen Kurzsichtigkeit. Und dass z.B. die Insektenforschung, einschließlich der Entdeckung der Metamorphose, eben nicht von einem Mann, sondern von Maria Sybilla Merian begründet worden ist, das passt wohl nicht Dein allzu enges, von vorgefasster Meinung bestimmtes Weltbild. Und eh ich's vergesse: Sind die epochemachenden Entdeckungen einer Diane Fossey oder Jane Goddall für die Verhaltensforschung etwa nur Petitessen, ein Muster ohne Wert?

Wie männliche Ehrgeizelei Frauen mit Erfolg an die Wand gedrückt und deren eigenständige Leistung als zweitrangig dargestellt hat, das finden wir nicht nur bei Fanny Hensel und ihrem Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy oder den Atomphysikern Lise Meitner und Otto Hahn - das lässt sich quer durch die Geschichte gleich dutzendfach aufzählen.

So, so, in der Philosophie gibt es keine nennenswerten Frauen? Edith Stein hätte ihre Sanftmut überwunden und Dich für diesen Satz geohrfeigt, und Simone de Beauvoir vermutlich erst recht. Dass Vorländer, Hirschberger oder Höffe in ihren Werken zur Philosophiegeschichte Frauen generell unterschlagen, nimmt ebenso wenig Wunder wie die Männerdominanz in der von den drei väterverherrlichenden Abrahamsreligionen (Judentum, Christentum, Islam) geprägten Theologie und Philosophie des Abendlandes. Ursache und Wirkung zu verwechseln ist ein intellektueller Kardinalfehler, dem selbst der hier hochgepriesene Kant verfallen war.

Um auf die Staatskunst zu sprechen zu kommen: Was der freudlose Soldatenstaat des Platon oder Macchiavellis hemmungslose Machtvergötterung anbetrifft, so waren und sind diese Theorien zwar ungemein einflussreich, doch als Beweis für die angebliche Überlegenheit männlichen Denkens taugen sie herzlich wenig - im Gegenteil. Sie wären allenfalls heranzuziehen als Nachweis, zu welchen Höhen sich beschränktes, anti- und asoziales männliches Denken aufschwingt. Dass diese Staatskunst dann auch von Frauen sehr wirkungsvoll in der Praxis umgesetzt worden ist - Paradebeispiel: Katharina die Große, der Russlands heutige Größe zu verdanken ist - , sei nur am Rande erwähnt. - "Sprachforschung, Literaturgeschichtsschreibung" - wie wäre es denn, Du machtest Dich erst einmal umfassend sachkundig, ehe Du so einen verqueren - pardon! - Bockmist schreibst wie "null komma null". Deine eklatante kulturgeschichtliche Ignoranz, die anscheinend aus einer persönlich gefärbten Gefühlslage resultiert, kann allenfalls durch den Mangel an fundiertem Wissen entschuldigt werden. Das aber ist ein schmaler Trost und taugt kaum dazu, das Für und Wider des Thread-Themas auch nur annähernd und ausschließlich sachbezogen, wie unbedingt erforderlich, zu erörtern.


Geschrieben

Ach, lieber Minotaurus, ich gehe jetzt zufrieden ins Bett, denn deine Antwort auf Mr_*** ist doch recht milde. Du findest immer einige erfolgreiche Weiber, aber ihnen gegenüber Myriaden von Männern.Und warum sollten wir es im GAY-CHAT anders sehen?? Sind wir denn Frauenverehrer?@Knuddelhajo ruf ihn zur Ordnung!


  • Moderator
Geschrieben

@nuwas:
Ich denk' ja garnicht daran, macht euren hochintellektuellen Kram mal schön unter euch aus :P
Ihr könnt ja noch ein paar dicke, verstaubte Schwarten aus euren Bücherschränken holen, ein wenig darin blättern
und dann vielleicht noch einige geschichtliche Beispiele zitieren, für was auch immer


Geschrieben

@Minotaurus, wie gesagt, ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn. Und so wie es Listen berühmter Juden und Listen berühmter Schwuler gibt, die allesamt peinlich sind, weil sie den Eindruck verschaffen, als hätten Juden und Schwule nur wegen der von ihnen hervorgebrachten Berühmtheiten eine Lebensberechtigung, so wird es auch Listen hervorragender Frauen geben, die etwas leisteten, indem sie sich auf männlicher Domäne zu schaffen machten.
Gerade wollte ich schreiben: Schließlich gibt es ja auch Männer, die auf dem Gebiet der Kochkunst oder der Mode exzellieren. Dabei fällt mir natürlich ein, dass auch auf diesen Gebieten der Mann ebenso herrscht wie auf allen anderen.

Edith Stein und Simone de Beauvoir... ich bitte dich. Damen der zweiten und dritten Reihe, die Beauvoir vor allem
berühmt wegen ihrer Beziehung zu Sartre und in ihren Schriften von populärer, essayistischer Ungenauigkeit. Solche großen Geister(innen) wagst du mir vorzuführen? Lieber @Minotaurus, du hast es nicht mit einem Leser deines Provinzblättchens zu tun. Ehe du solche verstaubte Schubladen aufziehst, solltest du dich fragen, warum wohl eine Philosophiegeschichte wie die von Windelband auf 700 Seiten oder die von Hirschberger auf 1000
Seiten keine Frau erwähnt. Simone de Beauvoir hat nicht einmal den Rang eines Rickert oder Brentano, die doch heute kein Mensch mehr liest. Sie ist in der Philosophie - einfach nicht vorhanden.

Das beliebte Spiel, die Tatsache, warum man solange suchen muss, bis man eine "geistige" Frau findet, mit der Unterdrückung durch den Mann zu erklären, solltest du auch nicht aufs neue strapazieren. Es beweist nämlich, was zu widerlegen es doch vorgibt: Wie entstehen denn Unterdrückungs-Szenarien? Durch Ausübung von Macht. Wie erlangt man Macht? Gewiss nicht über den Bizepsumfang, sondern über den Geist. Ob dieser Geist nun jedermann gefällt, der sich in den Niederungen simpler aufklärerischer Thesen suhlt, ist eine andere Frage; der Sprung von der sachlichen auf die moralische Ebene ("Zwar stammen die Theorien der Staatskunst allesamt von Männern, aber man sieht ja, wohin das führt") gelingt dir bei der Beurteilung Platons und Machiavellis (wie wäre es denn mit Carl Schmitt, einem ausgewiesenen Frauenverehrer?) erstaunlich schlecht. Es wundert mich wirklich, dass du nicht auch noch Bachofens "Mutterrecht" als Beispiel für die Schilderung weitsichtiger und friedliebender Frauenherrschaft aus dem Regal zerrst.

Offenbar müssen jedoch moralische Kategorien herhalten, wenn man feststellt, dass Frauen zwar Schimpansen die Hand halten können, auf dem Gebiet der Ideen aber so gar nichts leisten: weil der Mann sie nicht lässt! Eine andere, politisch korrekte Erklärung gibt es einfach nicht. Denn sonst müsste man ja sagen: weil sie es nicht können. Und das ist, nach vierzig Jahren feministischer Wühlarbeit, einfach nicht erlaubt.


Geschrieben

Es ist doch unbestritten, dass Frauen und Männer recht verschiedene Interessen haben. In der Philosophie gibt es sicher nicht weniger Frauen, weil sie weniger intelligent sind, sondern weil sie sich einfach weniger dafür interessieren. In der Anthropologie und vor allem in der Entwicklungspsychologie sind die Frauen hingegen führend, da sie sich mehr für diese Gebiete interessieren und einfach da besser sind als die Männer. Ich persönlich fände es absurd, wenn man jetzt eine Männerquote in der Entwicklungspsychologie einführen würde, aber bei den anderen Disziplinen weiss ich nicht recht, vielleicht brauchts dort eine Frauenquote. Menschen können ja auch für ein Fach begeistert werden, also mit leichter Förderung und einem Jumpstart.


Geschrieben

Gelöschter Beitrag
Grund: Nicht tragbare und restlos indiskutable Zustände in diesem Forum


Geschrieben

@ Mr_***
Nur ganz kurz: Dass Du in der Debatte über den Feminismus den Cheftheoretiker des Faschismus und gefeierten Staatsrechtslehrer im "Dritten Reich", Carl Schmitt, anführst, zeigt leider allzu deutlich, in welch abseitige Bereiche Du abdriftest, Bereiche nämlich, die mit dem vorgegebenen Thema nichts zu tun haben.


  • Moderator
Geschrieben

Auch wenn der eine oder andere User - welcher mich zu seinem persönlichen Feindbild ausgewählt hat - mich jetzt mit Absicht wieder missverstehen möchte, ich stehe nach wie vor zu meiner Meinung dass die Diskussion über "Feminimus" in diesem Forum überflüssig ist. Im übrigen gestaltet sich die Diskussion dieses Themas streckenweise zu einem Schlagabtausch der "Belesenen", wobei es scheinbar primär nicht mehr um die Sache ansich geht, sondern darum wer die besseren Argumente und Zitate parat hat. Auch stimme ich dem User David...ääh, schuldschung, ich meine natürlich @benami zu, dass diese ganzen "Bewegungen" im Grunde nicht wirklich positiv etwas bewegen, enden sie doch zuweilen auch in blindem Aktionismus.

Ich halte die Diskussion über "Feminismus" schon deshalb für absolut überflüssig, weil die Gleichstellung der Frau in unserer Gesellschaft in meinen Augen längst Realität ist. Dass Frauen in manchen Bereichen absolut unterrepräsentiert sind mag alle möglichen Gründe haben, gewiss aber nicht den, dass ihnen keine Möglichkeiten offenstünden ihre Ziele zu erreichen. Sebstverständlich gibt es auch "Emanzipationsgegner" und "Ant-Feministen", so wie es auch immer noch Homophopie gibt. Das sind aber zumindest in unserem Land heute nur noch Minderheiten von dummen, ignoranten und intolleranten Menschen.

Als schwuler Mann kann ich auf sexueller Ebene mit Frauen absolut nichts anfangen. Deshalb muss ich aber noch lange nicht generell ein Frauenverächter oder -hasser sein. Es gibt sogar Frauen die ich ausgesprochen hübsch finde, und ich habe hier in dieser Community eine sehr liebe Freundin gefunden, die ich sehr schätze. Allerdings sind Frauen, die mit ihren "weiblichen Reizen" provozieren für mich ein rotes Tuch. Ich verabscheue vor allem aufgetakelte Weiber mit zentnerweise Schminke im Gesicht, aufgespritzten Lippen, überdimensionalen Silikontitten etc., welche glauben mangelnde Intelligenz mit provokativen, sexuellen Signalen kompensieren zu können. Solche wirken auf mich fast wie ein Brechmittel (was im übrigen auf aufgetakelte Tunten genauso zutrifft). Umso mehr mag ich Frauen, die eine natürliche Schönheit besitzen.

Wenn heute in den Medien Frauen oft als billige Schlampen und pure Lustobjekte dargestellt werden, (Stichwort Nullhundertneunzig :P) ist das dann nicht auch eine Folge der Emanzipationsbewegung und der damit verbundenen "Sexuellen Revolution" der 60er und 70er ? Wo sind eigentlich die ganzen nackten Männer, die sich lasziv (nicht nur für uns Schwule) vor der Kamera räkeln, sich im Schritt herumrubbeln und ein brünftiges
"ich mach dich nass, ruuuuf mich an..." hauchen ??? :P

Vielleicht sollten wir in unserem schwulen Forum eher einen Thread starten mit dem Thema "Maskulismus" ^^

Geschrieben

@Minotaurus, wieder einmal bemerke ich den Wechsel von der theoretischen auf die moralische Ebene, die einen vielseitigen Autor und brillanten Kopf wie Carl Schmitt diskreditieren soll. Wenn sich die selbstgefälligen Jünger einer perennen "Aufklärung" sich doch so etwas nur abgewöhnen könnten: es ist nämlich intellektuell ausgesprochen unredlich.


Geschrieben

@benami Ich bedanke mich für dein Lob, verstehe aber nicht, wieso mein Ruf nach Knuddelhajo als Ordnungsmacht dich erschreckt hat und von dir ausdrücklich missbilligt wird. Ich bin trotz vieler vorlauter Zwischenrufe mit den Gewohnheiten dieses Forums noch nicht vertraut und weiß nicht, wer hier das Sagen hat. Ich rief nach Knuddelhajo,weil er sehr gerade heraus den Frauenkult ablehnt. Mir käme nicht in den Sinn, Minotaurus von einer Obrigkeit das Wort verbieten zu lassen.
Dass Mr_*** und ich die Leistungen der Frauen in Bezug auf schöpferische Ideen bezweifeln, beweist doch nicht,dass wir frauenfeindlich sind. Wir denken nur, dass es vernünftige Ursachen dafür geben muss, dass in der Geschichte den Frauen in diesem Punkte so wenig zugetraut wird. Das kann man doch nicht mit dem Hinweis auf die Macht des Patriarchats erledigen. Wieso konnte denn das Patriarchat eine solche Macht gewinnen? Gegen die Natur?
Zu der Ausgangsfrage: Ich glaube nicht, dass "die Frau" den "Schwulen" so menschlich -verständnisvoll beurteilt.Ich habe mich immer amüsiert, wenn ich eine Lesbe als "Schwester" betrachten sollte. Die Lesben stehen uns am fernsten. Die heutigen Frauen setzen ihre Rechte mit großer List durch. Die Frauen waren immer schon das "Bevorzugte Geschlrcht" (Martin van Creveld), und heute setzen sie noch eins drauf. Die Schwulen haben genug zu tun, die kleinen Freiräume zu verteidigen, die sie errungen haben.Das wird schwer genug sein. Den Triumphwagen des Feminismus mit Rosen zu bekränzen,dafür sollten sie sich zu schade sein.


Geschrieben

@knuddelhajo: nimm es doch nicht persönlich, du bist nicht das feindbild, sondern deine überflüssigen
kommentare. zum wiederholten male setzt du uns davon in kenntnis, dass der feminismus, in einem gayforum,
nach deiner ansicht überflüssig ist. gut, wir haben dich verstanden, aber teilen deine meinung nicht. eröffne
doch für dich ein maskulines thema.

das es kaum laszive männer vor der kamera gibt, ist dem umstand rechnung getragen, dass wir schwule eine
kleine minderheit sind und das man mit der heterosexuellen orientierung wesendlich viel mehr geld verdienen
kann. es sind eben auch hauptsächlich hetero männer, die frauen in diesen posen bevorzugen.


  • Moderator
Geschrieben

@checker, nur zwei Dinge:




...gut, wir haben dich verstanden, aber teilen deine meinung nicht.



wie kommst du darauf dass alle andersn User deine Meinung teilen ?? :P




das es kaum laszive männer vor der kamera gibt, ist dem umstand rechnung getragen, dass wir schwule eine
kleine minderheit sind und das man mit der heterosexuellen orientierung wesendlich viel mehr geld verdienen
kann...



Du hast absolut nicht's von dem kapiert was im letzten Absatz meines Beitrages steht. Lies es am besten nochmal ganz langsam:




Wo sind eigentlich die ganzen nackten Männer, die sich lasziv (nicht nur für uns Schwule) vor der Kamera räkeln, sich im Schritt herumrubbeln und ein brünftiges
"ich mach dich nass, ruuuuf mich an..." hauchen ???




Geschrieben

Wie @benami zu dem Schluss kommt, dass "alle Bewegungen zur Eskalation und zu einem äußerst negativen Ergebnis führen", kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es mag vereinzelte Negativbeispiele geben, wie vielleicht rechtsradikale Bewegungen, die sich konträr zum freiheitlichen Rechtsstaat verhalten. Doch ist der Aktvismus überwiegend eine legitime und postiv belegte Form, Wünsche und Ziele von mehreren Einzelpersonen durchzusetzen. Allein der Zusammenschluss von diesem Personenkreis bzw. im Falle des Feminismus von den Frauen, kann zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles sogar notwendig sein. So schön und gut die Idee eines selbst bestimmten Lebens " in uneingeschränkter Eigenverantwortung" klingen mag, so ist der Einzelne oftmals nicht in der Lage, seine Interessen alleine durch zu setzen. Dies gelingt dann nur in der Gemeinschaft, einer Bewegung, die sich eine friedliche Umsetzung ihrer Inhalte auferlegt hat.

Männer, die den Feminismus untersützen, haben meine volle Achtung. Insofern mögen sie feministisch-aktive Männer sein, doch sie werden sich, wie ich schon weiter oben erwähnte, niemals als Feministinnen bezeichnen können. Ich, für meinen Teil, bin allerdings immer noch genug damit beschäftigt, die schwule Emanzipation voran zu treiben - da gibts auch noch genug zu tun.

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