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Was sollen/wollen wir wählen im September?


ol****

Empfohlener Beitrag

  • Moderator

Wir haben in diesem Thema sehr sehr vieles zugelassen, hinweggesehen.
Aber ein Streit, ob die NSU nun rechtsextrem und als neofaschistisch einzustufen ist, oder eine ganz "normale" Truppe von Terroristen ist, geht nun doch zu weit.

Einer hier hat sich bereits schon vor ein par Seiten verabschiedet und versprochen in diesem Thema nichts mehr zu posten.
Und genau darum bitten wir auch.
Immer und alles zu widerlegen, was einem schon der gesunde Menschenverstand entgegen spricht, immer gegenteilig mit kruden Argumenten die jenseits des, wie gesagt, gesunden Menschenverstand sind, möchten wir hier in unserem Forum nicht haben. Schon gar nichts über  achso böse linke Medien.

Wir hier haben das große Privileg, daß wir auch politisch(im Rahmen und gesittet) diskutieren dürfen. Versauen kann man natürlich alles!

Es kann hier weitergehen, aber dann bitte gesittet und ohne abstruse Spekulationen die nicht wirklich belegt werden können.

Weiter gehts.

Dieser Post soll nicht der Diskussion dienen, also verzichtet bitte auf Antworten hierauf.

 

Im Sptember 2026 sind in Sachsen- Anhalt Landtagswahlen. Laut Umfragen wird die AfD stärkste Partei. Grüne und FDP sind bei 3-4%. Die SPD bei 6%. Mit den Steuerplänen der SPD, die Mehrwertsteuer zu erhöhen und dafür die Einkommensteuer zu senken, zahlen Geringverdiener drauf und Menschen mit hohem Einkommen profitieren. Will die SPD unbedingt unter 5% fallen?
Oder ist es der SPD- Führung inzwischen egal, wie sie im Land wahrgenommen wird?

vor 1 Stunde, schrieb Grayrose:

Oder ist es der SPD- Führung inzwischen egal, wie sie im Land wahrgenommen wird?

Egal vermutlich nicht.

 "Glauben Sie nicht alles, wovon Sie überzeugt sind" - könnte in die Richtung der Ursache führen. 

vor 5 Stunden, schrieb Grayrose:

Oder ist es der SPD- Führung inzwischen egal,

Wir wollten doch nicht spekulieren bzw. polemisieren! Natürlich ist es der SPD, aber auch der CDU nicht egal wie Sie im Land wargenommen werden-. Jedoch Umfragen sind keine Wahlergebnisse und bis September sind noch 6 Monate hin und da kann noch viel passieren. Ich denke das die beiden großen Parteien, im demokratischem Spektrum unseres Landes, die Umfragen aufmerksam verfolgen. Das die Bürger im Osten unseres Landes ein problematisches Wahlverhalten an den Tag legen(legten ist allseits bekannt und eigendlich keine Überraschung. Über Steuerpläne zu reden die in keiner Weise der Realität (zumindest zum jetzigem Zeitpunkt) entsprechen ist ebenfalls reine Polemik und zeigt wiedereinmal mehr, dass du weniger an eine sachlichen Diskussion interessiert bist.   

Den Bürgern aus den neuen Bundesländern ein problematisches Wahlverhalten zu unterstellen ist unterste Schublade. Die Älteren von ihnen wissen, was es heißt, einer Regierung widerspruchslos zu folgen. Ich gehöre dazu.

Sorry  @Peterbär ich wollte dich nicht beleidigen. Ich denke, wenn lt. Umfrage  sich in Sachsen Anhalt  über 30% vorstellen können die AfD zu wählen, die in meinen Augen nicht demokratisch ist, finde ich es problematisch. Du magst es anders sehen.

Vor 2 Stunden, schrieb oldysuchtjungy:

Sorry  @Peterbär ich wollte dich nicht beleidigen. Ich denke, wenn lt. Umfrage  sich in Sachsen Anhalt  über 30% vorstellen können die AfD zu wählen, die in meinen Augen nicht demokratisch ist, finde ich es problematisch. Du magst es anders sehen.

Nicht wenige Menschen nennen so ein Verhalten Demokratie! Solange eine Partei zur Wahl zugelassen ist, solange ist das Wahlergebnis als Volkes Wille zu akzeptieren! Wenn natürlich ein „ Wessi“ sich als Erfinder der Demokratie hinstellt und den Menschen im Osten vorschreiben will, wie sie zu wählen haben, dann ist das problematisch!
Sich Gedanken machen, warum so viele die AfD wählen, das ist zu viel verlangt. Denn dazu gehört auch, Fehlentwicklungen einzugestehen und auf Korrektur zu drängen. Dazu ist aber offensichtlich niemand bereit.

Ich möchte es noch einmal betonen: der Erfolg der AfD hat weniger mit deren Programm zu tun. Sondern mit dem Versagen der etablierten Parteien, die Probleme, die sich inzwischen türmen, zu benennen und mit deren Lösung zu beginnen. Und leider wird sich das so bald nicht ändern. Denn jeder, der auf die Gründe für die AfD- Erfolge hinweist, der wird ( bisher noch) virtuell gelyncht!
Ja nicht an bestehenden Verhältnissen rühren. Auch wenn der Spießer unzufrieden mit der Situation ist, so ist sie ihm vertraut. Etwas ändern, selbst wenn er die Notwendigkeit einsieht, das geht ja gar nicht…bis gar nichts mehr geht!

 

 

vor 1 Stunde, schrieb Grayrose:

Nicht wenige Menschen nennen so ein Verhalten Demokratie! Solange eine Partei zur Wahl zugelassen ist, solange ist das Wahlergebnis als Volkes Wille zu akzeptieren! Wenn natürlich ein „ Wessi“ sich als Erfinder der Demokratie hinstellt und den Menschen im Osten vorschreiben will, wie sie zu wählen haben, dann ist das problematisch!
Sich Gedanken machen, warum so viele die AfD wählen, das ist zu viel verlangt. Denn dazu gehört auch, Fehlentwicklungen einzugestehen und auf Korrektur zu drängen. Dazu ist aber offensichtlich niemand bereit.

Dazu zweierlei:

Die AfD wird demokratisch gewählt. Aber sie ist in weiten Teile keine demokratische Partei (dies ist meine Meinung, allerdings gibt es sehr sehr viele Gründe, warum ich diese Einschätzung für richtig halte, siehe meine Dutzenden Posts.). Das ist kein Widerspruch. Die NSDAP wurde auch demokratisch gewählt (wenn auch nicht von einer absoluten Mehrheit), war aber nicht demokratisch. Die Schöpfer des Grundgesetzes und damit unserer Demokratie haben ganz bewusst Mechanismen eingebaut, gegen die sich die Demokratie gegen Parteien wehren kann, die die Demokratie von innen heraus zersetzen wollen, indem Institutionen und vom Staat geschützte Organisationen & Rechte (Pressefreiheit, Gleichheitsprinzip der Menschen, Würde, Mitwirkung etc.) angreifen und nach ihrem Wollen umbauen. Es ist eigentlich ganz einfach: Muss sich die Demokratie gegen Parteien zur Wehr setzen können, die die Demokratie und die freiheitliche Grundordnung massiv beschädigen und abschaffen wollen? Ja natürlich. Ich hoffe, da besteht Konsens. Ist die AfD solch eine Partei? Ich meine ja, andere hier meinen nein. Ist in Ordnung, das ist ein Diskurs. Ich finde die AfD höchst problematisch. Finde ich das Wahlverhalten von Leuten, die eine demokratie- und gemeinwohlschädigende Partei wählen, problematisch? Ja, das tue ich. Ob diese Menschen in Erfurt, Freiburg, Berlin, Berchtesgaden oder Magdeburg sind, ist mir dabei egal: ich halte es für eine Scheiß-Wahlentscheidung.

Zum zweiten: Die Presse ist voll mit Überlegungen, warum die AfD als Rechtspopulisten stark an Stimmen gewinnt. Und auch in allen Parteien wird darüber diskutiert. Manche Parteien versuchen es mit einem Rechtsruck (CDU & durchaus auch die SPD), andere mit verstärkt linker Politik (Linke obviously). Es gilt jedoch zu beachten, dass der Aufstieg der Rechtspopulisten ein weltweites Phänomen ist. Deutschland ist ein unglaublich starkes, erfolgreiches Land, das seit 80 Jahren von den "Altparteien" erfolgreich durch die Stürme der Zeit gelenkt wurde. Muss man deswegen alles loben, was sie sagen oder ihnen nach den Mund reden? Gott bewahre, nein. Aber wir haben es NICHT mit einem allgemeinen Politikversagen zu tun, uns geht es hier in Deutschland gut. Erst vor wenigen Tagen wurde der Glücksindex veröffentlicht und siehe da - Deutschland ist im Schnitt sogar glücklicher geworden, weil unsere Rahmenbedingungen immer noch sehr gut sind. Die Rechtspopulisten sind weltweit im Aufstieg aus diversen Gründen: internationale Krisen, Schwächung der Presse hin zu Alternativmedien, wildes emotionale Geraunze in sozialen Medien, Empörungsökonomie, Sündenbockpolitik, Aufstieg der US-amerikanischen Meinungs- und Tech-Oligarchie. Es ist ein internationales Phänomen, von dem die AfD mit profitiert.
Fehlentwicklungen zu benennen und auf Korrektur zu drängen wird tagtäglich in oppositioneller Arbeit auf Landes-, Bundes- und Kreisebene gemacht mit heftiger Kommentierung von Seiten von Verbänden, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen, die den diversen Gruppierungen unser bunten Demokratie eine Stimme geben (und das funktioniert hier in Deutschland sehr sehr gut). Allein die heute Diskussion im Parlament rund um die neue private Altersvorsorge wurde von den Parteien von CDU bis zu den Linken unterschiedlich kommentiert, bewertet und erarbeitet. Zu behaupten, das würde niemand hinsehen, das würde niemand benennen ist nicht wahr. Bemerkenswert ist nur, dass die AfD-Lösungen nicht nur ungesetzlich sind, sondern auch weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich in irgendeiner Form haltbar sind.

vor 5 Stunden, schrieb Peterbär:

Den Bürgern aus den neuen Bundesländern ein problematisches Wahlverhalten zu unterstellen ist unterste Schublade. Die Älteren von ihnen wissen, was es heißt, einer Regierung widerspruchslos zu folgen. Ich gehöre dazu.

Ich darf darauf hinweisen, dass wir in Deutschland das große Privileg haben, dass bei uns "die Regierung" häufig wechselt. (Im Gegensatz zu Autokratien wie dem Putin-Regime beispielsweise.) Kohl als erster gesamtdeutscher Kanzler wurde abgelöst von Schröder, wurde abgelöst von Merkel, wurde abgelöst von Scholz, wurde abgelöst von Merz. Minister werden im allgemeinen alle 4 Jahre ausgetauscht. Landesminister müssen ihre Posten räumen und werden durch andere ersetzt. Die SPD wird heute von völlig anderen Menschen gestaltet als noch vor 20 Jahren unter Schröder. Merz war mit Schimpf und Schande vom CDU-Acker gejagt worden unter Merkel und ist jetzt wieder da, während Merkel nur mühsam zu politischer Kommentierung zu bewegen ist, weil sie sich raushält. Kommunalentscheidungen werden von ganz konkreten Menschen vor Ort getroffen, die oft nicht einmal einer Partei angehören. Landräte leiten Kreistage. Landesparlemente treten in neuen Koalitionen zusammen und erarbeiten Kompromisse. Wir haben jedes Jahr auf allen Ebenen einen massiven Wechsel des politischen Personals. DAS unterscheidet uns massiv von der Einheitsregierung der SED oder den Ein-Parteien-Systemen von Autokratien. Wenn Menschen Dir einreden wollen, "die Regierung" tut dies und jenes, dann gilt es, hellhörig zu werden, weil "die Regierung" bei uns aus zahlreichen Ebenen bestehen, deren politische Ausrichtung und deren Personalien zum Glück (!) ständig ausgetauscht wird. Nicht immer zum Guten: Siehe das Hin und Her zum Verbrenner-Aus. (Das hier nicht das Thema sein soll, es ist nur ein Beispiel, dass wir deutliche Politikwechsel haben.)

Allgemein möchte ich gerne auch ein wenig Schärfe rausnehmen: Auch wenn ich leidenschaftlich und oft auch in drastischen Worten meine politischen Ansichten vertrete, möchte ich doch sagen, dass mir die Diskussionen hier gefallen. Warum?

Wir bewegen uns oft in eigenen Kreisen, in eigenen Bubbles. Durch Algorithmen werden uns im Internet oft nur die Inhalte angezeigt, die unsere Meinung bestätigen. Es ist schwierig, über den Tellerrand zu schauen. Auch auf der Arbeit oder im Freundeskreis hat man oft Menschen um sich, die ähnliche Ansichten teilen.

Diese Plattform aber bringt Menschen aus einem völlig unpolitischen Grund zusammen in eine Diskussionsraum und ich finde es, bei allen Meinungsunterschieden, spannend, die Ansichten von Menschen zu hören, mit denen ich im Alltag aus welchen Gründen auch immer vermutlich nicht zu einer Diskussion zusammenkommen würde. Ich finde, es erweitert den Horizont. Und auch wenn ich @Grayrose und @Peterbär oft widerspreche, so freue ich mich doch immer über ihre Beiträge, an denen ich mich reiben kann und die zum argumentativen Klingenkreuzen einladen. Auch wenn wir uns gegenseitig vermutlich nie überzeugen können (das verlangt ja auch keiner), so können Mitlesende vielleicht Aspekte aufnehmen, die sie vorher nicht wussten oder nicht bedachten - oder es hilft, die "Gegenseite" zu verstehen. Und beim Schreiben kann man die eigenen Gedanken ordnen und strukturieren.

Deshalb mal fix ein Danke an alle Mitdiskutierenden und auch an die Moderation, dass sie den Thread trotz der aufgeheizten Atmosphäre offenlassen :)

Eben deshalb gehören alle gewählten Parteien in den Bundestag, gehören angehört u. nicht ausgegrenzt. 

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