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Schwule Sportteams


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Der Aufruf des schwulen Fußballvereins zur Unterstützung wurde leider gelöscht. In diesem Zusammenhang kam mir aber der Gedanke, dass es im Zeitalter einer angeblichen Akzeptanz homosexuellen Verhaltens eigentlich nicht mehr sinnvoll ist, rein schwule Sportteams zu betreiben. Indem Schwule beim Sport unter sich sein wollen, grenzen sie sich aus. Wenn sie ihren Mannschaften dann noch anzügliche, gezwungen witzige Namen geben (wie "Hupfdohlen" für einen schwulen Volleyballverein), nähren sie die Vorbehalte alteingesessener Teams, gegen sie anzutreten. Weitaus sinnvoller wäre es, wenn schwule Sportler in ganz normalen Sportvereinen durch Leistungen überzeugten - der wahre Weg zur Akzeptanz. Ich kenne einen Handballer, der in diesem sehr körperbetonten, rabiaten Sport durchaus seinen Mann (und nicht seine Frau) steht, und seine Mannschaftskameraden wissen bescheid. Also, es geht doch!


Geschrieben

Ich setze da noch einen drauf: Wer will denn eigentlich überhaupt wissen ob ein Sportler auf andere Jungs steht oder auf Mädchen? Wieso ist das wichtig? Wer will denn wissen ob ein Sportler gerne Hiphop oder lieber Klassik hört? Ob er braune, rote, blonde oder schwarze Haare hat? Wer sich mit "schwulen Vereinen" oder dem hervorheben und öffentlich machen der sxuellen Vorlieben einzelner Sportler in den Mittelpunkt stellen will hat doch bloß ein Problem damit. Ich finde das dumm und abstoßend. Was zuhause im Bett passiert geht niemanden etwas an!


Geschrieben

Alles genau meine Meinung.

Solange das Prädikat "schwul" irgendwo explizit herausgestellt wird oder werden muss, damit meine ich bei Vereinen, Kneipen und vielen anderen sozialen Gebilden, die mir jetzt nicht einfallen, kann es mit der Integration und Toleranz noch nicht so weit her sein.

An besten wär's, wenn das Interesse, mit wem jemand anderer ins Bett geht, nicht von Gleich- oder Gemischtgeschlechtlichkeit des Paares beeinflusst würde, sondern davon, wie gut man die betreffenden Personen kennt bzw. ob man mit ihnen befreundet ist. Ein Interesse also, das einfach im Rahmen sozialen Interagierens mit anderen Menschen zu erwarten ist.

Ich fürchte allerdings, dass wir über eine Utopie reden, zumindest im Moment noch.

Im Laufe des Integrationsprozesses hat es sicherlich durchaus Sinn gemacht gemacht, und das tut es vermutlich noch, eine gewisse offensivere Gangart an den Tag zu legen und mit explizit schwul/ lesbischen Veranstaltungen wie z.B. CSD ins Bewusstein der Öffentlichkeit zu gelangen. Ob dieser Prozess jemals abgeschlossen sein wird, bleibt offen. Aber immerhin haben wir einen schwulen Aussenminister, der "trotzdem" mit seiner Partei einen bemerkenswerten Wahlerfolg erzielen konnte, mag man politisch von ihm halten, was man will. So etwas wäre vor 40 Jahren sicherlich nicht denkbar gewesen.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass uns trotzdem die Frauen in diesem Integrationsprozess etwas voraus sind, indem Frauen sich bei der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen "etwas" leichter zu tun scheinen als Männer, bei denen die Berührungsängste möglicherweise stärker ausgeprägt sind. Was denkt Ihr?


Geschrieben

"Schwule Sportteams" haben ebenso ihre Daseinsberechtigung, wie die schon vorhandenen von Testosteron geschwängerten Vereine samt ihrer zum Teil vor Homophobie strotzender Anhängerschaft.
Wenn dabei der Sport im Vordergrund steht, warum auch nicht?
Dass es schwule Sportler gibt, welche in "normalen Teams" ihren Mann stehen, ist unbestritten.
Es gibt schließlich Vereine jeder Couleur, warum also sollten sich da gesellschaftliche Randgruppen verstecken? Das Ziel ist es doch, für mehr Akzeptanz zu sorgen. Wir grenzen uns damit nicht aus, eher signalisieren wir damit, dass es uns nach wie vor gibt und nicht nur in typisch schwulen Berufen wie etwa den des Friseurs oder im kreativen/künstlerischen Bereich.
Lieber ein schwules Sportteam, wo jeder offen damit umgeht, als sich zu verstecken, denn die meisten leben aus bekannten Gründen ihre sexuelle Orientierung heimlich aus - aus Angst.


Geschrieben

also ich sehe gar keinen anlass mich für irgendwas zu verstecken. genauso wenig sehe ich einen anlass mich irgendwie zu organisieren. mir gehts echt gut!! ich steh zwar meistens auf jungs aber ich hatte auch schon freundinnen. auch schon mal ein dunkelhäütiges mädchen. muss ich mich jetzt verstecken oder andersrum ein sportteam gründen für alle die mal was mit dunkelhäutigen mädchen hatten??? pffff .... alles meine sache und ich komm auch gut klar damit und alle die mich kennen (zumindest die, die mich überhaupt interessieren und mir damit überhaupt wenigstens tangentiell wichtig sind) kommen ganz genauso "klar" damit. klar heisst es bockt sie einfach nicht weils doch meine sache ist! jeder macht seine sache - und? ich ordne mich auch nicht in eine "gruppe" ein deswegen. normal sein leute - und nicht sich selbst zu hoch spielen oder mit irgendwas extra ins rampenlicht stellen "schaut her ich bin das und das und bla". dann lebnts sich auch ganz gut, ehrlich!


Geschrieben

Es ist ja schön, wenn schwule Stammtische, schwule Kaffeefahrten, schwule Reisen und schwule Outdoor-Veranstaltungen wie der CSD organisiert werden. Dabei geht es um die gemeinsame Unternehmung, um das Beisammensein unter Gleichen mit gleichen Vorlieben; das "Schwulsein" steht als Verbindendes im Vordergrund. Im Sport geht es darum, eine bestimmte Sache, eine bestimmte Disziplin zu betreiben. Dafür ist ein Niveau vonnöten, dem man selber entsprechen und von dem man profitieren kann. Ein schwuler Fußballpartner, der den Ball nicht trifft, nützt mir rein gar nichts, und ein schwuler Schachpartner, der nicht weiß, was eine "lange Rochade" oder "Schlagen en passant" ist, kann die Freude am Königlichen Spiel doch arg trüben. Kurzum, wenn ich eine Sportart betreiben will, gehe ich in einen entsprechenden Verein, unabhängig davon, welche sexuelle Präferenzen die Mitglieder haben. Möchte ich ausschließlich schwule Mitglieder um mich herum haben, so senkt diese Vorgabe die Qualität beträchtlich; kurzum, dem sportlichen Training ist eine solche Vorgabe nicht förderlich. Dennoch haben viel Schwule, die gern eine bestimmte Sportart betreiben möchten, Berührungsängste gegenüber "normalen" Trainingsgruppen. Sie fürchten sich vor der ruppigen Atmosphäre, vor der rauhen Tonart, vor hartem Körperkontakt usw. Dies ist das Ergebnis eines schwulen Selbstverständnisses, das sämtliche Vorurteile bedient, indem es den schwulen Mann als "empfindsam", "weniger männlich", "den schönen Dingen zugewandt" usw. einordnet, so dass er sich schließlich den sportlichen Wettbewerb mit heterosexuellen Männern nicht mehr zutraut. Es ist aber gerade wichtig für die von allen ersehnte "Akzeptanz", dass er sich diesem Wettbewerb stellt und ohne plakative Intention tagtäglich seine gleichwertige "Männlichkeit" beweist, anstatt sich feige unter seinesgleichen zurückzuziehen - gerade in Sportarten wie Fußball.


Geschrieben

ahso meinst du das! also ich bin eigentlich schon davon ausgegangen, dass die schwulen die sich unterlegen fühlen und tatsächlich "anders" sind (hier dann "weicher" und schwächer und weib(l)i(s)cher und so eben) längst ne aussterbende spezies sind!! klar gibts da auch unter den jüngeren immer mal wieder noch ein paar vereinzelte von aber das ist echt ne extreme randgruppe!! jetzt weiss ich aber auch was silberblick mit der "sozialen randgruppe" meinte, ach so!
ich dachte einfach nur es geht um jungs, die auf jungs stehen oder überhaupt eben um typen die ganz einfach auf typen stehen. aber das hat sich doch längst emanzipiert, das ist doch längst kein thema mehr! schon gar keins wofür man extra sportclubs und so bräuchte. wenns aber um die weichen geht, die halt irgendwie auffällig anders sind (oder auch extra so sein wollen), pfff, keine ahnung, da halt ich mich dann raus!!


Geschrieben

Auf eine Sache wollte ich gerne noch eingehen.




...dass es im Zeitalter einer angeblichen Akzeptanz homosexuellen Verhaltens eigentlich nicht mehr sinnvoll ist, rein schwule Sportteams zu betreiben.




Angeblich bedeutet so viel wie vorgehalten, nicht genau definiert. Du hast es schon richtig erfasst. Es gibt keine gültige allgemeine Akzeptanz zur Homosexualität. Weshalb sollte es deshalb keinen Sinn machen, dass sich aus diesem Grund schwule Männer (bei Frauen liegt die Toleranzgrenze ja höher) sportiven Aktivitäten hingeben und das offen leben? Etwa wegen der sexuellen Orientierung? Sind sie in Deinen Augen in ihrem Bestreben nicht vollwertig genug, einen Verein zu gründen und ihren Interessen nachzugehen? Für mich macht es schon einen Sinn, wenn Schwule unter sich sind. Sportlich gesehen oder bei sonstigen Events, denn von der Gesellschaft werden wir nach wie vor ausgegrenzt, auch wenn´s angeblich manchmal anders erscheint


Geschrieben

Was hat Tischtennis mit der sexuellen Ausrichtung zu tun? Richtig - gar nichts. Wenn ich Tischtennis spielen und mich mit gleichwertigen Übungspartnern entwickeln will, gehe ich in einen entsprechenden Verein. Bei der Aufnahme werde ich nicht gefragt, ob ich schwul bin, und wenn ich es nicht will, wird meine Sexualität nie ein Thema werden - es sei denn, ich benehme mich derart, dass ein entsprechender "Verdacht" aufkommt. Es geht um Sport und nicht um schwules Beisammensein. Natürlich kann man auch beides haben: Sport und schwules Beisammensein. Ein hohes Trainingsniveau lässt sich auf diese Weise aber nicht entwickeln. Es ist genauso, als ob man nur weiße Pferde zum Rennen zuließe. Das mag ganz nett anzusehen sein, aber die besten Pferde stünden dann im Stall. Klar können Schwule sich zum Sport treffen und ihren Spaß dabei haben. Ob sie aber wirklich Vereine gründen sollen nach dem Motto "Seht mal her, wir können sowas auch" und damit ihre eigene sportliche Entwicklung limitieren, ist fraglich. Wer in einer Sportart gut ist, der ist gut, ob schwul oder nicht.


Geschrieben

Mir war gar nicht klar, dass es hier um hoch professionellen Sport geht. Es ist auch nicht zu erwarten, dass ein schwuler Fußballverein mal in der Bundesliga spielen wird. Das ist doch gar nicht das Ziel, oder?


Geschrieben


Wenn ich Tischtennis spielen und mich mit gleichwertigen Übungspartnern entwickeln will, gehe ich in einen entsprechenden Verein. Bei der Aufnahme werde ich nicht gefragt, ob ich schwul bin, und wenn ich es nicht will, wird meine Sexualität nie ein Thema werden - es sei denn, ich benehme mich derart, dass ein entsprechender "Verdacht" aufkommt.




eben, seh ich auch so! ob da hier wieder der unterschied zwischen den "normalen", die bloß auf jungs stehen, und den "weichen", die eben aus sich heraus anders sind, relevant wird?
@ silberblick: klar ist es beim mannschaftssport das ziel zu gewinnen! es geht doch ganz klar darum sich zu messen! selbst wenn wir hier nachmittags streetball spielen und unsere mannschaften jeden tag neu selbst wählen geht es doch darum sich zu messen, welche mannschaft eben heute besser ist. ohne das hätte das ganze doch keinen sinn und wäre eine farce, eine dumme lachnummer! was anderes sind gesellschaftsspiele oder auch ein paar damen, die ein bisschen badminton spielen und sich dabei über sich selbst lustig machen oder die aerobic machen und so was. beim mannschaftssport gehts darum sich zu messen, wie gesagt selbst beim spontanen streetball!


Geschrieben

@Silberblick, ganz recht, das Ziel ist "Seht her, wir können sowas auch". Sind denn Zweifel angebracht, oder warum muss man das plakativ herausstellen?


Geschrieben

Der sportliche Ehrgeiz ist doch völlig unabhängig davon, ob ein (Spitzen- ) Sportler sich in einem herkömmlichen oder speziellen Verein für Homosexuelle engagiert. Ich kann mir vorstellen, es ist sogar eher von Vorteil, wenn sich ein Schwuler in einem schwulen Verein betätigt, weil dort seine Akzeptanz gewährleistet ist. Er muss sich also nicht verstecken und darauf achten, nicht von seinen Mitstreitern enttarnt und gemobbt zu werden. Er kann sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren und braucht sich nicht von Versteckspielchen ablenken lassen.

Es ist doch haarsträubend, zu glauben, dass Schwule in "schwulen" Vereinen nicht die gleiche sportliche Leistung erbringen, wie ihre testosteronstrotzenden heterosexuellen Kollegen. Ist es nicht vielmehr so, dass es eine besondere Herausforderung darstellt, als Schwuler sich gegen die Heten zu behaupten?

Die Einrichtung schwuler Sportvereine trägt mit Sicherheit dazu bei, den Leuten zu verdeutlichen, dass es uns Homosexuelle gibt - auch und gerade im Sport. Solange dies noch keine Selbstverständlichkeit ist, muss den Leuten dies immer wieder vor Augen geführt werden: Schwule sind ein gewichtiger Teil der gesamten Gesellschaft und sie dürfen sich nicht an den Rand drängen lassen; nach dem Motto: "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!" NEIN! Man muss so gut es geht Präsenz zeigen. Und was ist da besser geeignet als schwule Sportvereine oder auch gerne das Beispiel schwuler Parteien?

Geschrieben

Beim Frauenfußball hatte ich so meine Zweifel und habe auch Witze darüber gemacht, bis ich sie habe spielen sehen. Natürlich könnten sie sich nur ungleich mit den Männern messen, das aber ist auch gar nicht das Anliegen.
Der Sinn einer schwulen Sportmannschaft ist es schließlich, Flagge zu zeigen. Da geht´s auch primär gar nicht darum, es "plakativ heraus zu stellen", denn es dürfte ja außer Frage stehen, dass auch Schwule Sport betreiben und ihn ebenso beherrschen. Ich finde es gut, dass es Möglichkeiten gibt, wo man sich nicht verstecken muss. Hätte ich die Option, einem schwulen Schachverein beizutreten, ich würde es machen. Bis es soweit ist, muss ich eben gegen die Heten antreten :P


Geschrieben

@Silberblick, das Beispiel "Frauenfußball" hättest Du nicht heranziehen sollen. Schwule sind kein "drittes Geschlecht", das wie Frauen unter sich bleiben müsste, weil es nicht über die Athletik und die körperliche Robustheit der "echten Männer" verfügt. Solche Zusammenhänge herzustellen, ist Selbstausgrenzung par excellence.

Und wenn @MM schreibt:




Ist es nicht vielmehr so, dass es eine besondere Herausforderung darstellt, als Schwuler sich gegen die Heten zu behaupten?



,

so frage ich mich: Worin liegt die Herausforderung? Im sportlichen Wettstreit oder im Wettstreit Homo vs. Hetero? Habe wir diesen letzteren wirklich nötig? Ich muss mich doch nicht als Schwuler gegen Heteros behaupten (was für ein Unsinn!), sondern höchstens als Mann gegen andere Männer! Warum in Gottes Namen sollten Schwule sich in eigenen Grüppchen abkapseln, wenn es schon gut organisierte Vereine gibt? Drängen sie sich damit nicht selbst an den Rand?

Ausgegrenzt wird nur der, der es zulässt. Ich war ein sehr guter Schütze und gar kein übler Boxer. Wenn ich nun gesagt hätte, dass ich schwul bin, hätte ich dann meine Auszeichnungen zurückgeben müssen? Selbstverständlich nicht. Abweichende sexuelle Vorlieben können Leistungen nicht schmälern.


Geschrieben

@Crotlus:
Deswegen habe ich diese Frage (man beachte das ?-Zeichen) in den Raum gestellt: Mag es vielmehr dahingehend eine Herausforderung sein, dass schwule Sportler, womöglich sogar völlig unbewusst, mehr Ehrgeiz entwickeln, einen heterosexuellen Sportgegner bezwingen zu wollen - einfach aus dem Umstand heraus, dass man eben nicht als schwächliche "Tunte", die den hohen Anforderungen eines z. B. sog. "männlichen Sports" nicht gewachsen sei, da stehen will. Ein verstärkter Siegeswille liegt vielleicht in dem Gedanken: "Den Heteros zeigen's wir!" Wir können unser Handwerk genauso gut. Es ist doch immer noch so, dass ein schwuler Fußballer (oder Boxer) eher belächelt wird und er als nicht manns-genug betrachtet wird, sich gegen seinen heterosexuellen Gegner durchzusetzen. Und warum ist dieses Phänomen immer noch vertreten in so vielen Köpfen? - Es gibt einfach eine hohe Dunkelziffer von Homosexuellen, die sich nie im Leben trauen würden, sich zu outen. Aus welchen Gründen auch immer. Folglich ist gar nicht bekannt, wie viele der (Spitzen- ) Sportler, welchen sexuellen Präferenzen nachgehen. Darin liegt der Hund begraben: Wäre Homosexualität zumindest beim Sport kein Thema, soll heißen: kein Tabu, weil es dort nur auf sportliche Leistungen ankommt, dann müsste darüber auch nicht diskutiert werden, ob Schwulsein ein Hindernis darstellt oder nicht bzw. ob man schwule Vereine braucht. Aber solange dieses Thema im Raum steht, braucht es Öffentlichkeitsarbeit - die beinhaltet nunmal auch die Gründung schwuler Vereine.

Natürlich geht es beim Sport zwar um den Kampf Mann gegen Mann, ob nun schwul oder nicht. Doch hat es, wie gerade erwähnt, schlicht eine Signalwirkung für die Gesellschaft, wenn ganz öffentlich bekannt ist, dass es sich bei der einen Mannschaft um Schwule handelt.

Es muss aber auch nicht jeder Schwule sich ausschließlich bei schwulen Vereinen anmelden. Ich möchte nur unterstreichen, dass es mir sinnvoll und wichtig erscheint, dass es solche Vereine gibt. Wir müssen uns nicht in herkömmlichen Vereinen verstecken. Dass die Leistungen durch abweichende sexuelle Vorlieben, nicht geschmälert werden können ist wahr, jedoch können diese "Vorlieben" schon mal Gründe für ein handfestes Mobbing liefern.

Geschrieben

so, jetzt ist gleich zweimal der vorwurf von den angeblich "testosteronstrotzenden" normalen vereinen gefallen - beidesmal bemerkenswerterweise von moderatoren. also ich hab auch ne menge testosteron (hofffe ich doch!!!), weil ich bin nämlich irgendwie schon männlich und ich kann das zeug auch ganz gebrauchen, wisst ihr. ;-)
dann mommt münchensmünchener auch noch mit dem schimpfwort "hete", ohne, dass vorher überhaupt einer unter die gürtellinie geschossen hätte mit den zu "hete" analogen worten "schwuchtel" oder "tunte". im gegenteil: münchensmünchener vermutet hier, dass jungs oder männer, die eben auf jungs oder männer stehen nahezu zwangsweise als "schwächliche tunten" (so steht es oben) nicht richtig akzeptiert würden und sich daher in schwulen vereinen zusammenschliessen sollten um zu sagen (zitat) "Den Heteros zeigen's wir!". was fürn quatsch!!! tut mir echt leid, wenn manche ältere immer noch komplexe haben und ein angekratztes selbstbewusstsein, das ist sehr schade aber bitte übertragt das doch nicht auf alle, denn das stimmt heute bei uns jüngeren einfach nicht mehr (außer bei ein paar extremen aussnahmen, wie ichs schon sagte)!!! das ist schnee aus omas zeiten!!! lebt euer leben und schreibt euch nicht jeden quatsch auf die brust bloß weil ihr glaub irgendwem irgendwas beweisen zu müssen. das bockt keinen mehr, völlig überflüssig und vor allem megamäßig kontraproduktiv!!


Geschrieben

@Studivgay:
Mit dem Ausdruck "testosteronstrotzend" will ich lediglich versinnbildlichen, dass gerade unter Heterosexuellen (Kurzwort - schlicht und ergreifend: Heten. Dieses Wort ist in keinster Weise abwertend gemeint) eine besondere Form der Männlichkeit, der Härte, an den Tag gelegt wird bzw. die Gesellschaft glaubt, dies zu beobachten. Die Leute können sich kaum vorstellen, dass es Homos gibt (und auch dieses Wort ist eine schlichte Abkürzung), welche ganz genauso männlich und hart sein können. Es ist doch unbestritten, dass, so will ich doch stark hoffen, die allermeisten Schwulen nur geradezu vor Testosteron strotzen. Mir ging es, wie gesagt, um eine verschärfte Darstellung der Männlichkeit, welche in erster Linie nur bei den Heterosexuellen vermutet wird.

Um meine überspitzt formulierte Aussage der schwächlichen "Tunte" (und hier wiederum ganz betont in Anführungsstriche gesetzt, zur Verdeutlichung der Ironie bzw. auch der Übertreibung) zu erklären, hätte ich in meinem obigen Post den Bezug herstellen sollen, zu dem folgenden




[...] Dennoch haben viel Schwule, die gern eine bestimmte Sportart betreiben möchten, Berührungsängste gegenüber "normalen" Trainingsgruppen. Sie fürchten sich vor der ruppigen Atmosphäre, vor der rauhen Tonart, vor hartem Körperkontakt usw. Dies ist das Ergebnis eines schwulen Selbstverständnisses, das sämtliche Vorurteile bedient, indem es den schwulen Mann als "empfindsam", "weniger männlich", "den schönen Dingen zugewandt" usw. einordnet, so dass er sich schließlich den sportlichen Wettbewerb mit heterosexuellen Männern nicht mehr zutraut. Es ist aber gerade wichtig für die von allen ersehnte "Akzeptanz", dass er sich diesem Wettbewerb stellt und ohne plakative Intention tagtäglich seine gleichwertige "Männlichkeit" beweist, anstatt sich feige unter seinesgleichen zurückzuziehen - gerade in Sportarten wie Fußball.



Darauf zielte meine Äußerung der schwächlichen "Tunte" ab. Ich habe diese Aussagen einfach mit diesen beiden Worten zusammen gefasst. Sie geben damit das wider, was im obigen Zitat so nett umschrieben ist. Auch seine Aussage, Schwule, die (Zitat: ) "sich unter ihresgleichen zurückziehen seien feige", ist doch alles andere als nachvollziehbar. Es ist doch wohl kaum so, dass man im "schwulen Sportverein", sich vor dem Wettbewerb mit den vermeintlich "echten Kerlen" fürchtet. Ich nehme mal an, da spuken wohl eher die Bilder der rosa Puschel-schwingenden und rosa Trikots-tragenden Tunten, mit ihren abgeknickten Handgelenken in Deinem Kopf herum, lieber @Crotalus, oder?

Tut mir im übrigen leid, wem meine Ironie in Sachen schwächliche "Tunte" entgangen ist. Ich ging davon aus, dass sie sich bereits durch die Anführungszeichen und dem Spruch: "Den Heteros zeigen's wir" zum Ausdruck gebracht hätte. Vielleicht hätte ich es explizit dazu schreiben sollen: Achtung! Das und das ist pure Ironie.


Geschrieben

Eigentlich habe ich den Vergleich zum Frauenfußball nur deshalb heran gezogen, um zu verdeutlichen, dass es auch bei einer schwulen Mannschaft ebenso bestellt ist. Auch Randgruppen treten mal in den Vordergrund. Das Thema an sich aber wird überbewertet, denn ist einer von euch Mitglied in einem schwulen Verein? Nein? Natürlich nicht, andernfalls würdet ihr anders darüber urteilen.
Mich wundert es ebenso, auf einer schwulen Plattform zu lesen, dass genau solche Gruppierungen in Frage gestellt werden. Warum eigentlich? Wir sollten doch froh um der Tatsache sein, dass es Gleichgesinnte gibt, welche unseren Idealen Vorschub leisten. Deshalb verstehe ich die ganze Kritik nicht.


Geschrieben

Ich wüsste nicht, welchen Idealen da "Vorschub geleistet" wird, lasse mich aber gern belehren. Ist Separation ein Ideal? Sicher nicht. Sportler, die sich als "Rosa Panther" o. ä. organisieren, können sich auch gleich einen rosa Winkel an den Ärmel heften. Ich betrachte Homosexualität als sexuelle Variante, die sich durch die gesamte Männerwelt zieht. Es haben mir nämlich schon einige "gestandene Heteromänner" im vertraulichen Gespräch gesagt, dass sie "eventuell und unter bestimmten Umständen" auch einen hübschen Jungen nicht von der Bettkante stoßen würden. Der "Homosexuelle" als ausschließlich dem eigenen Geschlecht Zugewandte ist lediglich ein Grenzfall. Daher nährt jede selbstgewählte Isolierung das törichte Urteil, es handele sich beim "Homosexuellen" um eine besondere Spezies; in Wahrheit ist gleichgeschlechtliche Erotik allgegenwärtig. Daher ist es nicht nur nicht erforderlich, sondern sogar kontraproduktiv, sich auf Schritt und Tritt zu "outen" - und dann gar bei Aktivitäten, die null und nichts mit der eigenen Sexualität zu tun haben! Je mehr der einzelne seinen ganzen Alltag nach Maßgabe seiner sexuellen Obsessionen ausrichtet, um so mehr wird er "berufsschwul": er hat nur noch schwule Freunde, isst nur in schwulen Restaurants, spielt Fußball im schwulen Sportverein und lässt sich von schwulen Ärzten behandeln, denn: "Nur da fühle ich mich nicht ausgegrenzt." Wie kommt's? Wer hat denn nun die Berührungsängste?

  • Moderator
Geschrieben

Schwule Sportteams ??? BITTE NICHT
Niemand wird den Schwulen ernsthaft das Recht absprechen wollen eigene Vereine zu gründen, aaaber:
was soll das bringen, und wie würde ein solcher, reiner Schwulenverein dann schliesslich aussehen ?
Was als Stoff für einen Film wie Lattenknaller - Männer wie wir noch durchgehen mag, ist doch in der Realität dann doch eher eine Lachnummer, sicherlich aber kein Mittel um die Selbstverständlichkeit von Homosexualität zu fördern.

Vor allen Dingen stellt sich doch auch die Frage: Welche Schwule würden solchen Vereinen beitreten ???
Am Ende doch nur wieder die extrovertierten, die ihr "anderssein" immer und überall zur Schau stellen müssen.
Sorry, aber Fussballer mit rosa Stülpchen und Leichtathleten, die mit gebrochenen Handgelenken strassbesetzte Hämmerchen und Diskusscheibchen werfen, sowas braucht die Sportwelt ganz sicher nicht.

Ich gebe nur mal zu bedenken, was die Fraktion der schrillbunten Schwuppen aus dem CSD gemacht hat.
Aus der einstigen Demonstration für die Rechte der Schwulen ist eine überzogene Faschingsparade geworden,
die mit dem ursprünglichen Gedanken des CSD allenfalls noch den Namen gemeinsam hat. Es geht nur noch
um sehen und gesehen werden, in der Hauptsache um Selbstdarstellung der Tuckenfraktion, und dies ist der
Akzeptanz von Homosexualität in unserer Gesellschaft mit Sicherheit nicht unbedingt förderlich.

Wie viel mehr gefällt mir da die Einstellung von @Studivgay. Im Sport sollte immer die Leistung im Vordergrund stehen, ungeachtet der sexuellen Präferenzen der Sportler. Ein schwuler Sportler, der in einem "normalen" Verein durch Leistung überzeugt, erscheint mir doch für die Akzeptanz von Homosexualität sehr viel wichtiger als eine Sporttucke, die hierzu einen schwulen Verein braucht, und ob ein Sportler sein Bett nun mit einem Mann oder einer Frau teilt, sollte dabei keine Rolle spielen und niemanden interessieren.

Zum Glück gibt es heute immer mehr junge Gays wie @Studivgay, die ihre Homosexualität mit einer Selbstverständlichkeit leben, welche zu meiner Zeit völlig undenkbar gewesen wäre.

Geschrieben

ja genau, so hab ich das gemeint! die beiden letzten beiträge von crotalus und knuddelhajo treffen die sache doch genau auf den punkt! einerseits diese unnütze und kontraproduktive sache mit den "berufsschwulen", was ja wohl eine regelrechte manie sein kann und auch das mit dem ganz normalen umgang damit eben auch mal was mit jungs zu haben statt sich deshalb gleich selbst als "anders" zu markieren und in eine manie zu verfallen. der eine isst eben meistens lieber döner statt pommes, der andere umgekehrt. einige schreien vielleicht "ihhh döner - niemals, schlage allen den kopf ein die döner fressen! ... arme kranke sau, wer so brüllt. andere schreiben "ihhh fisch!!! ... auch arme kranke schweine. und auch wie knuddelhajo schreibt ist es genau richtig, dass es doch keine rolle spielt welcher sportler mit wem ins bett geht - ganz ehrlich leute: das interessiert auch heute keinen mehr, ausser ein paar unverbesserlichen übrigbleibern, die daraus ein fass aufmachen wollen, was ihnen aber nur gelingt, wenn andere auch darauf anspringen und prompt reintappen und sich mit "eigenen" vereinen" daraufhin prompt selbst ins abseits stellen und brav uralte klischees bedienen. alle beide haben jetzt von mir ein "gefällt mir" bekommen. :-)


Geschrieben

Sicher ist es schön, dass immer mehr ihre Sexualität selbstverständlich und offen ausleben. So soll´s ja auch sein, nur gibt es aber immer noch genügend homophobe Spinner, für die das eben nicht selbstverständlich ist. Keiner muss sich deshalb in einen schwulen Verein (wie auch immer geartet) begeben, nur ist das immer noch die bessere Alternative, als sich verstecken zu müssen, aus Angst davor, entdeckt und gemobbt zu werden.


Geschrieben

hmmm, ich denk mal es werden eigentlich vor allem die angegriffen, denen es an selbstbewustsein fehlt, die vielleicht sogar irgendwelche minderwertigkeitskomplexe haben und sich selbst eben als "anders" als die anderen sehen. das ist doch der alte raubtierinstinkt. fehlts mir an selbstbewusstsein, sehe ich mich selbst also als "anders" an, dann hab ich in diesem dilemma immer noch drei möglichkeiten: entweder ich verstecke mich, habe angst "entdeckt" zu werden und leide darunter (schlecht) oder ich suche mir andere, die auch denken "anders" zu sein, bilde eine gruppe (oder halt auch nen sportverein) um mich in der gruppe vor den übrigen (den bösen? den "heten"?) sicherer zu fühlen oder eben ums denen (wie es münchensmünchener sagte) "zu zeigen!". dann provoziere ich aber doch schon irgendwie ... oder? dann rechne ich doch mit "ärger" und will fronten bilden usw.. oder aber ich scheiss auf all das, verschaff mir für MICH, das selbstbewusstsein, das ich brauche um ein wirklich glückliches und freies leben führen zu können OHNE den irrglauben mich verstecken zu müssen aber auch OHNE mich irgendwie absichtlich zu präsentieren (oder zu provozieren und klischees zu bedinen) - dann bin ich einfach normal, o. k.? ich hab irgendwie den eindruck, dass sich diese komischen ängste erst noch auswachsen müssen. die älteren wie silberblick und münchensmünchener haben mehr angst und bedenken als nötig wäre. vielleicht kriegt man das auch einfach nicht mehr raus. aber bitte infiziert doch nicht alle nachkommenden jüngeren nicht gleich auch noch damit. das bringts nicht! knuddelhajo scheint da wesentlich emanzipierter und selbstsicherer zu sein. geht doch auch! :-)


Geschrieben

Als "Student" (?) kann man in der Tat wesentlich "emanzipierter und selbstsicherer" sein.


  • Sissy

    Ein Sissy Boy ist ein Junge, der sich in das andere Geschlecht einfühlen möchte. Er kleidet sich typisch weiblich und passt sein Verhalten an. Man kennt diese Veranlagung auch unter dem Namen ...

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