Hallo,
das empfinde ich als eine interessante Frage, auf die ich wie folgt antworten möchte:
Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Sie hat Grautöne und ist sogar häufig bunt. Das macht das Leben doch erst interessant, oder?
Warum sollte Sexualität also schwarz-weiß gesehen werden, wenn jeder Mensch Mehr… andere Bedürfnisse hat und diese Bedürfnisse sich im Laufe des Lebens sogar verändern können? Ich empfinde es grundsätzlich als Fortschritt, alte Kategorien zu hinterfragen und auch zu verlassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder es „bunt“ mögen muss oder seine eigenen Vorstellungen aufgeben sollte.
Vielleicht hat sich deshalb auch weniger die Sexualität selbst verändert als unser Umgang damit. Eine feste Rolle wie „der eine ist immer der Aktive, der andere immer der Passive“ muss für mich kein Widerspruch zu einer modernen Vorstellung von Sexualität sein. Wenn zwei Menschen genau diese Rollenverteilung für sich möchten und damit zufrieden sind, ist das für mich genauso legitim wie jede andere Konstellation.
Entscheidend ist für mich nicht, wie modern oder konservativ ein Modell wirkt, sondern ob es für die Beteiligten funktioniert.
Wie viel „Farbe“ man mit einem Partner zulässt, ist letztlich eine Frage der persönlichen Grenzen und der Absprache. Man muss nicht alles ausprobieren, nur weil es heute möglich oder gesellschaftlich akzeptierter ist.
Vielleicht ist genau das auch der Punkt: Es muss nicht für jeden alles passen. Entscheidend ist, dass Menschen mit ihren jeweiligen Vorstellungen jemanden finden, mit dem es passt.
